Deutsche Märkte geschlossen

Coronavirus SARS-CoV-2: Die aktuellen Informationen im Liveblog

Covid-19 breitet sich weiter aus. Die Bundesregierung plant weitere Maßnahmen, um die Pandemie einzudämmen. Alle Informationen des Tages zum Coronavirus hier im Liveblog.

Alle aktuellen Informationen zum Coronavirus im Yahoo-Liveblog. (Bild: Getty Images)

Das Wichtigste in Kürze:

  • Bestätigte Fälle in Deutschland: knapp 25.000 (Todesfälle: 94)

  • Bund und Länder verständigen sich auf umfangreiches Kontaktverbot: Ansammlungen von mehr als zwei Menschen sollen grundsätzlich verboten werden: Kanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder haben sich angesichts der Coronakrise auf neun konkrete Punkte geeinigt.

  • Mieterschutz: Mietern soll wegen Mietschulden in der Corona-Krise nicht gekündigt werden dürfen. Gelten soll dies für Mietschulden aus dem Zeitraum vom 1. April bis 30. September 2020. Die Verpflichtung der Mieter zur Zahlung der Miete bleibe aber im Grundsatz bestehen.

  • Klinische Tests von vier Mittel gegen das Coronavirus in Europa begonnen

  • Infektionszahlen in Deutschland steigen laut aktueller Zahlen langsamer an

  • Absage von Olympia rückt näher

+++ Bauern suchen mit Websites nach Helfern +++

(23.03.2020, 14:26 Uhr)

Wer in der Coronavirus-Krise nicht wie gewohnt Arbeit, Studium oder Ausbildung nachgehen darf, kann Landwirten Hilfe anbieten. Das Interesse ist offenbar groß: Das unter anderem vom Bundeslandwirtschaftsministerium unterstützte Portal “Das Land hilft” war zum Start am Montagmittag wegen zahlreicher Abrufe teils überlastet. Bauern können dort Arbeitsangebote einstellen, Interessierte ihre Mitarbeit anbieten. Zunächst waren auf der Seite allerdings deutlich mehr Arbeitsangebote Freiwilliger als Nachfragen verzeichnet.

Eine ähnliche Plattform zur Arbeitsvermittlung in der Landwirtschaft betreibt der Bauernverband mit seiner Seite “Saisonarbeit in Deutschland”. Viele Landwirtschaftsbetriebe befürchten kurz vor der Spargelsaison Engpässe bei Erntehelfern vor allem aus Osteuropa. Saisonarbeiter fragen sich auch, ob und wie sie angesichts der Corona-Lage wieder heimkehren können. Zudem gibt es Reisebeschränkungen in der EU. (dpa)

+++ Corona-Update mit Gesundheitsminister Spahn +++

(23.03.2020, 14:20 Uhr)

Die heute Pressekonferenz mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zum Nachschauen:

+++ Krisenstab in Jena unter Quarantäne - Oberbürgermeister betroffen +++

(23.03.2020, 14:09 Uhr)

Nachdem ein Mitglied der Stabsleitung in Jena positiv auf das Coronavirus getestet wurde, ist der Krisenstab der zweitgrößten Stadt Thüringens unter Quarantäne gestellt worden. Auch Oberbürgermeister Thomas Nitzsche (FDP) ist davon betroffen, wie Stadtsprecher Kristian Philler am Montag sagte. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet.

Das betroffene Krisenstabsmitglied habe keine Symptome gezeigt, sei aber bei einem Routinetest positiv getestet worden, hieß es. Der Test davor sei noch negativ ausgefallen. Alle anderen Stabsmitglieder seien daraufhin umgehend ebenfalls einem Test unterzogen worden.

Die Quarantäne sei zunächst vorsorglich für die anderen Mitglieder angeordnet worden. Am Montagmittag hätten noch keine Ergebnisse der jüngsten Tests vorgelegen, sagte Philler. Möglicherweise gebe es erst in der Nacht zu Dienstag oder erst am Dienstag selbst neue Erkenntnisse. “Wir warten auf die Testergebnisse, danach entscheiden wir, wer möglicherweise wie weiter arbeiten kann.” (dpa)

+++ Islands Regierungschefin bleibt wegen Corona-Test vorerst zu Hause +++

(23.03.2020, 14:09 Uhr)

Die isländische Ministerpräsidentin Katrín Jakobsdóttir bleibt nach einem positiven Coronavirus-Befund in der Schule ihres jüngsten Sohnes vorerst zu Hause. Sie selbst wurde nach dem bestätigten Infektionsfall in der Schule auf das neuartige Virus getestet und darum gebeten, bis zum Erhalt der Testergebnisse das Haus nicht zu verlassen, schrieb Jakobsdóttir am Montag auf Facebook. Das bedeute nicht, dass sie unter Quarantäne gestellt worden sei. Da sie aber alle anderen darum bitte, die Anweisungen der Gesundheitsbehörden zu befolgen, tue sie das natürlich auch selbst. Mit den Testresultaten wurde noch im Lauf des Montags gerechnet.

In Island gibt es bislang knapp 600 bestätigte Infektionsfälle, darunter auch ein Abgeordneter der Piratenpartei sowie ein Mitarbeiter des Umweltministers Gudmundur Ingi Gudbrandsson. Der Minister hat sich deshalb in Selbstisolation begeben. Gestorben ist auf Island bisher nur eine Person an der neuartigen Krankheit, ein Tourist aus Australien. (dpa)

+++ Modehändler H&M will Dividende aussetzen - viele Läden zu +++

(23.03.2020, 14:00 Uhr)

Der schwedische Modehändler Hennes & Mauritz (H&M) will in Anbetracht der Coronavirus-Pandemie die Dividendenzahlung für 2019 aussetzen. Der Hauptversammlung solle vorgeschlagen werden, die Zahlung von 9,75 Kronen (rund 0,88 Euro) je Aktie nicht zu veranlassen, teilte der Konzern am Montag in Stockholm mit. Mit der Maßnahme werde die Finanzkraft der Firma gestärkt und der künftige Handlungsspielraum in einer von Unsicherheit geprägten Lage erhöht.

H&M teilte zudem mit, dass aufgrund der Coronakrise momentan 3441 der konzernweit 5062 Läden vorübergehend geschlossen seien, darunter alle Geschäfte in den größten Märkten wie Deutschland und den USA. Am vergangenen Wochenende wurden zudem alle Filialen in Großbritannien zugemacht. H&M verwies zwar darauf, dass der Online-Shop weiterhin geöffnet habe. Doch hätten die Schließungen einen deutlich negativen Effekt auf den Umsatz im März. Weitere Details zu den finanziellen Folgen des neuartigen Coronavirus wollen die Schweden bei der Vorlage ihres Quartalsberichts am 3. April bekanntgeben. (dpa)

+++ Soldat der UN-Blauhelme im Libanon infiziert +++

(23.03.2020, 13:50 Uhr)

Die UN-Blauhelmmission im Süden des Libanons hat ihren ersten Coronavirus-Fall gemeldet. Der Soldat sei in einem Krankenhaus isoliert worden, teilte ein Sprecher der Friedenstruppe Unifil am Montag mit. Aus welchem Land der Blauhelm kommt sagte er nicht. Er sei am 15. März aus dem Urlaub in den Libanon zurückgekehrt. Vier weitere UN-Soldaten seien mit ihm in Kontakt gewesen und nun in Quarantäne. Bei drei von ihnen sei der Test jedoch negativ gewesen.

Im Libanon sind dem Gesundheitsministerium zufolge bisher offiziell 256 Menschen mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert worden. Bislang starben mindestens vier Menschen, die sich angesteckt hatten.

Die Blauhelme überwachen seit 1978 das Grenzgebiet zwischen dem Libanon und Israel. Die beiden Länder befinden sich offiziell im Krieg. Zu der Mission gehören nach UN-Angaben rund 10 000 Soldaten aus mehr als 40 Ländern. Die Bundeswehr beteiligt sich an der Kontrolle der Seewege und der Ausbildung der libanesischen Marine. (dpa)

+++ Angeblich infizierter Münchner leckt Rolltreppe ab - Festnahme +++

(23.03.2020, 13:47 Uhr)

Ein nach eigener Darstellung mit dem Coronavirus infizierter Mann hat in München im Bereich der U-Bahn einen Fahrkartenautomaten, eine Haltestange und den Handlauf einer Rolltreppe abgeleckt. Der 33-Jährige habe dies jeweils gefilmt, dabei behauptet, mit dem Coronavirus infiziert zu sein und davon ein Video in den sozialen Medien verbreitet, teilte die Münchner Polizei am Montag mit. (AFP)

+++ Gesundheitspersonal darf in Frankreich gratis Zug fahren +++

(23.03.2020, 13:40 Uhr)

Französische Ärzte, Krankenschwestern und Pfleger dürfen in der Coronavirus-Krise gratis Zug fahren. Das gilt für TGV-Hochgeschwindigkeitszüge wie für Intercitys, wie die staatliche Bahngesellschaft SNCF am Montag mitteilte. Dafür müssen die Gesundheitsmitarbeiter eine Bescheinigung ihrer Arbeitgeber vorlegen, dass sie zum Dienst in einem anderen Landesteil fahren. (AFP)

Mehr zu diesem Thema

+++ Scholz und Altmaier informieren über Sonderkredite +++

(23.03.2020, 13:31 Uhr)

Die Pressekonferenz von Finanzminister Scholz und Wirtschaftsminister Altmaier über das Sonderkreditprogramm der Regierung zum Nachschauen:

+++ Schwerer Schlag für Nepal: 40.000 Wanderarbeiter können nicht mehr arbeiten +++

(23.03.2020, 13:27 Uhr)

Mindestens 40.000 nepalesische Wanderarbeiter können aufgrund von Einreisebeschränkungen wegen der Corona-Krise nicht in ihre Gastländer einreisen. Betroffen seien Arbeiter, die zum ersten Mal ins Ausland wollten und solche, die gerade im Heimaturlaub gewesen seien und kurz vor der Abreise gestanden hätten, sagte Bishnu Gaire, der Präsident der Dachorganisation der nepalesischen Agenturen, die Wanderarbeiter vermitteln, der Deutschen Presse-Agentur.

Für das arme Land Nepal machen Geldüberweisungen seiner Wanderarbeitern knapp 30 Prozent des Bruttoinlandprodukts aus. Die meisten arbeiten in Katar, Saudi-Arabien und Malaysia, Frauen meist als Hausangestellte, Männer oft im Bau, in der Landwirtschaft oder als Wächter.

Inzwischen haben jedoch die meisten Länder, wo nepalesische Wanderarbeiter gewöhnlicherweise arbeiten, ihnen die Einreise verboten. Etliche Baustellen wurden geschlossen, wie örtliche Medien weiter berichteten. Vor dem Ausbruch des neuartigen Coronavirus verließen täglich rund 1100 nepalesische Wanderarbeiter ihr Heimatland, heißt es aus dem nepalesischen Amt für ausländische Arbeit. (dpa)

+++ Norwegen will Corona-Fonds unter UN-Führung aufbauen +++

(23.03.2020, 12:47 Uhr)

Um Länder mit schwächeren Gesundheitssystemen in der Corona-Krise unterstützen zu können, hat Norwegen den Aufbau eines Hilfsfonds unter UN-Schirmherrschaft vorgeschlagen. Das Coronavirus habe sich mittlerweile auf alle Kontinente ausgebreitet und werde nicht zuletzt auch in den verwundbarsten Staaten ernsthafte Folgen haben, teilte das norwegische Außenministerium am Montag mit. Mit dem Fonds sollten die Vereinten Nationen besser dafür aufgestellt werden, Entwicklungsländer bei der Bewältigung der langfristigen Konsequenzen der Corona-Krise zu helfen. Die UN hätten den Vorschlag aufgegriffen und prüften ihn, hieß es aus Oslo.

Hintergrund des norwegischen Vorstoßes sind die Erfahrungen aus der Zeit des Ebola-Ausbruchs in Westafrika 2014. Bereits damals war den Angaben zufolge ein gemeinschaftlicher Fonds unter UN-Ägide aufgebaut worden, um die besonders betroffenen Länder zu unterstützen. Welche Länder oder Organisationen zu den Gebern für den Fonds zählen sollten, ließen die Norweger offen. Eine Ministeriumssprecherin sagte der Deutschen Presse-Agentur, Norwegen wolle sich finanziell daran beteiligen. Eine mögliche Summe konnte sie jedoch nicht nennen. (dpa)

+++ Russland ruft zu internationalem Kampf gegen Coronavirus auf +++

(23.03.2020, 12:33 Uhr)

Russland hat die internationale Staatengemeinschaft zur engeren Zusammenarbeit im Kampf gegen das Coronavirus aufgerufen. Kein Land alleine könne diese Pandemie besiegen, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge am Montag. Deshalb habe Präsident Wladimir Putin auch entschieden, Italien unter anderem Ärzte, technische Ausrüstung und Desinfektionsmittel zu schicken. Das russische Verteidigungsministerium hatte am Sonntag und in der Nacht zum Montag neun Militärflugzeuge mit Ausrüstung und Personal in den von der Pandemie besonders betroffenen Nato-Mitgliedsstaat Italien verlegt.

Nötig seien nun gemeinsame Anstrengungen, sagte Peskow. “Das ist sehr wichtig, weil wir alle in einem Boot sitzen und wir alle gemeinsam auf diese Herausforderung reagieren müssen.” Der Kremlsprecher bezeichnete es als positiv, dass sich in der Krise international so viel geholfen werde.

Nach Kreml-Angaben erwartet Russland keine Gegenleistung mit Blick auf die angespannten Beziehungen zum Westen. Es gehe hier nicht um die Aufhebung der Sanktionen gegen Russland im Zuge des Ukraine-Konflikts. Allerdings verdiene die Idee, die Strafmaßnahmen angesichts der Corona-Krise zu beenden, Beachtung. Solche Restriktionen würden die ohnehin schwierige Lage – auch nach dem Preiscrash auf den Ölmärkten - nur weiter verschärfen. (dpa)

+++ Polizei im Saarland: Ausgangsbeschränkung wird weitgehend eingehalten +++

(23.03.2020, 12:31 Uhr)

Die wegen der Corona-Pandemie im Saarland verfügte Ausgangsbeschränkung hat gegriffen: “Sie wird im Großen und Ganzen eingehalten”, sagte der Sprecher des Landespolizeipräsidiums am Montag in Saarbrücken. Am Wochenende habe es “noch ein paar Auffälligkeiten” gegeben, bei denen die Polizei eingeschritten sei und bei “Uneinsichtigkeit” auch Anzeigen erstattet habe. Aber: “Der Großteil der Bevölkerung hat verstanden, was gemeint ist und hält sich auch daran.” Seit Samstag gilt im Saarland eine Ausgangsbeschränkung, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen.

Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) hatte am Samstag scharfe Polizeikontrollen zur Einhaltung der verfügten Ausgangsbeschränkung angekündigt. Laut Polizei sei damit gemeint gewesen, dass man nun nicht mehr nur den Zeigefinger erhebe, sondern eben auch im Fall der Fälle rechtliche Schritte einleite. (dpa)

+++ Hilfsaktion für Wohnungslose: Gabenzäune in immer mehr Städten +++

(23.03.2020, 12:07 Uhr)

Menschen ohne Wohnung sind aus mehreren Gründen besonders stark von der Coronakrise betroffen: Tafeln bekommen kaum noch Waren, Einnahmen durch Betteln brechen weg, und aufgrund ihrer Lebensumstände können sie kaum die Hygienemaßnahmen einhalten, um sich selbst vor einer Ansteckung zu schützen.

In immer mehr Städten richten deshalb Aktivsten seit einigen Tagen Gabenzäune an öffentlichen Plätzen ein, an denen solidarische Mitmenschen Lebensmittel und Hygieneprodukte sicher verpackt in Plastiktüten bereitstellen können.

+++ Keine Ermittlungen nach neun Toten in Würzburger Pflegeheim +++

(23.03.2020, 12:04 Uhr)

Nach dem Tod von neun Menschen aus einem Würzburger Pflegeheim durch eine Infektion mit dem neuen Coronavirus gibt es bisher keine Hinweise auf eine Straftat. “Es gibt aktuell keinen Grund, Ermittlungen zu führen”, sagte eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Unterfranken am Montag. Man sei mit der betroffenen Pflegeeinrichtung aber weiter in Kontakt - dies sei üblich, wenn Menschen mit einer Covid-19-Erkrankung stürben.

Auch die Staatsanwaltschaft Würzburg ist bislang in keinen durch das Virus verursachten Todesfall in ihrem Zuständigkeitsbereich eingebunden. “Nach hiesiger Kenntnis handelt es sich um Todesfälle aus medizinischer Ursache”, teilte die Behördensprecher mit Blick auf die neun Toten des Würzburger Heims mit. Anhaltspunkte für strafbares Verhalten Dritter oder Anzeigen gebe es bisher nicht. (dpa)

+++ Bundesbank: Abgleiten in “ausgeprägte” Rezession nicht zu verhindern +++

(23.03.2020, 12:00 Uhr)

Die Bundesbank rechnet wegen der Coronavirus-Krise mit einer “ausgeprägten” Rezession in Deutschland. Die Maßnahmen zu Eindämmung der Infektionszahlen hätten massive wirtschaftliche Auswirkungen, hieß es im am Montag veröffentlichten aktuellen Monatsbericht der Notenbank. “Das Abgleiten in eine ausgeprägte Rezession ist nicht zu verhindern.” Eine wirtschaftliche Erholung werde erst einsetzen, wenn die Pandemiegefahr wirksam eingedämmt sei.

“Voraussichtlich werden die Auswirkungen der Pandemie die Wirtschaftsleistung mindestens in der ersten Jahreshälfte massiv beeinträchtigen”, hieß es im Bericht. Am stärksten betroffen seien eher binnenwirtschaftlich orientierte, konsumnahe Dienstleistungen, die bislang die Konjunktur gestützt haben. Dazu zählt die Notenbank das Gastgewerbe, die Unterhaltungsbranche, aber auch Messebetriebe und Luftfahrtunternehmen. Hinzu kämen auch bei anderen Unternehmen mögliche Arbeits- und Umsatzausfälle infolge von Schutz- und Vorsichtsmaßnahmen. Zudem dürfte die Nachfrage nach deutschen Exporten in den von der Pandemie besonders betroffenen Ländern erheblich zurückgehen. Ebenso drohen Lieferengpässe aus diesen Ländern. (dpa)

+++ Deutsche Bank schließt vorübergehend 200 Filialen für Kundenverkehr +++

(23.03.2020, 11:24 Uhr)

Die Deutsche Bank schließt als Sicherheitsmaßnahme in Zeiten der Corona-Pandemie vorübergehend über 200 Filialen in Deutschland für den Kundenverkehr. Von diesem Dienstag (24.3.) an werde das bundesweite Filialnetz bis auf Weiteres von mehr als 500 auf rund 290 verkleinert, teilte Deutschlands größtes Geldhaus am Montag in Frankfurt mit. Ziel sei, dennoch für Kunden im ganzen Bundesgebiet gut erreichbar zu sein.

Bei Schließung eines Standortes werden dessen Dienstleistungen von den nächstgelegenen Deutsche-Bank-Filialen oder vom mobilen Vertrieb übernommen. Die Selbstbedienungs-Bereiche der vorübergehend für den Kundenverkehr geschlossenen Filialen bleiben zugänglich und werden - sofern ein Geldautomat vorhanden ist - weiterhin mit Bargeld versorgt. Auch andere Banken und Sparkassen haben ihre Filialnetze als Reaktion auf die Coronavirus-Ausbreitung vorübergehend ausgedünnt.

Die Deutsche Bank versicherte, die Versorgung mit Bargeld sei sichergestellt. Kunden können die Geldautomaten der sogenannten Cash Group (Deutsche Bank, Postbank, Commerzbank, Hypovereinsbank) wie gewohnt nutzen. Zudem erhielten Kunden im gesamten Bundesgebiet Bargeld in vielen Supermärkten und bei Shell-Tankstellen. (dpa)

+++ Neustadt am Rennsteig in Thüringen unter Quarantäne +++

(23.03.2020, 11:45 Uhr)

Zur Eindämmung des Coronavirus ist die Gemeinde Neustadt am Rennsteig in Thüringen nun unter Quarantäne. Seit Sonntag und für zwei Wochen darf nun niemand mehr den Ortsteil der Landgemeinde Stadt Großbreitenbach verlassen, wie die Sprecherin der Kreisverwaltung des Ilm-Kreis, Doreen Huth, am Montag sagte. Auch betreten werden dürfe der etwa 900 Bewohner zählende Ort nahe Ilmenau nur noch in Ausnahmefällen und unter strengen hygienischen Sicherheitsvorkehrungen.

Man habe sich zu dem Schritt entschieden, weil sechs der am Montagmorgen bekannten elf Fälle im Kreis von bestätigten Infektionen aus dem Bereich Neustadt stammten, sagte Huth. “Dort hängen viele Kontaktpersonen daran.” Allein bis Sonntagabend hatte das Gesundheitsamt 69 Kontaktpersonen ausgemacht. Die Bewohner seien am Sonntagabend via Lautsprecher über die Allgemeinverfügung informiert worden. Zu den Ausnahmen gehörten etwa Pflegedienste, Rettungsdienste, Feuerwehr und Polizei. Wie die sonstige Versorgung der Bewohner in der Zeit sichergestellt wird, berät nun ein Krisenstab. (dpa)

+++ Spaniens königliche Garde soll im Kampf gegen Coronavirus helfen +++

(23.03.2020, 11:38 Uhr)

Spaniens König Felipe VI. hat der Regierung im Kampf gegen das Corona-Virus seine königliche Garde zur Verfügung gestellt. Der 52-Jährige habe Verteidigungsministerin Margarita Robles in einem Telefonat über die Unterstützung der “Guardia Real” unterrichtet, twitterte das Königshaus. Die Garde umfasst etwa 1500 Männer und Frauen, die normalerweise für den Schutz des Königs und seiner Familie verantwortlich sind.

Im besonders schwer von der Krise betroffenen Spanien sind bereits Tausende Soldaten im Einsatz, um bei der Eindämmung des Virus zu helfen. Die Militärische Nothilfeeinheit UME, Heer und Marine überwachen unter anderem die Einhaltung der Ausgangssperre, verhindern Menschenaufläufe (etwa in U-Bahnstationen oder Hauptbahnhöfen) und desinfizieren öffentliche Einrichtungen. (dpa)

+++ Syrien meldet ersten Coronavirus-Fall +++

(23.03.2020, 11:27 Uhr)

Als eines der letzten Länder in der arabischen Welt hat auch Syrien seinen ersten Coronavirus-Fall gemeldet. Betroffen davon sind die Gebiete unter Kontrolle der Regierung. Es handele sich um eine etwa 20 Jahre alte Person, die aus dem Ausland eingereist sei, erklärte der syrische Gesundheitsminister Nisar Yasidschi, wie die staatliche Agentur Sana am Sonntagabend meldete. Aus welchem Land der Patient nach Syrien gekommen ist, blieb zunächst unklar.

In dem wirtschaftlich geschwächten Bürgerkriegsland herrscht große Sorge, dass sich das neuartige Virus Sars-CoV-2 verbreiten könnte. Vor allem unter den Hunderttausenden Vertriebenen in den verbliebenen Gebieten unter Kontrolle von Regierungsgegnern könnte ein Ausbruch verheerende Folgen haben. Allein seit Anfang Dezember ist nach UN-Angaben fast eine Million Menschen im Nordwesten Syriens vor Kämpfen und Bombardierungen Richtung Grenze der Türkei geflohen.

In den dortigen Rebellengebieten herrscht große humanitäre Not. Es fehlt an Essen, Unterkünften, Heizmaterial, aber vor allem an medizinischer Versorgung. Viele Kliniken wurden bei Luftangriffen Syriens oder seines Verbündeten Russland beschädigt und sind außer Betrieb. Hilfsorganisationen warnen, sollte sich das Virus dort ausbreiten, könnten viele Menschen sterben. Die Kontakte zwischen den Gebieten der Regierung und Rebellen sind jedoch sehr begrenzt. (dpa)

+++ Sonderkreditprogramm für Firmen startet +++

(23.03.2020, 11:19 Uhr)

In der Coronavirus-Krise ist am Montag ein Sonderkreditprogramm der staatlichen Förderbank KfW an den Start gegangen. Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sagte laut Mitteilung, es komme nun darauf an, den Unternehmen schnell und unbürokratisch zu helfen und Liquidität zu sichern. “Die Auszahlung erfolgt schnellstmöglich, denn wir wissen, dass für viele Unternehmen jede Woche zählt.” Anträge sollten schnell und unbürokratisch abgewickelt werden.

Die Kreditbedingungen seien nochmals verbessert worden. Niedrigere Zinssätze und eine vereinfachte Risikoprüfung der KfW bei Krediten bis zu 3 Millionen Euro sollten weitere Erleichterung für die Wirtschaft schaffen. Eine höhere Haftungsfreistellung durch die KfW von bis zu 90 Prozent bei Betriebsmitteln und Investitionen von kleinen und mittleren Unternehmen sollten Banken und Sparkassen die Kreditvergabe erleichtern. Nach Angaben einer KfW-Sprecherin sind die ersten Anträge bei der Förderbank eingegangen und wurden bei Krediten von bis zu 3 Millionen Euro auch bereits automatisiert zugesagt.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) sagte: “Wir schützen unser Land, die Beschäftigten und die Unternehmen mit einem beispiellosen Hilfsprogramm. Zusammen mit der KfW sorgen wir dafür, dass die Unternehmen auch in der Krise liquide bleiben.” (dpa)

+++ Großteil von Lettlands Regierung in Selbstisolation +++

(23.03.2020, 11:16 Uhr)

In Lettland hat sich ein Großteil der Regierung auf Anraten der Gesundheitsbehörden in Selbstisolation begeben. Nach Angaben der Staatskanzlei in Riga sind auf Empfehlung des staatlichen Zentrums für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten 9 von 13 Kabinettsmitgliedern in häuslicher Quarantäne - darunter auch Ministerpräsident Krisjanis Karins. Die Regierungsarbeit werde aus der Ferne ohne persönliche Treffen fortgesetzt. Auch Pressekonferenzen sollen virtuell abgehalten werden, sagte eine Sprecherin am Montag. Ministerpräsident Karins hatte bereits am Samstag mitgeteilt, dass er sich in Selbstisolation begeben werde.

Hintergrund ist die Infizierung eines Abgeordneten des lettischen Parlaments. Dieser hatte am Samstag mitgeteilt, dass bei ihm das Virus nachgewiesen wurde. Der Parlamentarier hatte Kontakt mit Regierungsvertretern und nahm auch an einer der jüngsten Sitzungen der Volksvertretung Saeima teil. Alle Parlamentsabgeordneten und Kabinettsmitglieder werden sich daher einem Test unterziehen.

Staatspräsident Egils Levits hat wegen der außergewöhnlichen Situation ein Treffen der Leiter der Verfassungsorgane des baltischen EU- und Nato-Landes einberufen. Verfassungsrechtliche Probleme sah er zunächst nicht. Parlament und Regierung seien handlungsfähig, auch wenn sie nicht physisch zusammenkommen könnten, sagte Levits im lettischen Fernsehen. Rechtsexperten äußerten dieselbe Ansicht. (dpa)

+++ Macron bedankt sich für europäische Solidarität +++

(23.03.2020, 11:14 Uhr)

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hat sich für die grenzübergreifende Unterstützung anderer Länder im Kampf gegen das Coronavirus bedankt. “Vielen Dank an unsere europäischen Nachbarn”, schrieb Macron am Montag auf Twitter mit Blick auf die Aufnahme-Angebote für französische Notfallpatienten aus der Region Grand Est aus den Bundesländern Baden-Württemberg, Saarland und Rheinland-Pfalz sowie aus der Schweiz und Luxemburg. “Europäische Solidarität rettet Leben”, schrieb Macron.

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) hatte am Sonntag angekündigt, im Rahmen der Kapazitäten und Möglichkeiten Beatmungsplätze für schwerkranke französische Coronavirus-Patienten zur Verfügung zu stellen. Auch in Baden-Württemberg erklärten sich nach Angaben des Wissenschaftsministeriums vier Universitätskliniken bereit, Patienten aus dem benachbarten Elsass aufzunehmen.

Vor allem im Département Haut-Rhin und in der gesamten ostfranzösischen Region Grand Est ist die Zahl der Corona-Infektionen dramatisch gestiegen. Der regionalen Gesundheitsbehörde zufolge werden dort derzeit fast 2000 Menschen in Krankenhäusern behandelt, davon 480 auf Intensivstationen. In der Region sind demnach seit Beginn der Corona-Pandemie mehr als 270 Menschen gestorben. (dpa)

+++ RKI-Chef: Maßnahmen zeigen wohl erste Effekte - Kurve flacht etwas ab +++

(23.03.2020, 10:45 Uhr)

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat sich vorsichtig optimistisch gezeigt, dass sich der Anstieg der Coronavirus-Fallzahlen in Deutschland leicht abschwächt. “Wir sehen den Trend, dass die exponentielle Wachstumskurve sich etwas abflacht”, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Montag in Berlin und berief sich auf tägliche Analysen. Für eine definitive Bewertung sei es jedoch zu früh, wahrscheinlich sei dies erst am Mittwoch möglich.

“Aber ich bin optimistisch, dass diese Maßnahmen schon jetzt sichtbar sind - was sehr früh ist, weil sie ja erst seit einer Woche wirklich gefahren werden”, sagte Wieler. Außerdem schließt das RKI demnach aus Handydaten, dass sich die Mobilität in Deutschland zuletzt schon reduziert hat - aber es reiche noch nicht, sagte Wieler. Dieser Effekt werde sich nun aber durch die am Sonntag verkündeten Maßnahmen verstärken.

Dem RKI wurden bisher mehr als 22.600 nachgewiesene Infektionen aus den Bundesländern gemeldet, wie Wieler ausführte, darunter 86 Todesfälle. Allerdings hätten am Wochenende nicht alle Ämter Daten übermittelt, so dass die Fallzahlen tatsächlich bereits weiter angestiegen sein dürften. Mindestens rund 2800 Menschen seien anhand vorliegender Daten genesen, sagte Wieler. Tatsächlich gehe man aber davon aus, dass bereits mehr Patienten wieder gesund sind.

Neuigkeiten gibt es auch für Kliniken, die mit Personalengpässen zu kämpfen haben: Das RKI habe neue Optionen zum Management von Kontaktpersonen unter medizinischem Personal bei Personalmangel veröffentlicht, sagte Wieler. “Medizinpersonal muss demnach nach engem ungeschütztem Kontakt zu Covid-19-Erkrankten nicht mehr so lange in Quarantäne und kann bei dringendem Bedarf in Klinik oder Praxis arbeiten, solange keine Symptome auftreten.” Kliniken sollten dies möglichst mit den Gesundheitsämtern absprechen. (dpa)

+++ Veranstaltungswirtschaft: Hilfsgelder fließen viel zu zögerlich +++

(23.03.2020, 10:42 Uhr)

Die deutsche Veranstaltungswirtschaft hat ihrem Verband zufolge wegen der Coronavirus-Pandemie bisher noch so gut wie keine Finanzhilfen vom Staat erhalten. Nach einer am Montag veröffentlichte Umfrage des Verbandes der Veranstaltungsorganisatoren (VDVO) haben bisher nur zwei der 424 Umfrageteilnehmer bereits Fördermittel bekommen. Der Verband hat dafür vor allem zwei Gründe ausgemacht: Zum einen seien die betreffenden Institutionen überlastet und könnten die Flut an Anfragen nicht schnell bearbeiten. Zum anderen bestehe eine große Unwissenheit, wie die Hilfen überhaupt umzusetzen sind.

Bernd Fritzges, Vorstandsvorsitzender des VDVO, erklärte dazu: “Der Schutzschild war das erste und richtige Zeichen, die Menschen zu beruhigen und zu signalisieren, dass sie nicht im Stich gelassen werden. Was seitdem jedoch fehlt, sind die Umsetzer.” Fritzges zufolge verhindern rechtliche Vorgaben die ausreichende Hilfe durch Banken. Als Beispiel nannte er die Eigenkapital- und Ratingvorschriften der Europäischen Union. “Es muss jedem auch klar sein, dass zur Verfügungstellung von Liquiditätshilfen Europäisches und Nationales Recht in dieser Notsituation gebrochen werden muss und wir uns hinterher über die Konsequenzen Gedanken machen können. Es scheint nur keiner den ersten Schritt zu wagen.” (dpa)

+++ Live: Coronavirus-Update des Robert Koch-Instituts +++

(23.03.2020, 10:21 Uhr)

Die Pressekonferenz des Robert Koch-Instituts zum Nachschauen:

+++ Schwesig: Keine “Machtspiele und Schaulaufen” in Corona-Krise +++

(23.03.2020, 09:59 Uhr)

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat andere Politiker davor gewarnt, die Corona-Krise zur Profilierung zu nutzen. “Ich kann nur an alle appellieren, an alle Politiker, dass Machtspiele und Schaulaufen in so einer Situation nichts in diesen Entscheidungen zu suchen haben”, sagte die SPD-Politikerin am Montag im Deutschlandfunk. Es gelte nun vielmehr, jetzt parteiübergreifend und länderübergreifend zusammenzuhalten.

Am Vortag hatten Bund und Länder ein Kontaktverbot beschlossen, um die Ausbreitung des Coronavirus eindämmen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will aber an eigenen, noch strengeren Regelungen festhalten, die Bayern schon vorab am Freitag beschlossen hatte. Andere Länderchefs hatten dies als nicht abgestimmtes Vorpreschen gerügt.

“Ich finde, wir sind gar nicht so weit auseinander”, sagte Schwesig. Sie habe “volles Verständnis dafür”, dass ein großer Druck auf Söder liege, weil die Lage in Bayern “wesentlich kritischer” sei als in anderen Ländern. Als amtierender Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz habe Söder aber die Möglichkeit, die Amtskollegen jederzeit zusammenzuschalten, um miteinander zu reden. “Ich glaube, es ist einfach wirklich wichtig, dass alle zusammenrücken und nicht der Eindruck in der Öffentlichkeit entsteht, hier macht jeder sein Ding.” Niemand habe “die Weisheit mit Löffeln gefressen”. (dpa)

+++ Jutta Ditfurth an COVID-19 erkrankt +++

(23.03.2020, 09:45 Uhr)

Grünen-Mitbegründerin Jutta Ditfurth (heute ÖkoLinX) ist mit dem Coronavirus infiziert. Das teilte die Frankfurter Stadträtin am Sonntag auf Facebook mit.

+++ Airbus fordert Hilfe für Fluggesellschaften +++

(23.03.2020, 09:13 Uhr)

Der Flugzeugbauer Airbus fordert in der Coronavirus-Krise eine “starke Unterstützung” der Airlines durch die Staaten. Die Fluggesellschaften seien direkt betroffen, beispielsweise durch Reisebeschränkungen, sagte Airbus-Konzernchef Guillaume Faury am Montag bei einer kurzfristig angesetzten Telefonkonferenz in Toulouse. “Wir ersuchen keine direkte Hilfe der Regierungen für Airbus”, fügte Faury hinzu.

Unterstützung für Zulieferer, die in Schwierigkeiten gerieten, sei aber sinnvoll. “Das ist eine sehr komplizierte Branche”, sagte Faury. Ein Flugzeug habe bis zu 500.000 Einzelteile. “Es ist unsere Verantwortung, jetzt zu handeln”, sagte Faury und wies auf die neue Kreditlinie über 15 Milliarden Euro hin, mit der der Hersteller sich weitere Liquidität sichern will. “Ich bin überzeugt, dass Airbus und die Luft- und Raumfahrtindustrie als Ganzes diese kritische Phase überwinden werden”, so Faury. (dpa)

+++ Erneut keine Coronavirus-Ansteckungen innerhalb Chinas +++

(23.03.2020, 08:55)

China hat erneut keine Ansteckungen mit dem neuartigen Coronavirus innerhalb des Landes registriert. Es seien allerdings 39 Neuinfektionen bei aus dem Ausland eingereisten Menschen festgestellt worden, teilte die Nationale Gesundheitskommission am Montag mit. Jeweils zehn Fälle wurden aus Peking und Shanghai gemeldet.

Neun weitere Infizierte starben demnach in der Volksrepublik - alle in der Millionenmetropole Wuhan, wo die Pandemie im Dezember ihren Anfang genommen hatte. Seitdem infizierten sich in Festlandchina mehr als 81.000 Menschen, 3270 Infiziert starben.

Nach drastischen Eindämmungsmaßnahmen ging die Zahl der Neuinfektionen in China massiv zurück. Mittlerweile bereiten den Behörden nach eigenen Angaben insbesondere die aus dem Ausland eingeschleppten Infektionen Sorgen.

+++ Italien fährt Produktion weiter runter +++

(23.03.2020, 08:32 Uhr)

Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, müssen in Italien seit Montag weitere Teile der Wirtschaft ihre Arbeit stoppen. Die Regierung hatte am Wochenende beschlossen, dass die nicht-lebenswichtige Produktion heruntergefahren werden soll. Allerdings erließ das Kabinett in dem am Sonntag unterschriebenen Dekret auch eine lange Liste von Ausnahmen vom Verbot.

Zugleich keimte in dem besonders hart von der Corona-Welle getroffenen Land erste vorsichtige Hoffnung auf, dass die bestehenden Ausgangssperren und Ladenschließungen allmählich Wirkung zeigen könnten: Der Zivilschutz hatte am Sonntagabend zwar immer noch rund 650 neue Tote im Zusammenhang mit dem Sars-CoV-2-Erreger binnen 24 Stunden gemeldet - doch die Zahl lag unter der am Samstagabend berichteten Zahl von fast 800 Toten.

Insgesamt wurden in Italien seit Februar bis zum Sonntag mehr als 59 000 Infizierte erfasst. Auch bei der Infizierten-Zahl war die Steigerung geringer gewesen als am Vortag. Insgesamt starben in Italien 5476 meist ältere Menschen bei der Virus-Welle. (dpa)

+++ Welthungerhilfe warnt vor massiven Folgen in Afrika +++

(23.03.2020, 08:10)

Die Welthungerhilfe hat angesichts des sich ausbreitenden Coronavirus vor drastischen Folgen für Afrika und andere Entwicklungsländer gewarnt. "Es ist davon auszugehen, dass wir in den nächsten Wochen und Monaten dort viele Tote beklagen müssen", sagte die Präsidentin der Welthungerhilfe, Marlehn Thieme, der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

"Damit werden auch Existenzen vernichtet, und die Armut könnte nicht zuletzt wegen der verheerenden wirtschaftlichen Folgen der Pandemie dort weiter ansteigen", sagte Thieme. Das Virus werde sich vor allem dort verheerend auswirken, wo es ein schlechtes oder kaum funktionierendes Gesundheitssystem gebe.

+++ Greenpeace fordert 'grünen Marshallplan' in der Corona-Krise +++

(23.03.2020, 07:35)

Die Umwelt-Organisation Greenpeace fordert in der Corona-Krise, Deutschland mit den geplanten milliardenschweren Wirtschaftshilfen sozialer und klimafreundlicher zu machen. Die Bundesregierung solle das Konjunkturprogramm "als grünen Marshallplan gestalten", teilte Greenpeace am Montag mit. "Die gewaltigen staatlichen Hilfen müssen kurzfristig soziale und wirtschaftliche Verwerfungen auffangen, sagte Greenpeace-Klimaexperte Tobias Austrup. "Klug gewählt, können die weiteren Konjunkturprogramme das Land entscheidend voranbringen beim Aufbau einer zukunftsfähigen Wirtschaft. Deutschland braucht einen neuen, grünen Marshallplan."

Der Marshallplan war nach dem Zweiten Weltkrieg ein großes Konjunktur- und Hilfsprogramm der USA, das Deutschland und anderen Staaten in Europa half. 

+++ IOC und Japans Premier sprechen von Olympia-Verschiebung +++

(23.03.2020, 06:35)

Die Anzeichen für eine historisch einmalige Verschiebung von Olympischen Sommerspielen wegen der Coronavirus- Pandemie mehren sich. Nachdem das Internationale Olympische Komitee (IOC) am Sonntag erstmals Gedankenspiele dieser Art zugelassen und sich selbst einen Vier-Wochen-Zeitraum für die Entscheidung gegeben hatte, sprach auch Japans Premierminister Shinzo Abe von einer Verschiebung der Sommerspiele in seinem Land. Vor dem Parlament in Tokio sagte er am Montag, dass damit gerechnet werden müsse. Von einer Absage könne aber keine Rede sein.

"Es ist schwierig, Spiele unter diesen Umständen abzuhalten, wir müssen über eine Verschiebung entscheiden, wobei die Gesundheit der Athleten oberste Priorität hat", sagte Premierminister Abe. Die endgültige Entscheidung aber liege beim IOC.

Kanadas Olympisches Komitee (COC) erhöhte den Druck auf das IOC weiter und gab als erstes Land bekannt, dass man in diesem Sommer wegen der Corona-Krise auf eine Entsendung von Sportlern verzichten werde.

Mehr dazu lesen Sie hier

+++ Fast 330.000 Corona-Fälle und knapp 14.400 Tote weltweit +++

(23.03.2020, 06:00)

Trotz des weltweiten Kampfes gegen die neuartige Lungenkrankheit Covid-19 haben sich nach Angaben von US-Experten fast 330 000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Knapp 14 400 Covid-19-Tote seien bisher gezählt worden, berichteten die Wissenschaftler der US-Universität Johns Hopkins am Sonntag weiter.

Mehr dazu lesen Sie hier

Grafik-Karte Nr. 100736, Hochformat 90 x 135 mm, Karte: Covid-19 in Deutschland - Infizierte und Tote nach Bundesländern, Grafik: J. Reschke, Redaktion: M. Lorenz Die Zahlen beruhen auf einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur, die die gemeldeten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Andere Quellen veröffentlichen unter Umständen abweichende Daten. Die Karte wird täglich Mo bis Fr gegen 17.30h aktualisiert.

+++ Virus-Schock dürfte Dax weiter heftig schwanken lassen +++

(23.03.2020, 05:45)

Trotz der rasanten und massiven Kursverluste am deutschen Aktienmarkt bleibt eine rasche Erholung ungewiss. Solange die Corona-Krise wütet und die Zahl der Infizierten europaweit und in den USA weiter steigt, solange das Wirtschafts- und gesellschaftliche Leben in immer mehr Ländern zum Erliegen kommt, will keiner eine Prognose wagen.

Vielmehr dürften die Schwankungen für das deutsche Börsenbarometer Dax, den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 und die US-Börsen auch in der neuen Woche weiter stark bleiben. Zu groß ist die Unsicherheit. Die erste Indikationen der Woche deuten auf weitere Verluste am deutschen Aktienmarkt hin.

Der Broker IG taxierte den Dax knapp drei Stunden vor Start des Xetra-Handels auf 8354 Punkte und damit etwas mehr als sechs Prozent unter dem Freitagsschluss. In Deutschland hatten sich Bund und Länder am Sonntag auf neue Maßnahmen geeinigt, so sind Ansammlungen von mehr als zwei Personen nun verboten.

EU-Außenminister beraten über Rückholaktionen für Gestrandete

(23.03.2020, 05:40)

Die EU-Außenminister beraten am Montag (11.00 Uhr) über die Rückholaktionen für Hunderttausende EU-Bürger, die wegen der Corona-Krise im Ausland gestrandet sind. Zugleich soll es in der Videoschalte um die geopolitischen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie gehen. Für Deutschland nimmt Außenminister Heiko Maas an den Gesprächen teil.

Deutschland hatte wegen der Corona-Krise die größte Rückholaktion in der Geschichte der Bundesrepublik gestartet. Bis Freitag wurden zusammen mit den Reiseveranstaltern und der Lufthansa bereits 96 000 Touristen zurückgeholt. Es sei mittlerweile davon auszugehen, dass es um bis zu 200 000 deutsche Touristen im Ausland gehe, sagte Maas. Auch die EU bemüht sich, Menschen aus anderen Weltregionen zurück nach Europa zu bringen.

+++ Kabinett will umfassende Corona-Notpakete beschließen +++

(23.03.2020, 05:40)

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus will das Bundeskabinett am Montag umfassende Maßnahmen beschließen. Dabei geht es um große Schutzschirme für Unternehmen, Beschäftigte und Kliniken. Geplant sind umfangreiche Rechtsänderungen.

Im Schnellverfahren soll am Mittwoch bereits der Bundestag zustimmen, am Freitag der Bundesrat.

Mehr dazu lesen Sie hier

+++ 10 000 Corona-Infektionen in New York City befürchtet +++

(23.03.2020, 05:00)

In New York City steigt die Zahl der Coronavirus- Infizierten weiter stark an. "Wir befinden uns an der Schwelle von 10 000 Fällen", teilte der Bürgermeister von New York am Sonntag mit. Bill de Blasio sprach von einer schockierenden Zahl im "Epizentrum" der Corona-Pandemie in den USA und warnte vor einer "neuen Realität", die Wochen oder Monate andauern werde. Auf die mit knapp neun Millionen Einwohnern größte Stadt in den USA kommen damit rund ein Drittel der erfassten Covid-19-Fälle in den Vereinigten Staaten.

In dem besonders betroffenen US-Bundesstaat New York stieg die Zahl der Infizierten nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität bis Sonntagabend (Ortszeit) auf knapp 15 800, 117 Menschen sind in dem Staat bereits an Covid-19 gestorben. Mehr Tests haben die Zahl der Corona-Fälle in New York in den letzten Tagen hochschnellen lassen.

Mehr dazu lesen Sie hier

+++ Corona-Hilfspaket vorerst im US-Senat gescheitert +++

(23.03.2020, 00:15)

Das zur Bekämpfung der Corona-Krise geplante gigantische US-Hilfspaket ist vorerst im Senat gescheitert. Bei einer ersten Abstimmung über die Eröffnung der Debatte zu dem Vorhaben verweigerten am Sonntag die oppositionellen Demokraten ihre Zustimmung: Statt der notwendigen 60 gab es nur 47 Ja-Stimmen und ebenso viele Nein-Stimmen.

Die abschließende Abstimmung über das bis zu zwei Billionen Dollar (1,869 Billionen Euro) schwere Hilfspaket sollte eigentlich am Montag stattfinden. Wegen des anhaltenden Widerstands der Demokraten warnten die Republikaner vor einem Kurssturz an den US-Aktienmärkten am Montag. Die Demokraten hatten moniert, dass das Hilfspaket nicht genügend Hilfen für Arbeitnehmer und Privathaushalte vorsehe.

Mehr dazu lesen Sie hier 

—————————————————-

Alle Meldungen vom Vortag sehen Sie hier:

+++ Klinische Tests von vier Mitteln gegen Coronavirus in Europa begonnen +++

(22.03.2020, 23:59) 

In Europa beginnen klinische Tests von vier experimentellen Methoden zur Behandlung von Covid-19. Bei den Tests an rund 3200 Versuchspersonen kämen die Mittel Remdesivir, Lopinavir sowie Ritonavir mit oder ohne die Wirkstoffe Interferon Beta und Hydroxychloroquin zum Einsatz, teilte die französische staatliche Forschungseinrichtung Inserm am Sonntag mit. (AFP)

Mehr Infos dazu gibt es hier

+++ Tempelberg in Jerusalem wegen Corona-Krise geschlossen +++

(22.03.2020, 23:50) 

Aus Angst vor einer Ausbreitung des Coronavirus ist der Tempelberg in Jerusalem am Sonntag bis auf Weiteres geschlossen worden. Das teilten die zuständigen Religionsbehörden mit. Die Muslime wurden in einer am Abend verbreiteten Mitteilung um Verständnis für diese Entscheidung gebeten. Sie sollten zunächst zu Hause beten. (dpa)

+++ Trump ordnet Entsendung von Notlazaretten an +++

(22.03.2020, 23:44) 

US-Präsident Donald Trump hat die Entsendung von Notlazaretten in die besonders vom neuartigen Coronavirus betroffenen Bundesstaaten New York, Washington und Kalifornien angeordnet. Die Katastrophenschutzbehörde FEMA und die Streitkräfte würden binnen der nächsten 48 Stunden mit der Auslieferung der Lazarette beginnen, sagte Trump am Sonntag im Weißen Haus. Damit sollten in New York zunächst rund 1000 zusätzliche Krankenhausbetten verfügbar sein, 2000 in Kalifornien und 1000 in Washington. (dpa)

+++ US-Konzern 3M baut Produktion von Atemschutzmasken massiv aus +++

(22.03.2020, 23:30) 

Der US-Mischkonzern 3M will seine Produktion hochwertiger Atemschutzmasken vom Typ N95 innerhalb eines Jahres auf eine Stückzahl von zwei Milliarden verdoppeln. Seit dem Beginn der Coronavirus-Pandemie sei die Produktion bereits auf 1,1 Milliarden Masken pro Jahr ausgeweitet worden, erklärte der Vorstandsvorsitzende Mike Roman am Sonntag. Zudem würden in Zusammenarbeit mit der Regierung Kooperationen geprüft, die Produktion mit Hilfe anderer Firmen noch weiter anzukurbeln. Mehr als 500 000 Atemschutzmasken seien jetzt auf dem Weg in die am schwersten betroffenen Gebiete in den USA.

Im Gegensatz zu chirurgischen Masken bieten N95-Masken den Trägern bei korrekter Nutzung weitgehenden Schutz vor möglicherweise infektiösen Partikeln wie Bakterien oder Viren in der Luft. Die Masken sollen 95 Prozent der Aerosole herausfiltern. (dpa)

+++ Syrien meldet erste Coronavirus-Infektion +++

(22.03.2020, 23:21)

Das Bürgerkriegsland Syrien hat seinen ersten Fall einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gemeldet. Die Infektion sei bei einem aus dem Ausland eingereisten Menschen festgestellt worden, sagte der syrische Gesundheitsminister Nisar Yasidschi am Sonntag im Staatsfernsehen. Die notwendigen Schritte für seine Behandlung seien eingeleitet worden. (AFP)

+++ Erster US-Senator positiv auf Coronavirus getestet +++

(22.03.2020, 22:46) 

Mit dem Republikaner Rand Paul ist erstmals ein US-Senator positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Ein Mitarbeiter des 57-jährigen Politikers teilte am Sonntag mit, Paul zeige zwar keine Symptome, stehe wegen der nachgewiesenen Infektion aber unter Quarantäne. Er habe sich wegen seiner zahlreichen Reisen und Veranstaltungen vorsichtshalber testen lassen. Ihm sei kein Kontakt mit einem infizierten Menschen bewusst. (AFP)

Mehr Infos dazu gibt es hier

+++ Fluggesellschaft Emirates fliegt doch noch 13 Länder an

(22.03.2020, 22:20) 

Die Fluggesellschaft Emirates hat ihre Entscheidung revidiert, wegen der Coronavirus-Pandemie ihren gesamten Flugbetrieb einzustellen. Das Unternehmen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten teilte am Sonntagabend in Dubai mit, 13 Länder würden weiterhin angeflogen, darunter Großbritannien, die Schweiz und die USA. (AFP)

Das steckt dahinter

+++ Wohnzimmerkonzert: Popmusiker singen online für Fans +++

(22.03.2020, 22:04) 

Mit einem wegen der Coronavirus-Krise etwas anderen Musikfestival haben mehrere Popmusiker ihre Fans in der häuslichen Isolation begleitet. Sänger wie Johannes Oerding, Max Giesinger, Lotte oder Nico Santos spielten am Sonntagabend insgesamt vier Stunden lang zu Hause und streamten die Auftritte online. Beim «#Wirbleibenzuhause-Festival» schalteten zeitweise bis zu 70 000 Instagram-Nutzer auf dem jeweiligen Profil der Künstler ein. (dpa)

+++ Labor wertet Coronavirus-Proben nicht aus - Nachtestungen nötig +++

(22.03.2020, 21:59) 

In einem Labor in Baden-Württemberg sind rund 2000 Proben auf eine Infektion mit dem Coronavirus liegengeblieben und müssen nun voraussichtlich zum Großteil wiederholt werden. Der privaten Einrichtung hätten für den Test notwendige Chemikalien gefehlt, daher seien die Proben nicht analysiert worden und seien nun zum Teil nicht mehr verwertbar, teilten das baden-württembergische Gesundheitsministerium und mehrere Landkreise am Sonntagabend mit. Sie waren zuvor selbst von dem Labor informiert worden waren. Etwa die Hälfte der Proben stamme allein aus dem Kreis Tübingen, der Rest aus den Landkreisen Biberach, Ravensburg und dem Bodenseekreis. (dpa)

+++ Erster Coronavirus-Toter in Tschechien +++

(22.03.2020, 21:52) 

Das neuartige Coronavirus hat ein erstes Opfer in Tschechien gefordert. Der 95 Jahre alte Patient sei am Sonntagabend gestorben, teilte das behandelnde Krankenhaus in Prag mit. Bei ihm sei vor vier Tagen die Lungenkrankheit Covid-19 festgestellt worden. Der Mann habe zudem an chronischen Gesundheitsproblemen im Zusammenhang mit seinem hohen Alter gelitten. «Das ist eine ungeheuer traurige Nachricht», sagte Gesundheitsminister Adam Vojtech im öffentlich-rechtlichen Fernsehen CT. Sie komme indes angesichts der zunehmenden Ausbreitung der Krankheit nicht unerwartet.

In Tschechien gab es bis Sonntagabend 1120 bestätigte Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus. Davon werden 19 Menschen auf den Intensivstationen der Krankenhäuser behandelt. Die Regierung hat den Notstand ausgerufen und die Bewegungsfreiheit der Leute eingeschränkt. Es gilt ein weitgehendes Ein- und Ausreiseverbot. (dpa)

+++ USA: Mehr als 100 Corona-Todesopfer binnen 24 Stunden +++

(22.03.2020, 21:47)

Durch die Coronavirus-Pandemie sind in den USA binnen 24 Stunden mehr als 100 Menschen gestorben. Damit stieg die Zahl der Corona-Todesopfer in den Vereinigten staaten auf 389, wie aus einer Aufstellung der Johns--Hopkins-Universität in Baltimore hervorgeht. Die meisten Todesopfer wurden demnach in den Bundesstaaten New York (114), Washington (94) und Kalifornien (28 Tote) registriert. Landesweit steckten sich mehr als 32.000 Menschen mit dem Virus an. (AFP)

+++ Facebook und Instagram wollen Internet entlasten +++

(22.03.2020, 21:43)

Um das Internet in der Corona-Krise zu entlasten, werden nun auch Facebook und Instagram die Bildqualität von Videos in Europa verringern. Das teilte ein Sprecher des Mutterunternehmens der beiden Online-Netzwerke am Sonntag mit. Zuvor hatten bereits der Film- und Serien-Anbieter Netflix und das Video-Portal YouTube ähnliche Maßnahmen angekündigt. (AFP)

Mehr Infos dazu gibt es hier

+++ Gibraltar verhängt 30-tägige Ausgangssperre +++

(22.03.2020, 21:25)

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus hat auch Gibraltar am Sonntag eine weitgehende Ausgangssperre angekündigt. Bürger dürften ab Dienstag nur noch zur Arbeit oder zum Einkaufen aus dem Haus, teilte die Regierung des britischen Überseegebiets an der Südspitze der iberischen Halbinsel mit. Die Menschen dürfen nur noch maximal mit einem Mitbewohner aus dem gleichen Haushalt hinaus, jedoch können sie - anders als in Spanien - auch spazieren gehen, joggen oder draußen mit ihren Kindern spielen.

Voraussetzung ist, dass sie dabei Distanz zu ihren Mitbürgern halten. Die Maßnahme soll zunächst für 30 Tage gelten, jedoch alle 48 Stunden auf ihre weitere Notwendigkeit überprüft werden. (dpa)

+++ Mehr als 1000 Fälle in Türkei - 30 Todesopfer +++

(22.03.2020, 21:14)

Die offizielle Zahl der Coronavirus-Fälle in der Türkei ist auf mehr als 1000 gestiegen. Am Sonntag seien 289 Menschen positiv getestet worden, damit steige die Gesamtzahl der Infizierten auf 1236, teilte Gesundheitsminister Fahrettin Koca auf Twitter mit. An einem Tag seien zudem neun Menschen an Covid-19 verstorben, damit erhöhte sich die Zahl der Todesopfer auf 30.

Insgesamt seien in der Türkei bislang 20 345 Menschen auf das Coronavirus getestet worden, teilte Koca weiter mit. In der Türkei, die wie Deutschland rund 83 Millionen Einwohner hat, werden damit vergleichsweise wenig Tests durchgeführt. (dpa)

+++ Frankreich beschließt zweimonatigen Gesundheitsnotstand +++

(22.03.2020, 21:08)

Frankreichs Parlament hat am Sonntagabend abschließend für ein Gesetz gestimmt, das zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie einen Gesundheitsnotstand ermöglicht. Mit der Veröffentlichung des Gesetzes im Amtsblatt tritt ein zunächst zwei Monate dauernder Gesundheitsnotstand in Kraft - damit sind im Kampf gegen die Corona-Krise Einschränkungen der Bürgerrechte etwa durch Ausgangssperren und Beschlagnahmungen möglich. Eine Verlängerung des Notstands ist möglich. Das Gesetz bevollmächtigt die Regierung zudem, eine Reihe von Maßnahmen zur Unterstützung der Wirtschaft in diesen Krisenzeiten zu beschließen und die zweite Runde der französischen Kommunalwahlen zu verschieben. (AFP)

Mehr Infos dazu gibt es hier

+++ Gesundheitsminister Spahn rudert bei Handytracking zurück +++

(22.03.2020, 21:02)

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verzichtet darauf, zur Corona-Eindämmung Kontaktpersonen von Infizierten künftig per Handy zu orten. Das erfuhr das Handelsblatt aus Regierungskreisen sowie von Koalitionspolitikern im Bundestag. Spahn wollte ursprünglich das Auslesen von Bewegungsdaten aus dem Mobiltelefon ermöglichen, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Bei Datenschützern sowie Politikern von SPD und FDP stieß dies auf massive Bedenken. (Handelsblatt)

Mehr Infos dazu gibt es hier

+++ Neil Diamond schreibt Hitsong “Sweet Caroline” in Corona-Krise um +++

(22.03.2020, 20:42)

US-Sänger Neil Diamond (79) hat seinen Hit-Klassiker “Sweet Caroline” im Zeichen der Corona-Krise umgedichtet. “Passt auf euch auf dort draußen! Hands...washing hands..”, schrieb der Musiker am Sonntag auf Twitter und verlinkte ein Video, in dem er vor einem brennenden Kamin zur Gitarre greift. (dpa)

+++ Lothar Matthäus sitzt in Dubai fest +++

(22.03.2020, 20:31)

Der 59-Jährige komme mit seiner Familie "vorerst nicht mehr weg hier. Nach Budapest kann ich nicht mehr einreisen - obwohl dort seit 16 Jahren mein Hauptwohnsitz ist", sagte Matthäus der Abendzeitung. Die Regierung habe die Grenzen dicht gemacht "für alle, die keinen ungarischen Pass besitzen". Eine Rückkehr nach Deutschland gestaltet sich kompliziert, da Matthäus' Frau aus Russland stammt. "Für sie ist es schwierig, aktuell nach Deutschland einzureisen, da sie keinen EU-Ausweis hat", sagte Matthäus. (SID)

+++ Promis übertreffen sich im Händewaschen - Von der Leyen postet Video +++

(22.03.2020, 20:25)

Händewaschen hilft gegen das Coronavirus - deshalb übertreffen sich Prominente rund um die Welt derzeit beim Einsatz von Seife und Wasser. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen verbreitete am Sonntag ein 50-Sekunden-Video, das sie zur gesummten Melodie der Europahymne bei der Handhygiene zeigt. Von der Leyen dankte dem Generalsekretär der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, sie zur Händewasch-Challenge unter dem Hashtag #SafeHands eingeladen zu haben: «Folgen Sie den WHO-Leitlinien, waschen Sie Ihre Hände und schützen Sie sich und andere vor dem Coronavirus», schrieb die Kommissionspräsidentin dazu.

+++ Anstieg bei Covid-19-Opfern in Frankreich - jetzt 674 Tote +++

(22.03.2020, 20:17)

In Frankreich ist die Zahl der Covid-19-Kranken und -Toten weiter gestiegen. Wie das Gesundheitsministerium am Sonntag mitteilte, wurden 16 018 Ansteckungen registriert, 674 Menschen sind an der neuartigen Lungenkrankheit gestorben. Erstmals starb auch ein Krankenhausarzt. Am Vortag lag die Zahl der Infizierten noch bei 14 459, die der Toten bei 562. Frankreich hatte am Dienstagnachmittag eine Ausgangssperre verhängt. (dpa)

+++ Weitere Staaten verhängen wegen Corona-Pandemie Ausgangsbeschränkungen +++

(22.03.2020, 20:00)

Ausnahmezustand in aller Welt: Im Kampf gegen die Corona-Pandemie haben am Wochenende Staaten weltweit das öffentliche Leben weiter eingeschränkt. In Deutschland einigten sich Bund und Länder am Sonntag auf ein weitreichendes Kontaktverbot. Die spanische Regierung plant, die seit 14. März geltenden weitreichenden Ausgangsbeschränkungen bis zum 11. April zu verlängern.Griechenland verhängt nach Angaben von Regierungschef Kyriakos Mitsotakis ab Montag eine landesweite Ausgangssperre. (AFP)

Alles zu den Ausgangsbeschränkungen gibt es hier

+++ Das müssen Sie zum Kontaktverbot jetzt wissen +++

(22.03.2020, 19:56)

Bund und Länder wollen die Ausbreitung des Coronavirus mit weiteren und beispiellosen drastischen Beschränkungen verlangsamen. In der Öffentlichkeit werden Ansammlungen von mehr als zwei Personen in ganz Deutschland für zunächst zwei Wochen verboten - ausgenommen werden Angehörige, die im eigenen Haushalt leben. Wer sich nicht an die Regeln hält, dem drohen Strafen. Restaurants müssen schließen, ausgenommen ist die Lieferung von Speisen für zu Hause. Friseurläden werden dicht gemacht. Auf diese neuen einschneidenden Maßnahmen einigten sich Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder in einer Telefonkonferenz am Sonntag. (dpa)

Das Wichtigste im Überblick

+++ 23 Tote und 90 Verletzte bei Gefängnisaufstand in Bogotá +++

(22.03.2020, 19:53)

Bei einem Gefängnisaufstand inmitten der Corona-Krise sind in Kolumbiens Hauptstadt Bogotá 23 Häftlinge getötet und 90 weitere Menschen verletzt worden. Der Aufstand sei beim Versuch eines Massenausbruchs aus der Haftanstalt La Modelo ausgebrochen, teilte die kolumbianische Justizministerin Margarita Cabello am Sonntag mit. Auch in anderen Gefängnissen des Landes gab es demnach Aufstände. Es sei jedoch kein Gefangener entkommen. (AFP)

Mehr Infos dazu gibt es hier

+++ IOC-Chef: Binnen vier Wochen Entscheidung über Verschiebung der Spiele in Tokio +++

(22.03.2020, 19:50)

Angesichts der Coronavirus-Pandemie will das Internationale Olympische Komitee (IOC) binnen vier Wochen über eine Verschiebung der für diesen Sommer geplanten Olympischen Spiele in Tokio entscheiden. Das kündigte IOC-Präsident Thomas Bach am Sonntag in einem Brief an die Sportler an und schloss zugleich eine vollständige Absage des sportlichen Großereignisses aus. Für eine Verschiebung hatten sich zuletzt immer mehr nationale Sportverbände ausgesprochen. (AFP)

+++ Österreich meldet deutlich geringeren Anstieg bei Neuinfektionen +++

(22.03.2020, 19:05)

Der Kampf gegen die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus trägt in Österreich erste Früchte. Die Zahl der bestätigten Neuinfektionen stieg zwischen Samstag und Sonntag lediglich noch um 15 Prozent oder 430 Fälle auf insgesamt 3244 Infektionen, wie Gesundheitsminister Rudolf Anschober am Sonntag mitteilte. Vor Beginn der weitreichenden Ausgangsbeschränkungen war es in der Spitze ein Anstieg um 40 Prozent an einem Tag gewesen.

«Die gesetzten Maßnahmen beginnen also zu wirken. Die Entwicklung der Zahl der Corona-Erkrankungen muss aber weiter sinken, die Zuwächse sind noch immer viel zu hoch. Wir müssen die Zuwächse durch eine konsequente Umsetzung der Maßnahmen auf den einstelligen Bereich an Tageszuwächsen drücken», sagte Anschober.

Er fügte hinzu: «Wir sind auf dem richtigen Weg. Ich warne aber eindringlich, wir dürfen nicht nachlassen. Alle müssen die gesetzten Maßnahmen mit aller Konsequenz mittragen, um die Kurve weiter abzuflachen. Nur so werden wir diese Krise gemeinsam bewältigen und die Zuwachsraten drastisch senken.» Ziel sei es, bis Ostern in den einstelligen Bereich zu kommen. (dpa)

+++ Merkel muss wegen Kontakt zu Corona-Infiziertem in Quarantäne +++

(22.03.2020, 18:49)

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) muss sich in der Corona-Krise nun selbst in häusliche Quarantäne begeben. Das teilte Regierungssprecher Steffen Seibert am Sonntagabend in Berlin mit. Die Kanzlerin sei nach ihrem Presseauftritt am Abend unterrichtet worden, dass sie am Freitag zu einem Arzt Kontakt hatte, der mittlerweile positiv auf das Coronavirus getestet worden sei. (dpa)

Mehr Infos dazu gibt es hier

+++ Ausgangssperre in Spanien wird um zwei Wochen verlängert +++

(22.03.2020, 18:39)

Zur Eindämmung der Corona-Krise will die spanische Regierung den Notstand und die Ausgangssperre im ganzen Land um zwei Wochen bis zum 11. April verlängern. Das sagte Ministerpräsident Pedro Sánchez am Sonntag nach einer Videokonferenz mit den Regionalpräsidenten bei einer Pressekonferenz. Die Verlängerung des sogenannten Alarmzustandes, der dritthöchsten Notstandsstufe, muss aber noch vom Parlament gebilligt werden - jedoch wird eine breite Unterstützung auch der Oppositionsparteien erwartet.

Der derzeit geltende landesweite Notstand mit einer 15-tägigen Ausgangssperre war in Spanien am vergangenen Sonntag in Kraft getreten. Bei Zuwiderhandeln drohen Geldbußen oder sogar Haftstrafen. "Spanien steht an vorderster Front, Spanien ergreift äußerst strenge Maßnahmen", sagte Sánchez und forderte eine gemeinsame europäische Antwort auf die Krise: "Dieses Virus hält sich weder innerhalb noch außerhalb Spaniens an Grenzen. Wir alle werden unter den Folgen leiden, also muss auch Europa all seine Ressourcen mobilisieren." (dpa)

+++ Laschet und Söder streiten bei Beratungen über Corona-Maßnahmen +++

(22.03.2020, 18:24)

Bei den Beratungen von Bund und Ländern zur Corona-Krise hat es dem Vernehmen nach einen heftigen Streit zwischen CSU-Chef Markus Söder und NRW-Regierungschef Armin Laschet (CDU) gegeben. Laschet habe Söder demnach massiv attackiert, weil dieser bereits am Freitag «ohne Absprache» mit dem Bund und den anderen Ländern eigene Maßnahmen mit Ausgangsbeschränkungen für Bayern verordnet hatte. Söder habe daraufhin damit gedroht, die Schalte zu verlassen. Dies berichtete auch die «Bild»-Zeitung.

Söder soll von Laschet attackiert worden sein (Bild: Reuters)

Bayern sei über den Verlauf «irritiert», erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Sonntag aus Regierungskreisen. Laschet habe sich bisher in der Debatte immer sehr zurückgehalten und gezögert, auch als es jüngst um die Schließung von Schulen und Kindergärten gegangen sei. Man vermute daher ein anderes Motiv, es gehe Laschet wohl mehr um seine persönlichen Ambitionen als um die Corona-Krise, hieß es.

Darüber hinaus soll Laschet, so berichten Teilnehmer, in der Telefonkonferenz gemeinsam mit weiteren Bundesländern ein Maßnahmenpapier vorgelegt haben. Dies wurde aber in den Beratungen dem Vernehmen nach nicht weiter verfolgt, da Merkel ihrerseits ein eigenes Papier zur Grundlage machte. (dpa)

+++ Hessen erlässt umfassendes Kontaktverbot +++

(22.03.2020, 18:14)

Hessen erlässt wegen der Ausbreitung des Coronavirus ein weitgehendes Kontaktverbot. Das teilte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Sonntag in Wiesbaden mit. Menschen dürften grundsätzlich nur noch alleine aus dem Haus gehen. Wer Unterstützung brauche, dürfe von einer zweiten Person begleitet werden, sagte Bouffier. Für Familien gebe es Ausnahmen von dieser Regel. (dpa)

+++ Plácido Domingo positiv auf Coronavirus getestet +++

(22.03.2020, 17:56)

Der spanische Opernstar Plácido Domingo ist nach eigenen Angaben positiv auf das Virus Sars-CoV-2 getestet worden. «Ich glaube, dass es meine moralische Pflicht ist Ihnen mitzuteilen, dass ich positiv auf Covid-19 getestet wurde», schrieb der 79-Jährige am Sonntag auf seiner Facebook-Seite. Er befinde sich zusammen mit seiner Familie in Selbstisolation.

«Wir sind derzeit bei guter Gesundheit, aber ich hatte Symptome wie Fieber und Husten und habe deshalb entschieden, mich testen zu lassen», sagte Domingo. Der Sänger forderte alle auf, sehr vorsichtig zu sein, den Anweisungen der jeweiligen Regierungen zu folgen und so viel wie möglich zu Hause zu bleiben, «so dass wir hoffentlich bald zu unseren normalen Alltagsleben zurückkehren können». (dpa)

+++ Griechenland verhängt weitgehendes Ausgangsverbot +++

(22.03.2020, 17:53)

Im Kampf gegen das Coronavirus hat Griechenland ein weitgehendes Ausgangsverbot verhängt. Ab 06.00 Uhr Ortszeit (05.00 Uhr MEZ) am Montag dürfen die Menschen nur noch das Haus verlassen, um Lebensmittel einzukaufen, zum Arzt, zur Apotheke oder zum Sport zu gehen sowie den Hund auszuführen. Auch zur Arbeit, soweit sie nicht von zuhause aus erledigt werden kann, dürfe das Haus verlassen werden, teilte der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis am Sonntag mit. «Wer ausgeht, muss seinen Ausweis oder seinen Pass dabeihaben», sagte Mitsotakis weiter bei einer Rede, die von allen Medien übertragen wurde. (dpa)

+++ Rund 500 Beanstandungen wegen Ausgangsbeschränkungen in Bayern +++

(22.03.2020, 17:41)

Die meisten Menschen in Bayern haben sich nach einer ersten Bilanz des Landesinnenministeriums an die neuen Vorgaben in der Corona-Krise gehalten. Bis Sonntagnachmittag habe die Polizei landesweit rund 25 000 Kontrollen durchgeführt wegen der Ausgangsbeschränkungen, sagte ein Ministeriumssprecher. Dabei habe es etwa 500 Beanstandungen gegeben.

Seit der Nacht zum Samstag zunächst bis 3. April gelten im gesamten Freistaat weitreichende Ausgangsbeschränkungen, mit deren Hilfe die Ausbreitung des Coronavirus eingedämmt werden soll. Das Verlassen der Wohnung ist nur noch mit triftigen Gründen erlaubt. (dpa)

+++ Laschet: «Null-Toleranz» bei Verstößen gegen Kontaktverbot +++

(22.03.2020, 17:23)

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat drastische Bußgelder bei Verstößen gegen das Kontaktverbot in der Öffentlichkeit zur Eindämmung des Coronavirus angekündigt. Es könnten Strafen bis zu 25 000 Euro verhängt werden. Es gelte eine «Null-Toleranz-Politik gegen Regelbrecher», sagte Laschet am Sonntag: «Unvernünftige bestrafen - hart und klar.»

Der CDU-Vize äußerte sich zugleich skeptisch zum Sinn von Ausgangssperren wie in Bayern. Er halte Kontaktverbote, wie sie mit Bund und Ländern gemeinsam beschlossen worden seien, für zielführender als Ausgangssperren, sagte er in Düsseldorf. Nicht das Verlassen der Wohnung sei die unmittelbare Gefahr, sondern der nahe Kontakt. «Das Ziel, dass Bund und Ländern gemeinsam agieren, ist heute erreicht worden - mit unterschiedlichen Akzenten.»

+++ Mehr als 1000 Corona-Infizierte in Afrika +++

(22.03.2020, 17:10)

In Afrika hat die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen die Marke von 1000 Fällen überstiegen. Das geht aus Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO und Berichten der betroffenen Länder hervor. Zudem gibt es laut WHO mindestens 17 Tote in Zusammenhang mit dem Virus Sars-CoV-2. Corona-Fälle gibt es in mehr als 40 der 52 afrikanischen Staaten. Besonders betroffen sind unter anderem Südafrika, Ägypten, Marokko und Algerien. Der Kontinent war anfangs vom Virus verschont geblieben. Experten schätzen das Risiko einer Ausbreitung der Lungenkrankheit Covid-19 in Afrika als sehr hoch ein, auch weil die Gesundheitssysteme in vielen Ländern schwach sind. (dpa)

+++ Bund und Länder für eine Art Kontaktverbot für mindestens zwei Wochen +++

(22.03.2020, 17:00)

Die von Bund und Ländern beabsichtigte umfassende Reduzierung sozialer Kontakte im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus soll mindestens zwei Wochen gelten. Das geht aus einem Beschlusspapier von Bund und Ländern hervor, das der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag in Berlin vorlag. Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten verständigten sich bei einer Telefonkonferenz darauf, Ansammlungen von mehr als 2 Personen grundsätzlich zu verbieten. Ausgenommen werden sollen Familien sowie in einem Haushalt lebende Personen. (dpa)

+++ Bund und Länder wollen Friseure schließen +++

(22.03.2020, 16:55)

Bund und Länder wollen im Kampf gegen das Coronavirus unverzüglich Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege schließen. Davon betroffen sind etwa Friseure, Kosmetikstudios, Tattoo-Studios und Massagesalons, wie aus einem der Deutschen Presse-Agentur in Berlin am Sonntag vorliegenden Beschluss von Bund und Ländern hervorgeht. Medizinisch notwendige Behandlungen sollen weiter möglich bleiben. (dpa)

+++ Bund und Länder wollen Restaurants unverzüglich schließen +++

(22.03.2020, 16:54)

Bund und Länder wollen Restaurants und Gaststätten unverzüglich schließen - wo dies noch nicht der Fall ist. Darauf einigten sich die Bundesregierung und die Ministerpräsidenten der Länder nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag in ihrer Telefonkonferenz. «Davon ausgenommen ist die Lieferung und Abholung mitnahmefähiger Speisen für den Verzehr zu Hause», heißt in dem Beschluss. (dpa)

+++ Sachsen verfügt Ausgangsbeschränkung für den gesamten Freistaat +++

(22.03.2020, 16:48)

Das Land Sachsen verschärft die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Von Montag null Uhr an gilt für den gesamten Freistaat eine Ausgangsbeschränkung. Danach ist das Verlassen von Wohnung oder Haus ohne triftigen Grund untersagt, wie Innenminister Roland Wöller (CDU) am Sonntag in Dresden sagte. Wege zur Arbeit und zum Einkaufen bleiben demnach erlaubt. (dpa)

+++ Von der Leyen begrüßt Milliardenhilfen für Europas Unternehmen +++

(22.03.2020, 16:39)

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat Milliardenhilfen für deutsche und europäische Unternehmen gutgeheißen. «Das ist jetzt in der Krise richtig», sagte die Chefin der europäischen Exekutivbehörde in einem WDR-Interview für das «Europamagazin» am Sonntag. Weil die EU-Staaten wegen der Ausbreitung des Coronavirus «das gesamte öffentliche Leben runterfahren mussten», gerieten auch gesunde Unternehmen ins Schlingern.

EU-Staaten, Kommission, Europäische Zentralbank und Europäische Investitionsbank müssten nun mit aller Kraft investieren, verlangte von der Leyen - «auch wenn wir uns dadurch hoch verschulden müssen». Die Unternehmen müssten jetzt «überwintern». Wenn die Nachfrage nach der Viruskrise wieder anziehe, «müssen unsere Unternehmen noch da sein, am Markt sein, und sie müssen dann in der Lage sein, die Aufträge noch anzunehmen», sagte die Kommissionspräsidentin. (dpa)

+++ Hawaii ordnet 14-tägige Quarantäne für alle Flugreisenden an +++

(22.03.2020, 16:30)

Wegen der Coronavirus-Pandemie will der US-Bundesstaat Hawaii eine 14-tägige Quarantäne für alle Flugreisenden einführen. Die Isolierung gelte gleichermaßen für Urlauber und für Bewohner der Inselgruppe im Zentralpazifik, teilte der Gouverneur von Hawaii, David Ige, am Samstag mit. Die Anordnung soll am Donnerstag (26. März) in Kraft treten.

Alle Personen, die mit dem Flugzeug anreisen, müssen sich für zwei Wochen in Quarantäne begeben, Anwohner in ihren Häusern, Touristen in Hotels oder anderen Unterkünften. Es sei nicht erlaubt, Swimmingpools, Restaurants oder Fitnesszentren aufzusuchen. Nur für medizinische Zwecke dürfe die Behausung verlassen werden. Verstöße könnten mit einer Geldstrafe von bis zu 5000 Dollar geahndet werden. (dpa)

+++ Union im Bundestag verzichtet auf Fraktionssitzung am Dienstag +++

(22.03.2020, 16:29)

Die Unionsfraktion im Bundestag verzichtet angesichts der Corona-Krise auf ihre ursprünglich geplante Sitzung an diesem Dienstag. Die räumliche Situation im Fraktionssaal lasse die nötigen «Vorkehrungen zum Gesundheitsschutz der Mitglieder der Fraktion» nicht zu, heißt es in einem Schreiben des Parlamentarischen Geschäftsführers der Unionsfraktion, Michael Grosse-Bömer (CDU), an die Abgeordneten von CDU und CSU, das der dpa am Sonntag vorlag. Die Absage sei in Absprache mit den Vorsitzenden der jeweiligen Landesgruppen entschieden worden. Eine Anreise am Dienstag sei damit nicht erforderlich.

Es sei «ein der aktuellen Situation angepasstes Verfahren der fraktionsinternen Willensbildung notwendig», schrieb Grosse-Brömer. Die Fraktion sei «außerordentlich eng und frühzeitig» in die Erstellung der Vorlagen für die an diesem Montag im Kabinett geplanten Entscheidungen einbezogen. Nach dem Kabinettsbeschluss sollen Fraktionsmitglieder demnach mögliche Anregungen und Fragen an die jeweiligen Arbeitsgruppenchefs richten. Diese Anregungen sollten in einer Telefonkonferenz der Fraktionsspitze unter anderem mit den AG-Vorsitzenden und Vertretern der Bundesregierung beraten werden.

Der Bundestag will diese Woche unter größten gesundheitlichen Vorsichtsmaßnahmen beispiellose Milliardenhilfen zum Schutz von Unternehmen und Beschäftigten in der Corona-Krise beschließen. Am Mittwoch soll das Plenum mit Abstandsregeln tagen, hatte ein Sprecher des Bundestages erklärt. Dafür ist eine sogenannte Kanzlermehrheit notwendig. Das heißt, mindestens 355 der 709 Abgeordneten müssen zustimmen. Am Freitag soll dann der Bundesrat entscheiden. (dpa)

+++ Ausgangsbeschränkungen wegen Corona-Krise auch in Berlin möglich +++

(22.03.2020, 16:28)

In Berlin könnte es im Kampf gegen die Corona-Pandemie bald Ausgangsbeschränkungen geben. Das sieht der Entwurf für eine entsprechende Verordnung vor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Danach soll es weiterhin erlaubt sein, die Wohnung beispielsweise für kurze Spaziergänge oder für Einkäufe zu verlassen, genauso wie für Besuche in ärztlichen oder therapeutischen Praxen. Auch aus wichtigen persönlichen oder familiären Gründen wie für die Teilnahme an einer Trauerfeier oder für unaufschiebbare Behördengänge soll das dem Entwurf aus der Gesundheitssenatsverwaltung zufolge gelten.

Beschlossen ist das noch nicht. Der Senat will sich darüber am Sonntagnachmittag austauschen, nachdem die Länderchefs zunächst mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei einer Telefonkonferenz über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise beraten haben. Zuvor hatte der «Tagesspiegel» über den Entwurf berichtet.

Bund und Länder wollen eine Art Kontaktverbot beschließen. Merkel und die Ministerpräsidenten einigten sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag darauf, Ansammlungen von mehr als zwei Personen grundsätzlich zu verbieten. Ausgenommen werden sollen Familien sowie in einem Haushalt lebende Personen. (dpa)

+++ Mehr als 24 100 Corona-Nachweise in Deutschland - mehr als 90 Tote +++

(22.03.2020, 16:27)

In Deutschland sind bislang mehr als 24 100 Infektionen mit dem neuen Coronavirus bekannt geworden. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die gemeldeten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Besonders hohe Zahlen haben Nordrhein-Westfalen mit mehr als 7300 sowie Bayern mit mehr als 4400 und Baden-Württemberg mit mehr als 3800 Fällen. Mehr als 90 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind bislang bundesweit gestorben. Zwei weitere Deutsche starben nach Auskunft des Robert Koch-Instituts während einer Reise in Ägypten. (dpa)

+++ Kommunen wollen «Hamsterkäufe» unterbinden - «Muss ein Ende haben» +++

(22.03.2020, 16:25)

Vielen deutschen Supermärkten gehen in der Coronavirus-Krise immer mal wieder vorübergehend Produkte wie Klopapier oder Nudeln aus - die Stadt Hanau sagt jetzt sogenannten «Hamsterkäufen» den Kampf an. Von Montag an dürfen Waren nur noch in haushaltsüblicher Menge an die Kunden abgegeben werden, wie Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) am Sonntag mitteilte. «90 Prozent der Menschen sind vernünftig, aber der kleine Teil der Unvernünftigen gefährdet zunehmend die Versorgungslage», erläuterte der Rathauschef. Hanau orientiere sich dabei am Landkreis Marburg-Biedenkopf, der eine entsprechende Regelung bereits am Samstag auf den Weg gebracht habe. «Sogenannte Hamsterkäufe sind verboten», heißt es in einer Mitteilung des Kreises Marburg-Biedenkopf vom Samstag.

Er habe am Wochenende mehrere Rückmeldungen bekommen, dass das Kassenpersonal angefeindet werde, wenn es «Hamsterkäufer» um Rücksichtnahme bitte. «Das ist unerträglich und muss ein Ende haben», sagte Kaminsky laut Mitteilung. «Das führt dann auch dazu, dass jene, die sich tagsüber zum Beispiel um Kranke oder unsere Versorgung kümmern, nach Feierabend kein Klopapier mehr bekommen.» Hanau begrenzt auch die Zahl von Menschen, die sich gleichzeitig in einem Geschäft aufhalten dürfen. (dpa)

+++ Tschechien beschlagnahmte für Italien bestimmte Schutzmasken +++

(22.03.2020, 16:24)

Die tschechischen Behörden haben mehr als 100 000 Mundschutz-Masken beschlagnahmt, die eigentlich für das besonders vom Coronavirus betroffene Italien bestimmt waren. Außenminister Tomas Petricek räumte den Fehler am Sonntag ein. Dies sei nicht mit Absicht geschehen, sagte der Sozialdemokrat der Agentur CTK.

Es wird nach einem Weg gesucht, wie die Masken bereits Anfang kommender Woche doch noch ihr Bestimmungsland erreichen könnten. Die Sendung war als Hilfslieferung der Rotkreuzgesellschaft Chinas an chinesische Landsleute in Italien deklariert. Sie wurde im Zuge einer größeren Razzia gegen Preiswucher in einem Lagerhaus im nordböhmischen Lovosice sichergestellt. (dpa)

+++ Bund und Länder für Kontaktverbot gegen Coronakrise +++

(22.03.2020, 15:50)

Bund und Länder wollen eine Art Kontaktverbot im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus beschließen. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder einigten sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag bei einer Telefonkonferenz darauf, Ansammlungen von mehr als 2 Personen grundsätzlich zu verbieten. Ausgenommen werden sollen Familien sowie in einem Haushalt lebende Personen. (dpa)

Angela Merkel will zu drastischen Maßnahmen greifen (Bild: Reuters)

Mehr Infos dazu gibt es hier

+++ Ablenkung vom Coronavirus: Polizei bringt auf Mallorca ein Ständchen +++

(22.03.2020, 15:44)

Um die Bürger auf Mallorca während der seit einer Woche geltenden Ausgangssperre aufzuheitern, hat die Polizei in einem Dorf überraschend ein Ständchen gebracht. In der Gemeinde Algaida im Zentrum der Baleareninsel rückten Beamte mit zwei Streifenwagen an und ließen zunächst die Sirenen erklingen. Dann stimmten mehrere Ordnungshüter auf der Straße samt Gitarrenbegleitung, Tanz und Klatschen das bekannte Volkslied «En Joan petit» an. Die Dorfbewohner standen an ihren Fenstern und sangen begeistert mit. (dpa)

+++ EU-Kommission bewilligt erste deutsche Wirtschaftshilfen wegen Corona-Krise +++

(22.03.2020, 15:33)

Die EU-Kommission hat von der Bundesregierung wegen der Corona-Krise aufgelegte Hilfsmaßnahmen für die Wirtschaft bewilligt. Die für Wettbewerbspolitik zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager erklärte am Sonntag, Brüssel habe zwei Beihilferegelungen genehmigt, mit denen Deutschland betroffene Unternehmen mir Darlehen unterstützen will. Die beiden Programme waren in der vergangenen Woche aufgelegt worden. (AFP)

+++ Coronavirus-Infizierte in Unfall verwickelt - Quarantäne-Verstoß +++

(22.03.2020, 15:30)

Ein Verkehrsunfall einer mit dem Coronavirus infizierten Frau hat für die Polizei in Brandenburg zu einer kritischen Situation geführt. Die Frau erklärte den Beamten am Samstag nach einem nicht von ihr verursachten Zusammenstoß in Müllrose, dass sie positiv auf Covid-19 getestet worden sei, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Die anschließende Unfallaufnahme durch die Beamten sei daher in Vollschutzkleidung erfolgt.

Es habe sich herausgestellt, dass die infizierte Frau widerrechtlich die amtlich verordnete häusliche Quarantäne verlassen habe. Nach einer Information an das Gesundheitsamt sei deswegen Strafanzeige nach dem Infektionsschutzgesetz gegen sie erstattet worden.

Zuvor war ein Verkehrsteilnehmer auf der Bundesstraße 87 in den Gegenverkehr geraten und mit dem Auto der Frau kollidiert. Verletzt wurde niemand. (dpa)

+++ Kolumbien: Coronavirus löst Aufstände in Gefängnissen aus +++

(22.03.2020, 15:28)

Häftlinge in verschiedenen Gefängnissen in Kolumbien haben gegen Coronavirus-Maßnahmen rebelliert. Medienberichten zufolge begehrten sie in der Nacht zum Sonntag dagegen auf, dass im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus die Besuche in den Haftanstalten eingeschränkt wurden. Die Situation in Bogotá, Jumundí, Cómbita, Ibagué und anderen Städten des südamerikanischen Landes war chaotisch und unübersichtlich. Sowohl Präsident Iván Duque als auch die Bürgermeisterin von Bogotá, Claudia López, schrieben auf Twitter, dass Einsatzkräfte gegen die Aufstände vorgingen.

Mit Bezug auf die Häftlinge schrieb der Präsident: «Ihr Leben schützen wir auch, aber wir können keine Unruhen in Gefängnissen zulassen.» (dpa)

+++ Britische Polizei warnt vor Betrügern während der Pandemie +++

(22.03.2020, 14:56)

Immer mehr Kriminelle nutzen nach Angaben der britischen Polizei die Corona-Pandemie für ihre Machenschaften aus. So würden Apps und Webseiten zu dem neuartigen Erreger angeboten, die nur das Ziel hätten, an persönliche Daten und finanzielle Informationen heranzukommen, warnte die Polizeibehörde National Crime Agency (NCA) am Sonntag in London. Es gibt den Ermittlern zufolge auch Berichte über Betrüger, die sich als Gesundheitsbeamte ausgeben. In Südengland sei ein Mann festgenommen worden, der gefälschte Behandlungskits gegen den neuartigen Erreger nach Frankreich, in die USA und innerhalb Großbritanniens habe schicken wollen. (dpa)

+++ Erstmals Todesopfer in Rumänien +++

(22.03.2020, 14:46)

In Rumänien sind erstmals Menschen an den Folgen einer Infektion mit dem neuen Coronavirus gestorben. Bei den zwei Patienten, deren Tod die Behörden am Sonntag bestätigten, handelt es sich um ältere Männer mit Vorerkrankungen. Der eine hatte ein Krebsleiden, der andere war Dialyse-Patient. Von Samstag bis Sonntag stieg die Zahl der mit dem Virus Sars-CoV-2 infizierten Menschen in Rumänien um 66 auf 433 Fälle. Am Sonntagabend sollen nächtliche Ausgangssperren und weitere Einschränkungen der Bewegungsfreiheit in Kraft treten. (dpa)

+++ Auch Rheinland-Pfalz hilft Corona-Patienten aus Frankreich +++

(22.03.2020, 14:43)

Rheinland-Pfalz will wie Baden-Württemberg und das Saarland schwerkranke Coronavirus-Patienten aus Frankreich behandeln. Die Krankenhäuser in der Grenzregion werden nach ihren Möglichkeiten französische Intensivpatienten übernehmen, wie das rheinland-pfälzische Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie am Sonntag bei Twitter mitteilte. Vor allem im Elsass und in der gesamten Region Grand Est war die Zahl der Corona-Infektionen zuletzt dramatisch gestiegen. (dpa)

+++ Amazon schränkt Bestell-Auswahl in Italien und Frankreich ein +++

(22.03.2020, 14:35)

Amazon nimmt in Italien und Frankreich in der Coronavirus-Krise keine Bestellungen mehr für einige Artikel an, die nicht für das tägliche Leben wichtig sind. Das hänge auch damit zusammen, dass die Mitarbeiter in den Verteilzentren mehr Abstand voneinander hielten, um die Ansteckungsgefahr zu verringern, erklärte ein Sprecher des Online-Händlers am Sonntag. "Wir müssen unsere vorhandene Kapazität auf Artikel von höchster Priorität fokussieren."

Deswegen könnten auf den französischen und italienischen Websites von Amazon vorläufig "einige Artikel mit geringerer Priorität" nicht mehr bestellt werden. Bei Händlern, die ihre Waren über die Amazon-Plattform verkaufen, aber den Versand in Eigenregie übernehmen, gelte die Einschränkung nicht.

Amazon hatte bereits vor einigen Tagen angekündigt, in seinen Logistikzentren die Bestände von medizinischen Artikeln und Waren des täglichen Bedarfs mit Vorrang aufzustocken, während Lieferungen anderer Produktkategorien länger vor den Toren warten könnten. (dpa)

+++ Gema entlastet wegen Corona geschlossene Betriebe +++

(22.03.2020, 14:34)

Spielstätten, Kulturbetriebe und Freizeiteinrichtungen, die wegen der Coronakrise schließen mussten, müssen bis auf Weiteres keine Tantiemen für Musik bezahlen. "Kein Lizenznehmer soll für den Zeitraum der Schließung mit Gema-Gebühren belastet werden", teilte die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (Gema) auf ihrer Website mit. Das gelte rückwirkend bis ab dem 16. März.

Die drastischen Einschränkungen des öffentlichen Lebens seien für die Gesellschaft notwendig und sinnvoll, stellte die Gesellschaft klar. Sowohl für die Lizenznehmer als auch die Urheber seien sie jedoch existenzgefährdend. "In Vertretung unserer rund 78 000 Mitglieder wollen wir gemeinsam alles dafür tun, dass unsere Musikkultur eine Zukunft hat", heißt es in der Mitteilung. (dpa)

+++ Handy-Alarm in Niederlanden: Bleibt zu Hause +++

(22.03.2020, 14:24)

Der niederländische Staat hat seine Bürger mit einem Handy-Alarm dringend ermahnt, so viel wie möglich zu Hause zu bleiben. "Schützen Sie sich selbst und andere. Gemeinsam gegen Corona", heißt es in der Nachricht, die am Sonntag an alle Handys verschickt wurde.

Kommunen und Städte forderten Bürger auf, Strände und Naturgebiete nicht zu besuchen und nur in dringenden Fällen mit dem Zug zu reisen. An den besonders populären Stränden bei Amsterdam wurden Parkplätze geschlossen und Besucher nach Hause geschickt.

Bei Behörden und Bürgern wächst der Unmut, weil viele Niederländer die Regeln missachten. Am Samstag waren Strände, Parks und Naturgebiete überfüllt. (dpa)

+++ Kein Licht am Ende des Tunnels: Italien verzweifelt +++

(22.03.2020, 14:22)

Fast 800 Tote an einem einzigen Tag. So viele wie seit dem Ausbruch der Corona-Krise nicht. Die Italiener müssen verzweifelt zusehen, wie alle noch so drastischen Maßnahmen gegen eine weitere Ausbreitung des Virus keine Erfolge bringen. "Es ist die schwerste Krise für das Land seit dem Zweiten Weltkrieg", sagte Ministerpräsident Giuseppe Conte in einer Ansprache via Facebook um kurz vor Mitternacht. Angesichts immer neuer Rekordwerte bei den Toten und Infizierten geht das Land einen weiteren, extremen Schritt: Die gesamte nicht-lebenswichtige Produktion wird geschlossen. Bis zum 3. April sollen in der drittgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone alle Firmen und Fabriken dichtbleiben, die nicht essenziell wichtig für das tägliche Leben sind.

"Der Tod so vieler Mitbürger ist ein Schmerz, der täglich aufflammt", sagte Conte. "Es sind nicht nur Zahlen. Sondern die, um die wir trauern, sind Menschen, es sind Geschichten von Familien, die ihre liebsten Angehörigen verlieren." Das Land hatte am Samstag an nur einem Tag fast 800 Tote vermeldet, ein neuer trauriger Rekord. Insgesamt starben bis Samstag fast 5000 Menschen. In der besonders stark betroffen Lombardei ist die Versorgung in Krankenhäusern zusammengebrochen. In manchen Gegenden weiß man gar nicht mehr, wohin mit all den Toten.

Auch deshalb verkündete Conte nun einen "weiteren Schritt", der das Land zum fast kompletten Stillstand bringt. Alle Betriebe, "die nicht entscheidend und unerlässlich" für die notwendigsten Güter und Dienstleistungen sind, müssen schließen. Nur Supermärkte, Banken, Post und Apotheken sowie Tabakläden sind weiter ausgenommen. Bei den Öffnungszeiten von Supermärkten gebe es keine Einschränkungen, betonte Conte. Doch seit Tagen werden die Schlangen vor den Läden immer länger, viele Menschen haben Angst, dass bald alles zu ist. Arbeiten darf unter anderem die Lebensmittel- und Transportbranche sowie die Entsorgungs- oder Energieindustrie. Die Textilindustrie darf zum Beispiel nur noch arbeiten, wenn es sich um Arbeitskleidung handelt. (dpa)

+++ Wenige Verstöße gegen Ausgangsbeschränkungen in Sachsen-Anhalt +++

(22.03.2020, 14:16)

Die Polizei in Sachsen-Anhalt hat am Wochenende kaum Verstöße gegen Beschränkungen wegen der Corona-Krise festgestellt. Vereinzelt seien Gruppen aufgelöst worden, teilte die Polizei am Sonntag mit. Insgesamt notierten die Beamten demnach die Identität von 17 Menschen.

So habe es Hinweise auf eine sogenannte Corona-Party, eine Party trotz der oder gegen die Ausgangsbeschränkungen, im Birkenwäldchen in Salzwedel gegeben. Vor Ort trafen die Beamten demnach fünf Menschen an und klärten sie über die Gefahren auf. Alle Fünf seien daraufhin gegangen. In Burg habe die Polizei im Flickschuhpark neun Jugendliche angetroffen, auch sie verließen den Park.

Die Mehrheit der Bevölkerung halte sich an die Landesverordnung, so die Polizei. Die Behörden wollen die Einhaltung dennoch weiterhin kontrollieren: «Die Streifen, Überprüfungen und Kontrollen zur Sicherstellung des Gesundheitsschutzes haben oberste Priorität.» (dpa)

+++ Saarland will Corona-Patienten aus Frankreich aufnehmen +++

(22.03.2020, 14:11)

Das Saarland hat Frankreich medizinische Hilfe bei der Behandlung schwerkranker Coronavirus-Patienten angeboten. Man werde im Rahmen der Kapazitäten und Möglichkeiten Beatmungsplätze für französische Notfallpatienten zur Verfügung stellen, kündigte Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) am Sonntag an. Dies habe er dem französischen Regionalratspräsidenten Jean Rottner in einem Telefonat zugesichert.

Vor allem im Elsass und der gesamten Region Grand Est ist die Zahl der Corona-Infektionen dramatisch gestiegen. «Wir gewinnen den Kampf gegen das Virus nur gemeinsam. Deshalb ist grenzüberschreitende Unterstützung für uns selbstverständlich», sagte Hans. (dpa)

+++ Erster infizierter Arzt in Frankreich gestorben +++

(22.03.2020, 14:10)

In Frankreich ist erstmals ein Arzt nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Wie der französische Gesundheitsminister Olivier Véran am Sonntag dem Radiosender «RTL» erklärte, handle es sich seines Wissens nach um den ersten Fall. Nach Informationen des regionalen Fernsehsenders «France 3 Hauts-de-France» soll es sich bei dem Verstorbenen um einen rund 60-jährigen Notarzt in Compiègne handeln. Die Stadt liegt rund 80 Kilometer im Norden von Paris im Departement Oise, das zu den am stärksten von der Corona-Krise betroffenen Gebieten in Frankreich zählt. Bis zum Samstag wurden in Frankreich 14 459 Menschen von dem Virus infiziert, 562 Infizierte sind gestorben. (dpa)

+++ Österreich warnt: Zillertal-Gäste sollen auf Corona-Symptome achten +++

(22.03.2020, 13:48)

Das Zillertal hat seine Gäste aufgerufen, auf mögliche Symptome einer Coronavirus-Infektion zu achten. Wer kürzlich dort gewesen sei und sich in Après-Ski-Lokalen und Bars aufgehalten habe, solle seinen «Gesundheitszustand genau beobachten», hieß es in einer Mitteilung der beliebten österreichischen Wintersport-Region.

Das Zillertal mit seinen ausgedehnten Skipisten liegt im Bundesland Tirol, das inzwischen vollständig unter Quarantäne steht. Es wird angenommen, dass viele Schneetouristen unter anderem aus Deutschland und Skandinavien das Virus aus ihrem Winterurlaub in ihre Heimatländer einschleppten. Österreichische Ski-Hütten sind zudem häufig Arbeitsorte ausländischer Saisonkräfte.

Die Unterkünfte im Zillertal sind bereits ihre Reservierungslisten durchgegangen, um kürzlich noch dort gewesene Gäste zu informieren. Am Wochenende veranlassten die Behörden den zusätzlichen Aufruf an Personen, die Bars und Restaurants in Mayrhofen, Gerlos, Zell am Ziller sowie Aschau-Kaltenbach zwischen dem 8. und 15. März besucht hatten. (dpa)

+++ Eltern für bundesweiten Verzicht auf Kita-Gebühren wegen Corona +++

(22.03.2020, 13:38)

Die Bundeselternvertretung der Kindergärten fordert eine bundesweit einheitliche Regelung beim Umgang mit Kita-Gebühren während der Coronavirus-Pandemie. Hintergrund ist die Schließung der Kindergärten in Deutschland zum Schutz vor einer Ansteckung mit dem Virus. Erste Bundesländer hätten sich entschlossen, die trotz Schließung anfallenden Gebühren zu übernehmen und Eltern so finanziell zu entlasten, erklärte die Bundeselternsprecherin Ulrike Grosse-Röthig aus Thüringen am Wochenende. «Eine flächendeckende Übernahme der Gebühren ist das Gebot der Stunde.»

Sie forderte zudem einen finanziellen Ausgleich für Eltern, die ihre Kinder jetzt zu Hause betreuen und dadurch finanzielle Einbußen haben, etwa weil sie unbezahlte freie Tage nehmen müssen. Ähnlich wie bei einer Lohnfortzahlung im Krankheitsfall müsse es in diesen Fällen eine Ausfallzahlung geben, die vom Bund finanziert werden solle, verlangte Grosse-Röthig.

In Thüringen hatte Bildungsminister Helmut Holter (Linke) in Aussicht gestellt, dass Eltern von Kindergarten- und Schulkindern für die Zeit der angeordneten Schließung von Kitas und Horten keine Gebühren zahlen müssen. (dpa)

+++ Spahn kündigt überarbeiteten Entwurf des Krankenhaus-Gesetzes an +++

(22.03.2020, 13:09)

Nach massiver Kritik an seinen Plänen zur Unterstützung von Krankenhäusern in der Corona-Krise ändert Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) seinen Gesetzentwurf. Nach Angaben aus Regierungskreisen ist unter anderem eine höhere Entschädigung der Krankenhäuser für Betten geplant, die wegen der Corona-Pandemie freigehalten werden.

Jens Spahn will seinen Gesetzesentwurf überarbeiten (Bild: Reuters)

Im Rahmen des ebenfalls von Spahn geplanten neuen Infektionsschutzgesetzes soll der Bund mehr Kompetenzen bekommen. Beide Gesetze soll das Bundeskabinett am Montag beraten, damit sie bis Freitag Bundestag und Bundesrat passieren können.

Mehr zu Spahns Plänen lesen Sie hier

+++ Israelischer Arzt über schlimme Zustände in Italien +++

(22.03.2020, 13:05)

Ein israelischer Arzt hat die schlimmen Zustände in Krankenhäusern im Norden Italiens während der Corona-Krise geschildert. Gal Peleg, der in einem Krankenhaus in Parma arbeitet, erzählte dem israelischen Fernsehen am Sonntag: «Die Situation wird nicht besser hier, sie wird immer schlimmer, die Zahl der Opfer steigt immer weiter.» Peleg sagte, er arbeite in einer orthopädischen Abteilung, die zur Aufnahme von Corona-Patienten umfunktioniert worden sei. «Es kommen Patienten zu uns, denen wir in ihren letzten Augenblicken helfen.»

«Im großen Krankenhaus in Parma habe ich von meinen Freunden gehört, von Kollegen, die dort arbeiten, ist das Alter der Patienten, denen man bis zum Schluss Sauerstoff gibt und hilft, bis 60», erzählte der israelische Arzt. Bei Patienten über 60 werde meist gar keine künstliche Beatmung mehr gemacht, sagte er. Was man in den letzten Momenten noch für Sterbende tun könne, sei nur, sie über Handy mit ihren Angehörigen sprechen zu lassen. (dpa)

+++ Fast 400 neue Corona-Todesfälle in Spanien innerhalb von 24 Stunden +++

(22.03.2020, 13:03)

In Spanien sind innerhalb von 24 Stunden fast 400 weitere Menschen an der durch das Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Es seien 394 neue Todesfälle registriert worden, teilte am Sonntag die Regierung in Madrid mit. Dies sei ein Anstieg um rund 30 Prozent. Damit starben in Spanien bereits 1720 Menschen.

Spanien ist nach Italien das am meisten von der Coronavirus-Pandemie betroffene Land in Europa. Die Zahl der Infizierten lag am Sonntag bei 28.572. Dies waren nach Angaben des Gesundheitsministeriums 3646 mehr Fälle und damit 14,6 Prozent mehr als noch am Vortag. (AFP)

+++ Polizeieinsätze in Thüringen wegen Menschenansammlungen +++

(22.03.2020, 12:50)

Die Polizei ist in Thüringen in mehreren Orten zu Einsätzen ausgerückt, um die Einschränkungen zum Schutz vor dem neuen Coronavirus durchzusetzen. Unter anderem in Erfurt, Kahla, Hermsdorf, Leinefelde und Weimar musste sie Menschenansammlungen unterbinden, wie ein Sprecher der Landeseinsatzzentrale am Sonntag sagte. So hatten sich in Erfurt am Samstagabend etwa 25 Menschen in einer Bar eingefunden, obwohl Bars wie auch Gaststätten in Thüringen landesweit nicht mehr öffnen dürfen. Der Verantwortliche für das Treffen sei belehrt worden, die Teilnehmer hätten den Raum wieder verlassen. Der Hinweis auf die Menschen in der Bar war anonym an die Polizei gegangen.

Auch in Gartenanlagen oder Garagenkomplexen in Thüringen seien private Treffen mit jeweils mehreren Menschen beendet worden. Die meisten Menschen hätten sich nach einer Belehrung einsichtig gezeigt, sagte ein Polizeisprecher. «Das hält sich im Rahmen.» In Weimar allerdings handelten sich vier 16 bis 34 Jahre alte Männer wegen wiederholter Ansammlung im Freien Anzeigen wegen Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz ein. (dpa)

+++ Orban will sich in Coronavirus-Krise Regieren per Dekret absegnen lassen +++

(22.03.2020, 12:16)

Inmitten der Coronavirus-Krise hat die ungarische Regierung einen Gesetzentwurf vorgelegt, der es Ministerpräsident Viktor Orban ermöglichen würde, im Rahmen eines Notstands von womöglich unbegrenzter Dauer per Dekret zu regieren. Der am Freitagabend auf der Website des Parlaments veröffentlichte Gesetzentwurf sieht vor, dass die Regierung den am 11. März wegen der Pandemie verhängten Notstand ohne die Zustimmung des Parlaments unbegrenzt verlängern kann.

Die Regierung soll damit das Recht erhalten, "die Anwendung bestimmter Gesetze per Dekret auszusetzen", feste Vorgaben nicht einzuhalten und "andere außergewöhnliche Maßnahmen einzuführen, um die Stabilität des Lebens, der Gesundheit, der persönlichen und materiellen Sicherheit der Bürger wie der Wirtschaft zu garantieren", wie es in dem Gesetzentwurf heißt. (AFP)

Mehr zu Orbans Plänen lesen Sie hier

+++ US-Schauspielerin Debi Mazar mit Coronavirus infiziert +++

(22.03.2020, 12:10)

Die amerikanische Schauspielerin Debi Mazar (55, “Good Fellas”, “Entourage”) ist mit dem Coronavirus infiziert. Dies gab die in New York lebende zweifache Mutter am Samstag auf Instagram bekannt.

Mehr zu Mazars Gesundheitszustand lesen Sie hier

+++ Zahl der Coronavirus-Infizierten in Thailand steigt um ein Drittel auf fast 600 +++

(22.03.2020, 12:08)

In Thailand ist die Zahl der mit dem neuartigen Coronavirus infizierten Menschen am Sonntag um ein Drittel auf fast 600 Fälle angestiegen. Nach Angaben des thailändischen Gesundheitsministeriums handelt es sich um die stärkste Zunahme innerhalb eines Tages seit Beginn der Pandemie. Der Anstieg betreffe vor allem die Hauptstadt Bangkok mit ihren mehr als zehn Millionen Einwohnern, teilte das Ministerium mit. (AFP)

+++ Finnland lässt die Jüngsten doch zur Schule gehen +++

(22.03.2020, 12:05)

Finnland hat seinen Beschluss, von Montag an alle Schulen zu schließen, aufgeweicht. Schüler in den ersten drei Jahrgängen dürften doch zur Schule gehen, wenn ihre Eltern sie nicht betreuen könnten, berichtete der finnische Rundfunk Yle. Zuvor galt das Angebot nur für Eltern in bestimmten gesellschaftlichen Funktionen. Doch die Definition hatte Verwirrung gestiftet. Daher beschloss die Regierung nun, das Angebot auszuweiten, sollten Eltern keine Alternative haben.

Es sei nicht möglich gewesen, die unterschiedliche Behandlung von Kindern nach den geltenden Gesetzen ausreichend zu rechtfertigen, schrieb Bildungsministerin Li Andersson am Samstag auf Facebook. Sie appellierte an die Eltern: "Geht Dein Kind in Kindergarten oder in die 1.-3. Klasse solltest Du es nur dort hinbringen, wenn es nicht anders geht." (dpa)

+++ Niederländische Produzenten vernichten wegen Corona-Krise täglich Millionen Blumen +++

(22.03.2020, 11:52)

Es ist Tulpen-Saison in den Niederlanden - doch wegen der Coronavirus-Pandemie und der dadurch weggebrochenen Nachfrage müssen die Produzenten derzeit jeden Tag Millionen Blumen vernichten. "Das ist wirklich das erste Mal, dass wir das tun", sagte der Sprecher der Genossenschaft Royal FloraHolland, Michel van Schie, der Nachrichtenagentur AFP. Aber es sei die "einzige Lösung". (AFP)

Mehr Infos dazu finden Sie hier

+++ Internationale Athletenvereinigung fordert IOC zur Olympia-Absage auf +++

(22.03.2020, 11:44)

Die internationale Athletenvereinigung "Global Athlete" hat das Internationale Olympische Komitee angesichts der Coronavirus-Pandemie zur Verschiebung der Sommerspiele in Tokio aufgefordert. "Wenn sich die Welt zusammenschließt, um die Verbreitung des Covid-19-Virus zu begrenzen, muss das IOC das Gleiche tun", hieß es in einer Mitteilung der Organisation vom Sonntag. Dutzenden von Athleten hätten sich bereits gegen eine Austragung der Tokio-Spiele wie vorgesehen vom 24. Juli bis 9. August ausgesprochen.

Das IOC habe immer wieder gesagt, es stehe im ständigen Austausch mit der Weltgesundheitsorganisation WHO und halte an der Position fest, dass es für eine Entscheidungen noch zu früh sei. "Die Athleten wollen Teil einer Lösung sein, um sicherzustellen, dass die Spiele ein Erfolg werden", hieß es in der Erklärung weiter. "Unter den gegenwärtigen globalen Beschränkungen, die öffentliche Versammlungen einschränken sowie Trainingseinrichtungen und Grenzen schließen, haben die Athleten nicht die Möglichkeit, sich angemessen auf diese Spiele vorzubereiten. Ihre Gesundheit und Sicherheit müssen an erster Stelle stehen." (dpa)

+++ Norwegen startet Meldesystem für Corona-Verdacht +++

(22.03.2020, 11:42)

In Norwegen können nun Menschen ihren Verdacht, sich selbst mit dem Coronavirus infiziert zu haben, den Gesundheitsbehörden online mitteilen. Auf der Webseite der Behörden liegt ein Schema bereit, in das man eintragen kann, welche Symptome man hat, seit wann und ob man an chronischen Krankheiten leidet. Die Angaben sind anonym und sollen dem Gesundheitsinstitut helfen, einen Überblick zu bekommen, wie viele an dem Virus erkrankt sein könnten. (dpa)

+++ Weiter Debatte um Ausgangsbeschränkungen - wenige Verstöße +++

(22.03.2020, 11:37)

Vor den Beratungen der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel gibt es aus mehreren Bundesländern Meldungen, dass verschärfte Ausgangsbeschränkungen weitgehend eingehalten werden. In der Telefonkonferenz (ab 14.00 Uhr) soll es vor allem darum gehen, ob es bundesweit einheitliche Regelungen geben wird. Neben Merkel nehmen auch die für den Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus wichtigsten Minister teil.

German Chancellor Angela Merkel attends a news conference after a meeting with federal state leaders at the Chancellery in Berlin, Germany March 12, 2020. REUTERS/Michele Tantussi

Einige Bundesländer - allen voran Bayern - haben ihre Bestimmungen bereits verschärft. Die Polizei in Bayern verzeichnete nach eigenen Angaben nur vereinzelte Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkungen. Generell seien die Menschen diszipliniert und würden sich an die Auflagen halten, ergaben Nachfragen bei den Polizeipräsidien am Sonntagmorgen. Bei den Verstößen handelte es sich demnach um Einzelfälle. Ähnliches wurde aus anderen Ländern berichtet.

In der Debatte um Ausgangsbeschränkungen hatten sich in den vergangenen Tagen zahlreiche Politiker zu Wort gemeldet. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) will in der Corona-Krise möglichst auf Ausgangssperren verzichten. Ausschließen könne man derzeit zwar nichts, aber solche Sperren würden bedeuten, dass die Menschen ihre Wohnungen so gut wie gar nicht mehr verlassen dürften, sagte der SPD-Politiker der "Welt am Sonntag". "Stellen Sie sich einmal vor, dass Familien mit mehreren Kindern in engen Wohnungen ohne Balkon und Garten gar nicht mehr an die frische Luft gehen könnten. Das ist über einen längeren Zeitraum kaum vorstellbar." (dpa)

Mehr zu den Ausgangsbeschränkungen lesen Sie hier

+++ Iran lehnt US-amerikanische Hilfe ab +++

(22.03.2020, 11:12)

Irans oberster Führer hat in der Corona-Krise ein Hilfsangebot der USA abgelehnt und erneut die Möglichkeit in den Raum gestellt, dass die Amerikaner das Virus selbst verbreitet haben. «Wir haben viele Feinde, aber der schlimmste sind die USA (...), und die wollen uns jetzt helfen», sagte Ajatollah Ali Chamenei am Sonntag im Staatsfernsehen. Chamenei zufolge gibt es Spekulationen, dass die USA das Virus selbst hergestellt und verbreitet haben, um ihre Feinde China und den Iran zu schwächen. «Unter diesen Umständen sollte man solchen Angeboten keine Beachtung schenken», sagte er weiter.

Ungeachtet der Spannungen zwischen Washington und Teheran hatte US-Außenminister Mike Pompeo dem Iran Ende Februar Hilfe bei der Bekämpfung des Virus Sars-CoV-2 angeboten. Chamenei hatte damals bereits gesagt, es sei möglich, dass es sich bei der Verbreitung des Coronavirus im Iran um einen biologischen Angriff der USA handle.

Von den Iranern erwarte er, dass sie sich an die Anweisungen des Gesundheitsministeriums hielten und auch die Schließung der heiligen islamischen Stätten im Iran zu tolerierten, sagte Chamenei am Sonntag weiter. Zwar passiere dies zum ersten Mal in Irans Geschichte, aber die Menschen sollten sich an die Anweisungen halten. «Der Iran hat in den letzten 41 Jahren bewiesen, dass das Land das Potenzial hat, alle Krisen zu meistern. Das wird auch diesmal der Fall sein», sagte Irans oberster Führer, der laut der Verfassung das letzte Wort in allen strategischen Belangen hat.(dpa)

+++ Zahl der Infektionen in Deutschland steigt langsamer +++

(22.03.2020, 11:00)

Laut den aktuellen Zahlen des Robert Koch Instituts steigt die Zahl der Infektionen und Todesfälle zwar weiter an, aber langsamer. So meldete das Institut am Sonntag 18.610 Infizierte. Das waren zwar 1948 Infektionen mehr als am Vortag, am Samstag war die Zahl der neuen Krankheitsfälle im Vergleich zu Freitag aber noch um 2705 gestiegen. Auch bei der Zahl der Todesfälle gibt es einen zumindest kurzfristigen positiven Trend: Von Freitag auf Samstag waren noch 15 Menschen der Krankheit erlegen, von Samstag auf Sonntag hingegen nur neun.

+++ Bundeswehr liefert Schutzmasken und Kittel an Kreis Heinsberg +++

(22.03.2020, 10:54)

Die Bundeswehr hat am Sonntagmorgen damit begonnen, Nothilfe an den von der Ausbreitung der Corona-Krise besonders betroffenen Kreis Heinsberg zu leisten. Dazu übergaben Soldaten den Hilfskräften in Erkelenz 3000 Atemschutzmasken und 15 000 Mund- und Nasenschutzmasken sowie 8000 Kittel.

Die Bundeswehr unterstützt die Versorgung des Kreises Heinsberg (Bild: dpa)

Außerdem stellte die Bundeswehr zwei Beatmungsgeräte für Intensivstationen zur Verfügung, wie das Landeskommando NRW der Bundeswehr mitteilte. Der Landkreis an der Grenze zu den Niederlanden gehörte schon früh zu den Brennpunkten der Infektionswelle und hatte die Bundeswehr um Hilfe gebeten. Das Material hatten die Streitkräfte in mehreren Standorten in Deutschland zusammengestellt und mit Lastwagen in Richtung Heinsberg gefahren.(dpa)

+++ Luftqualität in Quarantäne-Gebieten wird besser +++

(22.03.2020, 10:36)

In den wegen der Coronavirus-Pandemie unter Quarantäne stehenden Gebieten verbessert sich nach Angaben von Wissenschaftlern die Luftqualität. In Norditalien habe sich die Konzentration des Schadstoffs Stickstoffdioxid "im Durchschnitt fast halbiert", sagte Vincent-Henri Peuch vom europäischen Erdbeobachtungsprogramm Copernicus der Nachrichtenagentur AFP. Die Europäische Umweltagentur berichtete über ähnliche Luftveränderungen in Barcelona und Madrid, wo die spanischen Behörden Mitte März eine Ausgangssperre verhängten.(AFP)

+++ Prominente Unterstützung für die Aktion #wirbleibenzuhause +++

(22.03.2020, 10:31)

Der Hashtag #wirbleibenzuhause auf Twitter bekommt immer mehr prominente Unterstützung, so zum Beispiel aus der Musikbranche:

Oder aber von Moderatoren:

Oder aus dem Sport:

+++ Trump will Malaria-Medikament einsetzen +++

(22.03.2020, 10:29)

US-Präsident Donald Trump wirbt mit Nachdruck für den Einsatz eines Malaria-Medikaments bei der Behandlung von Covid-19-Erkrankten. Der Wirkstoff Chloroquin könne in Kombination mit dem Antibiotikum Azithromycin «einer der größten Durchbrüche der Geschichte der Medizin sein», warb Trump. Die Kombination solle «SOFORT» eingesetzt werden, forderte er am Samstag über Twitter. «Was haben wir zu verlieren?» fragte er im Anschluss bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus.

Kritiker warnten jedoch, dass der Einsatz eines Medikaments für einen neuen Zweck nie ohne Risiken sei. Der Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten, Anthony Fauci, bemühte sich im Weißen Haus dann auch, Trumps Begeisterung etwas zu relativieren: Es gebe bislang nur vereinzelte Berichte über eine Wirksamkeit des Medikaments, aber keine ernsthaften klinischen Studien. Fauci zufolge gehe es nun darum, das Medikament kontrolliert und begrenzt einzusetzen, um Daten über die Wirksamkeit zu gewinnen.

Auch das Tübinger Institut für Tropenmedizin plant, das Medikament im Kampf gegen Corona-Erkrankungen an Menschen zu testen. Zumindest im Reagenzglas wirke das Malaria-Medikament auch gegen das Virus Sars-CoV-2, wie Institutsleiter Peter Kremsner am Mittwoch erklärt hatte. In China und Italien sind Kremsner zufolge sehr viele Covid-19-Patienten mit Chloroquin behandelt worden. Unklar sei aber, ob mit Erfolg, da die Erkrankten Chloroquin teils in sehr hoher Dosierung und gemeinsam mit vielen weiteren Medikamenten bekommen hätten. «Es kann auch sein, dass es nicht wirkt oder sogar schadet», sagte Kremsner.(dpa)

+++ Coronavirus stirbt nicht bereits bei mehr als 27 Grad +++

(22.03.2020, 10:27)

Seit Beginn der Corona-Krise werden immer wieder Kettenbriefe mit möglichen Hausmittelchen über soziale Netzwerke und Messengerdienste geteilt. In einem weit verbreiteten Text wird etwa behauptet, dass das Coronavirus «bei einer Temperatur von 26 bis 27 Grad stirbt».

Behauptet wird, das Coronavirus besitze nur eine geringe Wärmeresistenz und halte deshalb Temperaturen ab 26 Grad nicht stand.

Coronaviren halten aber deutlich höhere Temperaturen aus. Die Körperkerntemperatur liegt bei fast allen Menschen bei mehr als 35 Grad Celsius. Würde Sars-CoV-2 tatsächlich bei weniger als 30 Grad Celsius sterben, wäre der Erreger im menschlichen Körper gar nicht lebensfähig.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO stellt zudem klar: Das Coronavirus kann sich auch in warmen Ländern mit hoher Luftfeuchtigkeit ausbreiten. Forscher untersuchen derzeit, wie sehr höhere Außentemperaturen die Verbreitung des Coronavirus zumindest eindämmen könnten. Selbst aus Ländern mit derzeit höheren Temperaturen als 27 Grad - etwa Malaysia - wurden allerdings viele Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet.(dpa)

+++ Saarland kündigt strenge Polizeikontrollen an +++

(22.03.2020, 10:21)

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans hat in einer auf Twitter verbreiteten Videobotschaft strenge Polizeikontrollen zur Einhaltung der verfügten Ausgangsbeschränkung angekündigt.

+++ Bayern: Nur vereinzelte Verstöße gegen Ausgangsbeschränkungen +++

(22.03.2020, 10:07)

Die Polizei in Bayern hat nur vereinzelte Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkung gemeldet. Generell seien die Menschen diszipliniert und würden sich an die Auflagen halten, ergaben Nachfragen bei den Polizeipräsidien am Sonntagmorgen. Bei den Verstößen handelte es sich um Einzelfälle.

In Mitterteich (Landkreis Tirschenreuth) in der Oberpfalz feierten fünf Männer eine Grillparty und posteten ein Selfie davon im Internet. Sie erwartet nun eine Anzeige wegen des Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz. Mitterteich hatte bereits am Mittwoch bundesweit als erste Stadt eine Ausgangssperre verhängt.

Im Einsatzbereich des Polizeipräsidiums in Ingolstadt wurde die Polizei in der Nacht von Samstag auf Sonntag zu mehreren Einsätzen gerufen, die Beamten lösten dort eine Party mit 15 Gästen auf.

In Bayern gilt eine Ausgangsbeschränkung, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Die Menschen dürfen demnach die eigene Wohnung nur noch verlassen, wenn sie dafür einen triftigen Grund haben. Dazu gehört der Weg zur Arbeit, notwendige Einkäufe oder Arztbesuche. Auch Spaziergänge etwa in der Familie mit Abstand zu anderen bleiben möglich. Die Ausgangsbeschränkung gilt zunächst bis zum 3. April.(dpa)

+++ Fallzahlen in der Türkei steigen sprunghaft an +++

(22.03.2020, 09:58)

Die Zahl der Coronavirus-Fälle in der Türkei ist erneut sprunghaft gestiegen. Innerhalb von 24 Stunden stieg die Zahl der positiv Getesteten um 277 auf 947, wie Gesundheitsminister Fahrettin Koca am Samstagabend auf Twitter mitteilte. Zwölf Menschen starben demnach an einem Tag an Covid-19, damit erhöhte sich die Zahl der Todesopfer auf 21.

Es handele sich um alte Menschen, teilte Koca mit, ohne weitere Details zu nennen. Innerhalb von 24 Stunden seien rund 3000 Menschen getestet worden.

Die Türkische Ärztevereinigung (TTB) startete eine Kampagne in den sozialen Medien und forderte ausgedehnte Tests auf das Coronavirus. Sie kritisiert, dass davon zu wenig durchgeführt werden, und geht davon aus, dass die Dunkelziffer der Infizierten hoch ist.

Die Türkei hat zahlreiche Maßnahmen gegen die Verbreitung des Virus erlassen. Unter anderem sind Cafés und Bars geschlossen und Sport- und Kulturveranstaltungen abgesagt. In der Nacht zu Sonntag trat eine Ausgangssperre für Menschen ab 65 Jahren und für chronisch Kranke in Kraft. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte an seine Landsleute appelliert, das Haus nicht zu verlassen, wenn nicht zwingend nötig.(dpa)

+++ SPD-Vorsitzender Walter-Borjans mahnt zu Schranken für Begrenzungen der individuellen Freiheit +++

(22.03.2020, 09:47)

Der SPD-Vorsitzende Norbert Walter-Borjans hat angesichts des geplanten riesigen Pakets an Not- und Schutzgesetzen in der Corona-Krise Schranken angemahnt. «Der Ernst der Lage kann nicht groß genug eingeschätzt werden», sagte Walter-Borjans der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Der Kampf gegen das Virus dulde keinen Aufschub. «Dabei wird es auch gesetzliche Regelungen geben, die unsere individuellen Freiheiten einschränken.» So groß der Handlungsdruck aber sei: «In einer Demokratie dürfen solche Maßnahmen nur für eine sehr begrenzte Zeit gelten und müssen strengen parlamentarischen Kontrollen unterliegen.»

An diesem Montag will das Bundeskabinett milliardenschwere Schutzschirme für Wirtschaft und Beschäftigte, Änderungen des Zivil-, Gesellschafts-, Insolvenz- und Strafverfahrensrechts und ein verschärftes Infektionsschutzgesetz auf den Weg bringen.  

Walter-Borjans forderte vor der Beratung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten über ein mögliches gemeinsames Vorgehen etwa bei Ausgangsbeschränkungen Augenmaß. «Es bleibt dabei: Wir müssen die Ausbreitung der Pandemie zeitlich so weit strecken wie nur eben möglich, damit zu jedem Zeitpunkt genügend Behandlungskapazitäten zur Verfügung stehen», sagte er. Dass der Föderalismus auch in einer solchen Ausnahmesituation funktioniere, zeigt sich daran, dass fast alle Länder ähnliche Vorschriften erlassen hätten. 

«Wer genau hinsieht, erkennt zum Beispiel, dass auch Bayern keine rigide Ausgangssperre verhängt hat, sondern Beschränkungen der Versammlungsfreiheit, wie sie auch im anderen Ländern gelten», so der SPD-Chef. «Bei allem Verständnis für unterschiedliche Problemlagen von Region zu Region wäre es trotzdem sinnvoller, Maßnahmen länderübergreifend aufeinander abzustimmen, als in der Öffentlichkeit den Eindruck zu erwecken, dass in jedem Land andere Regeln gelten», so Walter-Borjans. 

Vom Gespräch der Länderchefs mit der Kanzlerin erwarte er, «dass persönliche Profilierung hinter die Suche nach einer schnellen Lösung zurücktritt». Rechte der Länder müssten nicht eingeschränkt, sinnvolle landesspezifische Regelungen nicht verhindert werden.(dpa)

Was die Ministerpräsidenten zu weiteren Ausgangsbeschränkungen sagen, lesen Sie hier.

+++ Südkorea meldet abnehmende Fallzahlen +++

(22.03.2020, 09:15)

Südkorea erlebt weiter einen starken Wechsel von an- und absteigenden Zahlen bei den erfassten Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Am Samstag seien 98 Fälle hinzugekommen, meldeten die Gesundheitsbehörden am Sonntag. Am Freitag waren 147 Menschen positiv auf den Sars-CoV-2-Erreger getestet worden. Die Gesamtzahl stieg auf knapp 8900. Die Zahl der Todesfälle, die mit dem Virus in Verbindung gebracht werden, wurde mit 104 angegeben.

Zwar hatte sich im März nach dem Höhepunkt Ende Februar mit über 900 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden ein Abwärtstrend eingestellt. Doch Sorge bereitete den Behörden zuletzt eine Zunahme von kleineren Häufungen von Ansteckungen in Kirchengemeinden, Kliniken oder Pflegeheimen sowie von infizierten Personen, die aus dem Ausland eintreffen.

Am Sonntag traten deshalb noch einmal verschärfte Einreisebestimmungen bei Ankünften aus Europa in Kraft. Sämtliche Reisende oder Rückkehrer werden auf das Virus getestet. Selbst wenn der Test negativ ausfällt, müssen sich die Betroffenen in häusliche Quarantäne begeben, soweit sie länger in Südkorea bleiben.

Die Mehrheit der neu gemeldeten Infektionsfälle wurde erneut in der südöstlichen Millionenstadt Daegu und der umliegenden Region festgestellt. Die größte Häufung im Land gibt es unter Anhängern der christlichen Sekte Shincheonji-Kirche Jesu, die in Daegu stark vertreten ist und auch Verbindungen nach China hat.(dpa)

+++ China meldet Anstieg von Coronavirus-Importen +++

(22.03.2020, 09:14)

Die Gesundheitsbehörden in China haben einen erneuten Anstieg sogenannter Coronavirus-Importe registriert. Nach 41 neuen Fällen am Samstag gab es am Sonntag 46 neue Fälle, bei denen es sich ausschließlich um Reisende handelt, die jüngst aus dem Ausland zurückgekehrt sind. In diesem Zusammenhang standen sechs Todesfälle, wie die Gesundheitskommission in Peking mitteilte. Dazu kam nach offizieller Darstellung noch eine neue Infektion mit dem Coronavirus, die im Inland übertragen wurde.

In der gesamten Volksrepublik sind damit nach Angaben der Behörden 3261 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben.

Peking hat inzwischen Maßnahmen in Gang gesetzt, um eine sogenannte zweite Welle von Infektionen zu verhindern. Unter anderem verhängte die Regierung eine Quarantäne für alle, die aus dem Ausland in die Hauptstadt einreisen wollten. Auch wurden einige Flüge mit Ziel Peking umgeleitet.(dpa)

+++ Erste Fälle von Coronavirus im Gazastreifen +++

(22.03.2020, 09:08)

Das Coronavirus ist auch im blockierten Gazastreifen angekommen: Bei zwei Palästinensern wurde das Virus Sars-CoV-2 nachgewiesen. Es handele sich um zwei Rückkehrer aus Pakistan, teilte das Gesundheitsministerium in der Nacht zum Sonntag mit. Eine starke Ausbreitung in dem dicht besiedelten Küstenstreifen, in dem zwei Millionen Menschen unter prekären Umständen leben, gilt als Horrorszenario.

Nach Angaben von Jussef Abu al-Risch, Generaldirektor des Gesundheitsministeriums in Gaza, reisten die Infizierten über Ägypten in das Palästinensergebiet ein. Sie seien in einer Anlage am Rafah-Grenzübergang unter Quarantäne gestellt worden.

Rund zwei Millionen Palästinenser leben unter sehr schlechten Bedingungen in dem Küstenstreifen am Mittelmeer. Die dort herrschende islamistische Hamas wird von Israel, den USA und der EU als Terrororganisation eingestuft. Israel hatte 2007 eine Blockade des Gazastreifens verschärft, die inzwischen von Ägypten mitgetragen wird. Beide Länder begründen die Maßnahme mit Sicherheitserwägungen. Im Westjordanland gibt es bisher 53 bekannte Infektionsfälle mit dem Coronavirus.(dpa)

+++ Indien: Ausgangssperre für eine Milliarde Menschen +++

(22.03.2020, 09:04)

Über eine Milliarde Menschen haben in Indien den Sonntag bei einer landesweiten Ausgangssperre zu Hause verbracht. Premierminister Narendra Modi hatte angesichts der Corona-Krise für das Land eine auf 14 Stunden begrenzte Ausgangssperre von 0700 bis 2100 Uhr (Ortszeit) ausgerufen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Zugleich sollte die Zeit genutzt werden, Indiens Kapazitäten im Kampf gegen die Pandemie besser einzuschätzen.

«Lasst uns alle Teil dieser Ausgangssperre werden, die zusätzliche gewaltige Kraft im Kampf gegen die Covid-19-Bedrohung verleihen wird», twitterte Modi kurz vor Beginn der Ausgangssperre. «Die Schritte, die wir jetzt ergreifen, werden uns in Zukunft helfen. Bleiben sie drinnen und gesund.»(dpa)

+++ Australien vor weiteren Einschränkungen +++

(22.03.2020, 08:57)

Angesichts der Ausbreitung des Coronavirus steht Australien vor weiteren Einschränkungen. Premierminister Scott Morrison forderte die Australier am Sonntag auf, alle unnötigen Reisen im Inland zu unterlassen. Gleichzeitig kündigte er drastische Maßnahmen im Bereich der sozialen Distanz an, um die Menschen dazu zu bringen, voneinander Abstand zu halten. Zudem wollte er strikte Ausgangssperren in besonders vom Virus betroffenen Gebieten nicht ausschließen.

Morris kündigte am Sonntag ein zweites wirtschaftliches Rettungspaket mit einem Umfang von 66 Milliarden australischer Dollar (35,7 Mrd Euro) an. Mit den Geldern soll vor allem kleineren Betrieben geholfen werden, das nächste Halbjahr zu überstehen. Damit erhöht die australische Regierung ihre finanziellen Hilfen zur Überbrückung der Corona-Krise auf insgesamt 189 Milliarden australische Dollar (102 Mrd Euro).

+++ Gewerkschaft der Polizei: Verstöße gegen Ausgehbeschränkungen müssen Folgen haben +++

(22.03.2020, 08:37)

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) erwartet von den Regierungschefs der Länder klare und allgemeinverständliche Ansagen, wenn sie wegen der Corona-Krise Ausgehbeschränkungen und Verbote verkünden. "Es ist wichtig, dass die zuständigen Spitzen der Verwaltung ihre Entscheidungen erklären und klarstellen, dass Verstöße gegen Ausgehbeschränkungen auch geahndet werden", sagte der stellvertretende GdP-Vorsitzende Jörg Radek der Deutschen Presse-Agentur.

Kein Verständnis zeigte er für Menschen, die sich von dem Aufruf von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu mehr sozialer Distanz nicht angesprochen fühlen. "Manche Bürger verhalten sich immer noch unsolidarisch - in solchen Fällen drohen Geldbußen oder auch Haftstrafen", sagte Radek. Polizisten und die Mitarbeiter der Ordnungsämter seien jetzt jeweils in etwas größeren Gruppen unterwegs, um Verbote auch durchzusetzen,"denn nicht jeder Bürger zeigt Einsicht".

Ein Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung sei nicht zu erwarten, betonte er. "Wir können das bewältigen, wir haben 2007 in einer Übung länderübergreifendes Krisenmanagement trainiert."

Die Polizei habe aktuell zwar eine größere Aufgabenlast zu tragen als in normalen Zeiten, sagte Radek. Er warnte dennoch vor einem vorschnellen Einsatz der Bundeswehr für hoheitliche Aufgaben. "Soldaten können vielleicht eine Straßensperre aufbauen, aber die Kontrolle sollte weiterhin der Polizei überlassen bleiben", erklärte der GdP-Vize. "Das gilt nach Möglichkeit auch für den Schutz der kritischen Infrastuktur und anderer Objekte wie Gotteshäuser oder Wahlkreisbüros." Es gebe zwar auch in der Polizei Corona-Fälle, "aber wir gliedern intern, setzen die Schwerpunkte neu und gewinnen so Einsatzkräfte".(dpa)

+++ Kuba schickt Ärzteteam nach Italien +++

(22.03.2020, 08:32)

Kuba hat am Sonntag ein Ärzteteam nach Italien geschickt, das die italienischen Kollegen bei ihrem Kampf gegen das Coronavirus unterstützen soll. Die 52 Ärzte und Krankenpfleger sollten in der Lombardei, dem aktuellen Brennpunkt der Corona-Krise, eingesetzt werden, teilte das Gesundheitsministerium in Havanna mit. "Wir haben Nachrichten von Freiwillen erhalten, die bereit sind, überall hinzugehen, um in dieser globalen Gesundheitssituation zu helfen", sagte Jorge Delgado, der die Medizinische Zusammenarbeit des Ministeriums leitet, im kubanischen Staatsfernsehen.

Den kubanischen Behörden zufolge werden die Mediziner in der Lombardei auf Anfrage Italiens zunächst für bis zu drei Monate arbeiten. Sie haben bereits mit Krisen wie der Ebola-Epidemie zu tun gehabt und werden sich einer Gruppe chinesischer Ärzte anschließen, die bereits in einem Krankenhaus in Bergamo im Einsatz sind. In Italien sind schon mehr als 4000 Menschen an dem Coronavirus gestorben.(dpa)

+++ Ausgangssperre: Spaniens Regierungschef lobt diszipliniertes Verhalten der meisten Spanier +++

(22.03.2020, 08:27)

In Spanien rief Regierungschef Pedro Sánchez seine Landsleute nach einer Woche Ausgangssperre zum Durchhalten auf. Dort haben sich mittlerweile 25 000 Menschen angesteckt, 1300 Menschen sind an Covid-19 gestorben. Das Schlimmste stehe aber noch bevor, warnte Sánchez. «Wir befinden uns in einem sehr schwierigen Moment und haben sehr schwere Tage vor uns», sagte er bei einer Fernsehansprache. Er fügte aber auch hinzu: «Es ist nicht die Angst, die uns in unseren Häusern und Wohnungen hält. Es ist der Mut.» Zugleich lobte er das disziplinierte und solidarische Verhalten seiner Landsleute. Zumindest der meisten.

Denn manche Spanier waren kreativer als die Polizei erlaubt. Auch während der Ausgangssperre dürfen Hunde ausgeführt werden. Nach Medienberichten wurden aber auch Menschen gesichtet, die mit Ziegen, Schweinen und sogar Kanarienvögeln unterwegs waren. Ein Mann zog sogar mit einem Stoffhund an der Leine durch die Straßen. Die Polizisten waren weniger amüsiert. «Versuchen Sie nicht, uns zu täuschen, sonst werden Sie bestraft», lautete die strenge Warnung.(dpa)

+++ Billionen gegen den Absturz +++

(22.03.2020, 08:24)

Gegen einen drohenden wirtschaftlichen Absturz wegen der Coronavirus-Krise werden in vielen Ländern teils riesige Hilfsprogramme geschnürt. In den USA verhandelten Republikaner von Präsident Donald Trump mit den oppositionellen Demokraten über ein massives Coronavirus-Konjunkturpaket. Parlament und Regierung wollen voraussichtlich mehr als eine Billion Dollar (900 Milliarden Euro) in die Wirtschaft pumpen. Das Volumen des Konjunkturpakets könnte Berichten zufolge sogar zwei Billionen Dollar erreichen. Auf Nachfrage sagte Trump dazu nur: «Es wird ein Paket sein, wie es noch niemand je zuvor gesehen hat.» Zwei Billionen Dollar entsprächen etwa zehn Prozent der jährlichen US-Wirtschaftsleistung.(dpa)

+++ Trotz Pandemie: Zehntausende Japaner bewundern Olympisches Feuer +++

(22.03.2020, 08:09)

Trotz der Coronavirus-Pandemie haben in Japan zehntausende Menschen das Olympische Feuer bewundert. Mehr als 50.000 Menschen strömten am Samstag zum Bahnhof Sendai in der Präfektur Miyagi, wo die Flamme in einem goldenen Kessel gezeigt wurde.

Die Olympische Flamme (Bild: Getty Images)

Die Warteschlange war japanischen Medienberichten zufolge teilweise 500 Meter lang. Einige Besucher warteten stundenlang, um das Feuer zu sehen zu können. Viele Besucher trugen Atemschutzmasken.(AFP)

+++ Bessere Abstimmung bei Rückholung von Urlaubern +++

(22.03.2020, 07:31)

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hat Probleme bei der Rückholung von Urlaubern nach Deutschland eingeräumt und eine bessere europäische Abstimmung zugesagt. Leider könne nicht in allen Fällen innerhalb kürzester Zeit Abhilfe geschaffen werden, sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Sonntagsausgaben).(AFP)

+++ Weltweit mehr als 300.000 Coronavirus-Fälle +++

(22.03.2020, 07:26)

Trotz des weltweiten Kampfes gegen die neuartige Lungenkrankheit Covid-19 haben sich nach Angaben von US-Experten inzwischen mehr als 300.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert.

Fast 13.000 Covid-19-Tote seien bisher gezählt worden, berichteten die Wissenschaftler der US-Universität Johns Hopkins am Samstag weiter. In den USA schnellte die Zahl der mit dem Coronavirus Infizierten binnen nur einer Woche um mehr als das Zehnfache auf mehr als 24.000 Fälle in die Höhe. Fast ein Viertel der US-Bevölkerung, 80 Millionen von 330 Millionen Einwohnern, sind inzwischen von mehr oder weniger harschen Ausgangssperren betroffen. Solche Einschränkungen gab es in Kalifornien, Illinois, New York, New Jersey und Connecticut.(dpa)

+++ US-Vizepräsident nicht infiziert +++

(22.03.2020, 07:17)

US-Vizepräsident Mike Pence und seine Frau Karen haben sich nicht mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Das Testergebnis sowohl für Pence als auch für die "Second Lady" sei negativ ausgefallen, teilte die Sprecherin des Vizepräsidenten, Katie Miller, am Samstag im Kurzbotschaftendienst Twitter mit. Pence hatte zuvor angekündigt, er und seine Frau würden sich einem Coronavirus-Test unterziehen, nachdem sich ein Mitarbeiter mit dem Virus infiziert habe.(AFP)

+++ Briten mit Vorerkrankungen sollen drei Monate zuhause bleiben +++

(22.03.2020, 07:14)

Wegen der Coronavirus-Pandemie sollen in Großbritannien bis zu 1,5 Millionen Menschen, die wegen Vorerkrankungen als besonders anfällig gelten, mindestens drei Monate zuhause bleiben. Die britischen Gesundheitsbehörden forderten Menschen mit einem besonders hohen Infektionsrisiko am Sonntag auf, "zusätzliche" Maßnahmen zu ergreifen, um sich selbst "abzuschirmen".(AFP)

Mehr Infos dazu finden Sie hier

+++ Stromverbrauch sinkt +++

(22.03.2020, 07:11)

Die Coronavirus-Krise setzt der Wirtschaft schwer zu. Dadurch geht der Energieverbrauch zurück. An der Strombörse sinken bereits die Preise. Werksschließungen und Produktionseinschränkungen in der Industrie wegen der Coronavirus-Krise werden nach Einschätzung der Energiebranche auch zu einem spürbaren Rückgang des Stromverbrauchs in Deutschland führen.

Die Großhandelspreise für Strom seien bereits deutlich gefallen, teilte der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BdEW) mit. An der Strombörse seien die Preise für Lieferungen im April innerhalb einer Woche um fast 30 Prozent gesunken.(dpa)

————————————————————————————————————-

+++ Alle aktuellen Meldungen und Entwicklungen zu Covid-19 finden Sie hier +++