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Brasiliens UN-Delegation soll in Corona-Quarantäne

·Lesedauer: 3 Min.

Brasiliens Präsident Bolsonaro macht keinen Hehl daraus, dass er noch immer ungeimpft ist. Bei der Reise zur UN-Generaldebatte wurde nun ein Vertrauter positiv auf Corona getestet - mit Folgen.

Brasiliens Gesundheitsminister Marcelo Queiroga ist in New York positiv auf Corona getestet worden.
Brasiliens Gesundheitsminister Marcelo Queiroga ist in New York positiv auf Corona getestet worden.

New York/Brasília (dpa) - Die zur UN-Generaldebatte in New York angereiste Delegation Brasiliens begibt sich nach dem positiven Corona-Test des Gesundheitsministers in Isolation. 

«Der Mitgliedstaat hat bestätigt, dass die gesamte Delegation beschlossen hat, sich für 14 Tage selbst unter Quarantäne zu stellen», teilte UN-Sprecher Stephane Dujarric am Mittwoch mit.

Gesundheitsminister Marcelo Queiroga hatte am Dienstag mit Staatspräsident Jair Bolsonaro der Generaldebatte der Vereinten Nationen beigewohnt und sich dabei auch im UN-Hauptquartier am East River aufgehalten. Zuvor war bereits ein Mitglied der Delegation positiv getestet worden. Übereinstimmenden brasilianischen Medienberichten zufolge kehrte Bolsonaro am Mittwoch nach Brasilien zurück, Queiroga hält sich demnach aber weiterhin in New York auf.

Bolsonaro und andere Mitglieder der Delegation, die mit Queiroga Kontakt hatten, würden die nächsten fünf Tage in Quarantäne bleiben und danach einen neuen Test machen, berichtete das Nachrichtenportal «G1» unter Berufung auf den Regierungspalast. Die Gesundheitsbehörde in Brasília hatte 14 Tage Quarantäne für die brasilianische Delegation empfohlen. Bolsonaro verzichtete am Mittwoch auf einen eigentlich geplanten Präsenztermin und nahm stattdessen an einer Videoschalte teil.

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Unklar blieb zunächst, wie viele Mitglieder der Delegation aus New York abgereist sind und inwiefern sie die Quarantäneregeln befolgen. Die UN bemühten sich eigenen Angaben zufolge darum, die Kontakte der Delegierten mit anderen Diplomaten, UN-Mitarbeitern sowie Staats- und Regierungschefs nachzuverfolgen. Ob es weitere Ansteckungen gab, war zunächst unbekannt.

Der Rechtspopulist Bolsonaro hat das Coronavirus von Anfang an verharmlost und sich immer wieder gegen den Gebrauch von Masken und andere eindämmende Maßnahmen ausgesprochen. Am Dienstag irritierte er zum Auftakt der UN-Generaldebatte in New York mit Aussagen über sein Vorgehen in der Pandemie und pries etwa den vorbeugenden Einsatz von Medikamenten, deren Wirksamkeit gegen das Coronavirus nicht nachgewiesen ist. Bolsonaro hat mehrmals betont, selbst nicht gegen Corona geimpft zu sein.

Bereits vor der Generaldebatte hatten die amerikanischen Gastgeber Sorge geäußert, dass Staatsgäste und ihre Delegationen aus mehr als 100 Ländern in New York das Virus verbreiten könnten. Die Stadt New York wollte auch eine Impfpflicht durchsetzten, was UN-Generalsekretär António Guterres mit der Begründung zurückwies, er könne ungeimpften UN-Mitgliedern nicht den Zutritt verweigern.

Queiroga, der mindestens mit einer Dosis geimpft ist, twitterte in den vergangenen Tagen Fotos unter anderem mit Bolsonaro, dessen Frau Michele und Vertretern von Investmentfonds. Er hatte auch ein Treffen mit dem britischen Premierminister Boris Johnson, der wiederum US-Präsident Joe Biden traf. Johnson, der vollständig geimpft ist, zog keinerlei direkte Konsequenzen. «Es gelten Covid-Maßnahmen, an die sich der Premierminister gehalten hat», hieß es am Mittwoch knapp aus der Downing Street.

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