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Corona trifft RWE «so gut wie gar nicht»

·Lesedauer: 3 Min.
Rolf Martin Schmitz, Vorstandsvorsitzender von RWE.
Rolf Martin Schmitz, Vorstandsvorsitzender von RWE.

Für den Energieversorger RWE ist die Corona-Pandemie kein Problem - zumindest bei den Geschäftszahlen. Das vergangene Jahr sei «hervorragend gelaufen», sagt Vorstandschef Rolf Martin Schmitz.

Essen (dpa) - Ein unerwartet heftiger Kälteeinbruch im Süden der USA hat sich für den Energiekonzern RWE zu einem deutlich größeren Problem entwickelt als die weltweite Corona-Pandemie.

Die finanziellen Folgen der wetterbedingten Stromausfälle in Texas trüben die am Dienstag vorgestellte letzte Bilanz des scheidenden RWE-Vorstandschefs Rolf Martin Schmitz. Der Manager gibt seinen Posten Ende April an den bisherigen Finanzchef Markus Krebber ab.

Weil der Versorger Verluste von rund 400 Millionen Euro im US-Geschäft verkraften muss, wird RWE den im vergangenen Jahr erzielten Nettogewinn von rund 1,2 Milliarden Euro im Jahr 2021 nicht wiederholen können. Das bereinigte Nettoergebnis werde bei 750 Millionen bis 1,1 Milliarden Euro liegen, sagte Krebber. Infolge von Winterstürmen und Eisregen waren im Februar in Texas RWE-Windkraftanlagen zeitweise ausgefallen. RWE musste deshalb kurzfristig Strom zu extrem hohen Preisen zukaufen.

Das vergangene Jahr sei für RWE «wirklich hervorragend gelaufen», kommentierte Schmitz die Geschäftszahlen für 2020. Corona treffe den Konzern «wirtschaftlich so gut wie gar nicht». Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) lag 2020 bei 3,2 Milliarden Euro. Das Management hatte zuvor mit maximal 3 Milliarden Euro gerechnet. Die Dividende will der Konzern wegen der guten Finanzlage im laufenden Jahr erhöhen: Die Aktionäre sollen für 2021 je Aktie 90 Cent erhalten, für das vergangene Jahr gibt es 85 Cent.

Die Bilanz bildet erstmals den Austausch der Geschäftsfelder mit dem langjährigen Konkurrenten Eon komplett ab. RWE hatte von Eon und seiner Tochter Innogy die erneuerbaren Energien übernommen. Eon erhielt das Netz- und Kundengeschäft von Innogy. «RWE hat sich in nur drei Jahren ein ganzes Stück neu erfunden», sagte Schmitz.

Im vergangenen Jahr habe RWE seine letzten Steinkohlekraftwerke in Deutschland und Großbritannien stillgelegt, außerdem sei im Zuge des deutschen Kohleausstiegs der erste Braunkohleblock vom Netz gegangen, betonte der RWE-Chef. Gleichzeitig habe RWE Milliarden in den Ausbau erneuerbarer Energien investiert. Damit sei der Konzern dem Ziel, bis 2040 klimaneutral zu werden, einen großen Schritt nähergekommen.

Mit Strom aus Kohle und Kernkraft werde RWE in den Jahren 2021 und 2022 aber «noch gutes Geld verdienen», sagte Finanzchef Krebber. Für das kommende Jahr erwartet RWE in diesem Bereich einen operativen Gewinn von 800 bis 900 Millionen Euro. Ab 2023 werde wegen das wegen des Ausstiegs aus der Kernenergie und der Abschaltung weiterer Braunkohleblöcke ganz anders aussehen.

Die Umweltorganisation Greenpeace sieht RWE dagegen schlecht vorbereitet auf die neuen Energiemärkte. «Den radikalen Strategieschwenk vom Klimakiller zum Öko-Unternehmen nehmen wir RWE nicht ab», betonte Greenpeace-Klimaexperte Karsten Smid. Der Konzern habe die Neuausrichtung auf erneuerbare Energien verschleppt. Mit steigenden CO2-Preisen drohe RWE eine Kostenexplosion, heißt es in einer von Greenpeace veröffentlichten Studie. Dem widersprach RWE: Die Stromproduktion sei bis 2030 gegen steigende CO2-Preise abgesichert.