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Nach Corona-Tod der Eltern: Sechs Geschwister werden von Scheich unterstützt

Der Scheich von Ajman sorgt für sechs Kinder aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, deren Eltern kurz hintereinander in der Corona-Pandemie starben.

Hoffnung am Ende einer humanen Katastrophe: Sechs Kinder aus dem Emirat Schardscha (Vereinigte Arabische Emirate) haben erst ihre Eltern durch die Corona-Pandemie verloren, dann ihre Wohnung. Nun will Scheich Humaid bin Rashid Al Nuaimi, Herrscher des Emirats Ajman, wo die Geschwister derzeit bei einem Cousin untergekommen sind, lebenslang versorgen.

Die fünf bis 18 Jahre alten Kinder von Ali Ahmed Al Tayyib mussten erst um ihre Mutter trauern, die am 25. April im Krankenhaus starb. Am 18. Mai folgte dann der Tod Vaters: Er war zwei Wochen lang in dem selben Krankenhaus behandelt worden.

Beide Eltern hatten Vorerkrankungen, die zur Verschlechterung ihres Gesundheitszustands beitrugen. „Sie waren Diabetiker, die Frau meines Onkels litt außerdem an Bluthochdruck. Kurz vor seinem Tod musste meinem Onkel wegen Diabetes ein Zeh abgenommen werden“, sagte Mohammed Hashim, der 35 Jahre alte Cousin der sechs Geschwister laut Medienberichten.

Er hatte die sechs Waisen in seiner Wohnung im Emirat Ajman aufgenommen. Zuvor mussten sie die Wohnung der verstorbenen Eltern in Dubais Nachbaremirat Schardscha räumen, da sie nach dem Tod der Eltern die Miete nicht mehr zahlen konnten. In die Schule konnten einige der Kinder schon jahrelang nicht gehen, da der Vater kein Schulgeld zahlen konnte.

„Es war sehr schwierig für die Kinder, innerhalb weniger Tage beide Elternteile zu verlieren“, so Hashim, Mitarbeiter einer Autovermietung im beliebten Ferien-Emirat Schardscha am Golf. Neben seinem Onkel und dessen Frau verlor er auch seine Tante im heimatlichen Sudan.

Scheich wird neuer Vormund

Der verstorbene Vater Ali Ahmed Al Tayyib war 1990 aus dem Sudan in die Vereinigten Arabischen Emirate gekommen, zehn Jahre später hatte er seine Frau dort kennengelernt. Er baute ein Lebensmittelgeschäft auf, das allerdings pleite ging. Deshalb konnte er das Schulgeld für seine sechs Kinder nicht mehr zahlen. Dabei müsste das älteste Kind in die 10. Klasse und das jüngste in den Kindergarten gehen.

Die Familie wurde nach der Beerdigung der Frau am 27. April auf Corona getestet und sollte sich zu Hause in Selbst-Isolation begeben. „Wir waren alle isoliert und erhielten telefonische Beileidsbekundungen zum Tod der beiden. Dann kamen die Ergebnisse – negativ“, so Hashim.

Nachdem das Schicksal der Familie in den Zeitungen und sozialen Medien des Golfstaats Schlagzeilen gemacht hatte, kam Hilfe: Am Donnerstag kündigte Scheich Humaid bin Rashid Al Nuaimi, Herrscher von Ajman, an, er werde alle Lebens-, Bildungs- und Sozialkosten für die vier Mädchen und zwei Jungen übernehmen.

„Ich hatte keinen Zweifel daran, dass für die Kinder gesorgt werden wird“, sagte Hashim, der in Abu Dhabi erscheinenden Zeitung „The National“. Er werde sich als neuer Vormund für die sechs Geschwister mit seiner Frau nach besten Kräften um die Cousins und Cousinen kümmern und wolle, dass sie ihre Ausbildung und ihr Leben fortsetzen können.