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Corona-Test: So tief muss der Tupfer eingeführt werden

·Freiberufliche Journalistin
·Lesedauer: 3 Min.

60 bis 70 Prozent der Bevölkerung werden sich wahrscheinlich mit dem Coronavirus infizieren, schätzen Virologen. Um die Ansteckung nachzuweisen, muss ein Test gemacht werden. Meist wird dafür ein Rachenabstrich verwendet und der ist nicht angenehm.

Coronavirus (COVID-19) is a respiratory illness caused by a new virus. Symptoms range from a mild cough to pneumonia
(Bild: Getty)

Nicht jeder der sich krank fühlt, kann einen Corona-Test machen. Die Bedingungen dafür sind derzeit klar vom Robert-Koch-Institut definiert. Nur wer sowohl Krankheitssymptome zeigt und Kontakt mit bereits an Covid-19 Erkrankten hatte oder Symptome zeigt und in einem Risikogebiet war, kommt für einen Test in Frage.

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In den überwiegenden Fällen wird für den Test ein Rachenabstrich verwendet. Wer dafür zugelassen wird, hat keine angenehme Aufgabe vor sich. Denn damit ein zuverlässiger Abstrich genommen werden kann, muss der Tupfer sehr tief durch die Nase oder den Mund in den Rachenraum eingeführt werden, bis er die hintere Rachenwand berührt. Dann wird der Tupfer an der Rachenwand im Kreis herumgeführt, um genug Probenmaterial zu sammeln. Dafür ist ein flexibler Tupfer erforderlich, wie das Robert-Koch-Institut auf seiner Internetseite schreibt.

Ärztin warnt auf Twitter vor dem Test

Auf Twitter hat die medizinische Ausbilderin Jessica Peck ein Bild veröffentlicht, dass einen Querschnitt beim Abstrich mit Tupfern durch die Nase zeigt. Damit will die Ärztin Menschen warnen, es erst gar nicht zu einem Test kommen zu lassen und appelliert eindringlich, die medizinischen Anweisungen zu befolgen: Wer zu Hause bleibt, schützt sich am besten vor Covid-19 und muss demzufolge erst gar nicht herausfinden, wie unangenehm dieser Test ist.

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Patienten, die den Test bereits gemacht haben, berichten von Niesreiz, stark laufender Nase, tränenden Augen oder gar Brechreiz.

So funktioniert der Test per Rachenabstrich

Getestet wird in Hausarztpraxen, Kliniken und speziell eingerichteten Testzentren. Alles in allem dauert der Test zwischen drei und fünf Minuten. Der Tupfer wird in einem Probenröhrchen verschlossen und dann aus Sicherheitsgründen in zwei weiteren Verpackungen, einem Schutzgefäß und einer Umverpackung, für den Transport ins Labor fertiggemacht.

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Dort werden die Proben erst im Computer registriert und anschließend mit sogenannten RT-PCR-Nachweissystemen untersucht. Dafür wird das Röhrchen geöffnet, die Spitze des Tupfers vorn abgeschnitten und in eine Lösung eingelegt. Anschließend wird die Probe in eine Maschine gesteckt, die nach vier bis fünf Stunden ein Messergebnis liefert. Von der Probenentnahme bis zum Ergebnis vergehen zwischen 24 und 48 Stunden.

Antikörpertests sollen neue Erkenntnisse bringen

Eine andere Testmethode sind die sogenannten Antikörpertests. Bei diesem Verfahren wird Menschen eine kleine Menge Blut abgenommen und anschließend im Labor untersucht. Der Test misst nicht die Viruskonzentration im Blut, sondern zeigt, ob Personen bereits Antikörper gegen das Virus gebildet haben. So lässt sich feststellen, ob jemand mit dem Virus infiziert war oder ist, auch wenn keinerlei Symptome erkennbar sind.

Die Antikörpertests sollen flächendeckend zum Einsatz kommen, um Erkenntnisse über die Ausbreitung von SARS-CoV-2 und die Dunkelziffer an Infizierten liefern. Seit dem 5. April wird das Verfahren in München angewendet. Forscher sammeln dafür innerhalb von vier Wochen Blutproben von 3.000 zufällig ausgewählten Haushalten. Insgesamt wollen die Wissenschaftler 4.500 Menschen untersuchen. Auch in Heinsberg in Nordrhein-Westfalen wird derzeit flächendeckend getestet.

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