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Corona-Pandemie: Klopapier ist nicht mehr auf Platz 1 - sondern diese Dinge werden oft gekauft

Nadine Vakšić
Freie Autorin

Corona

Das Kaufverhalten der Deutschen hat sich während der Corona-Pandemie deutlich verändert. Eine Analyse vom Verbraucherportal vergleich.org hat gezeigt, dass in der Krisenzeit nicht Klopapier am beliebtesten war, sondern andere Dinge.

Zu Beginn der Corona-Krise wurde viel Klopapier gekauft. (Symbolbild: Getty Images)

Seit Beginn des Corona-Ausbruchs hat sich das Kaufverhalten der Deutschen deutlich gewandelt. Während am Anfang der Krise die Kunden im Supermarkt vor allem vor leeren Klopapier-, Mehl- oder Hefe-Regalen standen, hatte der Online-Handel ganz andere Probleme – die Unternehmen kämpften mit Lieferschwierigkeiten. 

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Die Absatzzahlen im Online-Geschäft sind deutlich gestiegen – umso überraschender war es, was die Deutschen dort gekauft haben. Im Warenkorb lagen neben Lebensmitteln auch Sport-Produkte. Der absolute Verkaufsschlager ist hier das Trampolin.

Trampolin - das beliebteste Produkt 

Laut vergleich.org haben sich im Monatsdurchschnitt 381,8 Prozent mehr Online-Kunden für ein Trampolin entschieden. Das hört sich im ersten Moment unglaublich an, aber es ist auch irgendwie plausibel. Das Trampolin ist nicht nur ein Spaßgerät für Kinder, sondern auch geeignet fürs Fitnesstraining der Erwachsenen. Das kam den Deutschen in der Corona-Zeit gerade recht, da Spielplätze, Vereine und Fitnessstudios geschlossen waren.

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Nachfragezuwachs bei anderen Produkten

Während der Pandemie haben auch andere Sportgeräte einen großen Zuwachs - so zum Beispiel der Crosstrainer. Wegen der geschlossenen Fitnessstudios erfreute auch er sich einer hohen Nachfrage. Aber auch Planschbecken für den heimischen Garten wurden immer beliebter. Denn die Temperaturen stiegen – aber die Freibäder blieben geschlossen. 

Ein weiterer Verkaufsschlager ist das Fieberthermometer. Der Verkauf stieg um 270,6 Prozent an. Dann wuchs der Absatz für den Gefrierschrank. Die Verbraucher interessierten sich um 153,6 Prozent mehr als sonst, denn die großen Hamsterkäufe müssen ja irgendwo gelagert werden. Einen weiteren Zuwachs verzeichnete der Akku-Rasenmäher. Im Monatsdurchschnitt wurde er um 135,5 Prozent mehr verkauft.

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Die Nachfrage nach Tiefkühlprodukten steigt

Im Online-Handel stieg die Nachfrage nach Tiefkühlkost, vor allem bekannte Vertreiber wie Bofrost und Eismann profitierten mit einem großen Umsatzplus. vergleich.org fand heraus, dass die Deutschen in den letzten Wochen ganz besonders Tiefkühlpizza, gefrorenen Rahmspinat, Erbsen oder Lachsfilet gekauft haben. Andere Produkte dagegen verzeichneten einen Rückgang, so zum Beispiel die elektrische Zahnbürste – ihr Verkauf ging um 30 Prozent zurück. Ebenso Wäschetrockner, Glätteisen und Navigationsgeräte. Sie schreiben Verluste zwischen 28 und 24 Prozent. Aber auch das lässt sich leicht erklären. Denn die Frisur musste im Homeoffice nicht mehr perfekt sitzen und der Ausflug während der Krise ausfallen - somit war das Navi unnötig.

Überraschend ist auch, dass die Smartphones als Verlierer aus der Krise gehen. Samsung und Co. mussten bei ihren Mobiltelefonen einen Nachfragerückgang von rund 22 Prozent in Kauf nehmen. Und das obwohl die mediale und digitale Kommunikation aufgrund von Social Distancing wichtiger denn je erschien.

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