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Deutsche Infektionen rückläufig, Gütersloh-Lockdown verlängert

David Verbeek

(Bloomberg) -- Während sich die Neuansteckungen mit dem Coronavirus in Deutschland abschwächen, verlängert Nordrhein-Westfalen den Lockdown für Gütersloh. Weltweit nimmt die Dynamik der Pandemie weltweit zu. In Österreich wurde ein neues Infektionscluster registriert, und in Luxemburg sucht die Regierung nach Gründen für neue Ausbrüche.

Im Kreis Gütersloh, wo nach Infektionsausbrüchen in einem Schlachtbetrieb ein Lockdown verhängt wurde, werden die Maßnahmen um eine Woche verlängert. Das teilte die Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen mit. Der Schritt sei “unausweichlich”, sagte Landrat Sven-Georg Adenauer. Ministerpräsident Armin Laschet sprach von einer Mahnung, dass das Virus noch nicht besiegt sei. Im benachbarten Kreis Warendorf dagegen werden die Lockdown-Regelungen am Dienstag aufgehoben.

Nach Angaben der Johns Hopkins Universität vom Montagmorgen wurden in den zurückliegenden 24 Stunden in Deutschland 235 Neuinfektionen registriert. Das ist der niedrigste Wert seit 13 Tagen. Die Zahl liegt weiter deutlich unter den Höchstwerten Ende März, als an manchen Tagen knapp 7.000 Fälle gemeldet wurden. Erstmals seit einer Woche wurden binnen eines Tages keine Corona-Todesfälle gemeldet. Die Gesamtzahl der Todesopfer liegt bei 8.968.

Seit Beginn der Pandemie haben sich in Deutschland insgesamt 194.693 Personen mit dem Virus angesteckt. Deutschland liegt damit auf dem 15. Platz weltweit.

In Österreich haben die Neuinfektionen am Sonntag mit 74 ein Fünf-Wochen-Hoch erreicht. Laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit ist der Anstieg auf Erkrankungen nach Gottesdiensten in einer Pfingstkirchengemeinde in Linz zurückzuführen.

Luxemburg hat in den letzten Tagen einen ungewöhnlich starken Anstieg der Neuinfektionen registriert, und die Regierung ist noch auf der Suche nach der Ursache, sagte Gesundheitsministerin Paulette Lenert. Eine Party sei ein Grund für den Anstieg, daneben gebe es weitere besorgniserregende Fälle, sagte die Ministerin im RTL Radio.

Die weltweiten Zahlen zeigen, dass die Pandemie noch lange nicht vorüber ist. Global wurden zuletzt die Marken von zehn Millionen Ansteckungen und 500.000 Toten überschritten. Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation, erklärte, dass die Pandemie in eine “neue und gefährliche Phase” eingetreten sei. Das Zentrum des Infektionsgeschehens verlagert sich von Europa nach Amerika. Zuletzt entfiel fast die Hälfte aller Neuinfektionen auf die USA und Brasilien.

Laut Robert Koch Institut am Vorabend stieg die Reproduktionszahl, der sogenannte 4-Tage-R-Wert, in Deutschland auf 0,71, von 0,62 am Vortag. Die Zahl liegt den fünften Tag in Folge unter dem kritischen Wert von eins, nachdem sie unter anderem wegen Ausbrüchen in einem Fleischbetrieb auf über zwei angestiegen war. Der 7-Tage-R-Wert, der Schwankungen stärker ausgleicht, wurde ebenfalls mit 0,71 angegeben.

Das R-Maß gibt an, wie viele weitere Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt; die Zahl sollte unter 1,0 liegen, um eine exponentielle Ausbreitung zu verhindern, die das Gesundheitssystem überfordern könnte.

(Ergänzt um Gütersloh, Luxemburg)

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