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Corona-Helme: Sieht so unsere Zukunft aus?

Moritz Piehler
·Freier Autor
·Lesedauer: 3 Min.

Mit der fortschreitenden Corona-Pandemie steigt auch die Anzahl an Lösungskonzepten. Jetzt wirft eine Reihe von Entwicklern futuristische Corona-Helme auf den Markt.

Der Helm des Herstellers VZYR umschließt den gesamten Kopfbereich und soll zuverlässigen Schutz vor Aerosolen bieten. (Quelle: VZYR TECHNOLOGIES)
Der Helm des Herstellers VZYR umschließt den gesamten Kopfbereich und soll zuverlässigen Schutz vor Aerosolen bieten. (Quelle: VZYR TECHNOLOGIES)

Noch vor einem Jahr wäre die Vorstellung, dass Menschen sich nur noch mit luftdichten Helmen in der Welt bewegen, völlig absurd erschienen. Doch neun Monate nachdem die Corona-Pandemie anfing, sich über den gesamten Globus auszubreiten und inzwischen weltweit mehr als 1,3 Millionen Todesopfer gekostet hat, wirkt kaum eine Idee mehr zu absurd. Nachdem sich Masken zumindest teilweise als ansteckungsverringernd erwiesen haben, ist die logische nächste Konsequenz ein Corona-Helm. Darauf setzen zumindest gleich mehrere Entwickler, die ihre Prototypen in den vergangenen Monaten entwickelt haben.

Helme als neue Wirklichkeit

Der kanadische Erfinder Yezin Al-Qaysi zum Beispiel hat einen Corona-Helm entwickelt, der Kopf und Oberkörper einschließt. Über einen Ventilator und ein Filtersystem wird die Luft bereinigt und ausgetauscht. Der 32-Jährige benutzt den Helm in seiner Heimatstadt Toronto seit zwei Monaten im Selbstversuch, wie er der BBC erzählte. Ausgelacht würde er bei seinen Helm-Ausflügen nie, stattdessen fragten ihn viele Menschen, woher er die Schutzkleidung habe, so Al-Qaysi. Die Batterie für den Filter hält zwölf Stunden, der Helm soll Träger und Gegenüber verlässlich schützen. Laut Eigenangaben hat seine Firma VZYR Technologies bereits zehntausende Vorbestellungen erhalten.

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Je mehr sich die Menschen darauf einstellen, dass die Corona-Pandemie nicht so schnell verschwinden wird wie erhofft, desto mehr boomt das Schutzbekleidungs-Business. Al-Qaysi ist nicht der einzige Entwickler, der auf die Idee eines Corona-Helmes gekommen ist. Auch das Startup MicroClimate produziert einen luftdichten Helm. Der “AIR” ist seit Oktober im Handel erhältlich und gleicht eher einer Taucherglocke. In einem Werbevideo präsentiert das Unternehmen, das auf dem Hall-Labs-Campus in Provo im US-Bundesstaat Utah entstanden ist, den Effekt des Helmes anhand von farbigem Staub, der Aerosole verbildlichen soll. Unter dem Helm bleibt das Gesicht des Trägers völlig unberührt, während die Maskenträger in dem Video vollkommen farbig bestaubt sind. 3000 der “AIR”-Helme seien bisher verkauft worden, sagte Firmengründer Michael Hall gegenüber der BBC.

Ebenfalls aus den USA kommt das Helm-Startup Valhalla Medical Design. Die Firma hat Chris Ehlinger gegründet, ein Navy-Veteran. Der 35-Jährige aus Austin in Texas glaubt fest daran, dass die Helme ein Ausblick auf die Zukunft menschlicher Gesellschaften sind. Tatsächlich sehen auch die NE-1-Helme seiner Firma futuristisch aus, ein wenig wie Astronautenhelme. Sie sind sogar mit modernen Annehmlichkeiten wie Bluetooth, Mikrofon und Lautsprechern versehen, so dass die Kommunikation nach außen leichter möglich ist.

NE-1 Helmet from Danielle Ryan on Vimeo.

Ein großer Vorteil der Helme gegenüber Atemschutzmasken ist, dass das Gesicht des Gegenübers sichtbar bleibt. Anders als bei herkömmlichen Masken sorgt der Preis der Helme allerdings dafür, dass sich nicht jeder Mensch die Schutzkleidung leisten könnte. Die drei Helm-Modelle kosten etwa zwischen 130 und 350 Euro. Noch ist allerdings keiner davon medizinisch als sicher zertifiziert. Alle Hersteller arbeiten momentan an medizinischen Versuchsreihen, die den Sicherheitsstandard unabhängig verifizieren würden.

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