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Corona drückt Triebwerkshersteller Rolls-Royce noch tiefer in die Verlustzone

·Lesedauer: 2 Min.

LONDON (dpa-AFX) - Die Corona-Pandemie hat den britischen Triebwerkshersteller Rolls-Royce <GB00B63H8491> im vergangenen Jahr noch tiefer in die roten Zahlen gerissen. Weil das Virus die Luftfahrtbranche in eine Krise stürzte, stand unter dem Strich ein Verlust von fast 3,2 Milliarden britischen Pfund (3,7 Mrd Euro), wie der Konzern am Donnerstag in London mitteilte. Im Vorjahr hatte sich das Defizit bereits auf 1,3 Milliarden Pfund belaufen. Der Umsatz des Konzerns brach um 29 Prozent auf 11,8 Milliarden Pfund ein.

Das Management hatte mit einem radikalen Sparprogramm auf die Folgen der Pandemie reagiert. Rolls-Royce-Chef Warren East sprach nun vom größten Umbau der jüngeren Unternehmensgeschichte. 2020 hat der Konzern bereits insgesamt 7000 Stellen abgebaut, bis Ende kommenden Jahres sollen weitere 2000 folgen. Mit Blick auf die Zukunft machen dem Management Impfungen gegen das Virus und neue Teststrategien Mut. Die Rolls-Royce-Führung geht deshalb von einer Erholung des Geschäfts aus, wenn die Reisebeschränkungen wieder aufgehoben werden. Die Aktie des Konzerns legte am Vormittag um mehr als 2 Prozent zu.

Der Einbruch des weltweiten Luftverkehrs und die Notlage vieler Airlines trifft Rolls-Royce noch stärker als andere Triebwerkshersteller. Im Gegensatz zu General Electric <US3696041033> aus den USA, Safran <FR0000073272> aus Frankreich, dem US-Unternehmen Pratt & Whitney und der deutschen MTU <DE000A0D9PT0> haben sich die Briten ganz auf Antriebe für Großraumflugzeuge von Boeing <US0970231058> und Airbus <NL0000235190> verlegt, die auf Langstreckenverbindungen zum Einsatz kommen. Airline-Manager und Flugzeughersteller erwarten, dass sich das Geschäft mit Fernflügen als Letztes von der Krise erholt.

Daher macht sich Konzernchef East keine Illusionen darüber, dass Rolls-Royce auch 2021 eine Milliardensumme verbrennen dürfte. Er rechnet mit einem freien Barmittelabfluss von rund zwei Milliarden Pfund - vor allem in der ersten Jahreshälfte. Im abgelaufenen Jahr hatte der Konzern noch mehr als doppelt so viel Geld verbrannt. Für das Jahr 2022 erwartet das Management dann aber wieder einen Barmittelzufluss von 750 Millionen Pfund.