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Corona-Crash: 3 Wachstumsaktien, die jetzt spottbillig sind

Christoph Gössel, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

Die Unsicherheit rund um das Coronavirus und dessen weitere Verbreitung lässt die Kurse purzeln. Das ist kurzfristig zwar verständlich, da das Ausmaß der Rezession, in die wir gerade zu schlittern drohen, überhaupt nicht abschätzbar ist.

Langfristig gesehen allerdings haben solche drastischen Rückgänge bisher immer hervorragende Kaufchancen kreiert. Investoren, die den Mut hatten, diese zu nutzen, wurden dafür langfristig reich belohnt. Das gilt insbesondere für Wachstumsunternehmen mit hervorragenden Marktpositionen.

Ich denke, dass genau das bei den Aktien von iRobot (WKN: A0F5CC), Wirecard (WKN: 747206) und Zalando (WKN: ZAL111) der Fall sein könnte, weshalb ich die laufende Korrektur hier bereits zum Nachkaufen genutzt habe. Was mich hier so überzeugt, das erfährst du, wenn du weiterliest.

1. iRobot

iRobot ist mit sehr großem Abstand der Marktführer für Haushaltsroboter: Zwar musste man in den letzten Jahren einige Marktanteile an aufstrebende Konkurrenten abgeben, dennoch kontrolliert das Unternehmen mit seinem Roomba global immer noch über 50 % des Marktes für Premium-Roboterstaubsauger.

Das Wachstumspotenzial ist enorm: Allein in den USA schätzt das Unternehmen seinen unmittelbar adressierbaren Markt auf 22 Millionen Haushalte, langfristig könnten weitere 90 Millionen hinzukommen. Nur knapp ein Viertel der global verkauften Staubsauger sind derzeit Roboter. Zusätzlich hat das Unternehmen einen Wischroboter im Angebot und startet nächstes Jahr mit einem Mähroboter.

iRobots Bilanz ist grundsolide: Das Unternehmen hat mehr Cash als kurzfristige Verbindlichkeiten und keine Finanzschulden. Obwohl der Handelskrieg das Unternehmen 2019 ordentlich belastete, wurde ein freier Cashflow in Rekordhöhe eingefahren. Auf Basis der für 2020 erwarteten Gewinne liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) bei knapp 19 (Stand aller Kurs- und Bewertungsangaben: Schlusskurse vom 17. März 2020).

2. Wirecard

Der Aschheimer Payment-Dienstleister besitzt genau wie iRobot eine Menge Wachstumspotenzial: Das Unternehmen profitiert von mehreren Megatrends: Bargeldloses Bezahlen ist global auf dem Vormarsch, es wird immer mehr online eingekauft und Digitalisierung und Internationalisierung des Handels machen innovative Bezahlverfahren notwendig.

Zudem ist die Marktposition Wirecards hervorragend: Das Unternehmen deckt quasi alle Stufen in der Wertschöpfungskette des Zahlungsverkehrs ab. Mit der Hilfe Wirecards können Unternehmen sowohl elektronische Zahlungen annehmen als auch eigene Zahlungsinstrumente herausgeben. Langfristig jedoch soll das Payment-Business weniger bedeutend werden, zugunsten von datengetriebenen Mehrwertdiensten.

Bis 2025 plant Wirecard, ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von mindestens 3,8 Mrd. Euro einzufahren. Die aktuelle Marktkapitalisierung ist nicht einmal das Dreifache davon. Sollte das Unternehmen seine Unschuld in der Financial Times-Affäre beweisen können – wonach es bislang aussieht –, könnte eine starke Erholungsrallye zünden.

3. Zalando

Der Berliner Onlinehändler könnte sogar zu den langfristigen Profiteuren des Coronavirus gehören: Der aktuelle Shutdown, der auch Modegeschäfte trifft, bedeutet, dass in Europa teilweise gar kein Weg mehr am Onlineshopping vorbeiführt, wenn man neue Klamotten braucht. Und Kunden, die einmal auf Zalando gelandet sind, dürften dort auch nach dem Ende der Pandemie bleiben. Das könnte dem Unternehmen dabei helfen, sein Ziel zu erreichen, zum europaweiten „Startpunkt für Mode“ zu werden.

Das Potenzial ist enorm: Der europäische Modemarkt könnte in fünf bis zehn Jahren auf über 450 Mrd. Euro anwachsen. Zum Vergleich: Das Bruttowarenvolumen (GMV) lag 2019 gerade einmal bei 8,2 Mrd. Euro. Zalando möchte seinen Marktanteil langfristig auf über 5 % steigern, das GMV soll schon 2023 oder 2024 bei 20 Mrd. Euro liegen.

Der Umsatz soll in diesem Zeitraum von 6,5 Mrd. Euro im letzten Jahr auf 13 Mrd. Euro zulegen, wobei das Unternehmen langfristig eine zweistellige operative Marge anstrebt. Die aktuelle Marktkapitalisierung von 8,3 Mrd. könnte in diesem Zusammenhang etwas zu niedrig sein.

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Christoph Gössel besitzt Aktien von iRobot, Wirecard und Zalando. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von iRobot und Zalando.

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