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Corona-Antikörper: Ist das der Forschungs-Durchbruch?

Braunschweiger Forscher gelang es, einen Antikörper nachzuweisen, der Covid-19 am Eindringen in die Zellen hindert. Doch der Durchbruch ist nur der erste Schritt im Kampf gegen das Virus.

Mithilfe von Antikörpern wollen die Braunschweiger Forscher ein wirksames Medikament gegen Covid-19 Erkrankungen entwickeln. (Symbolbild: Getty)

Dennoch zeigte sich der Virologe Luka Cicin-Sain vom Braunschweiger Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) begeistert über den Forschungs-Erfolg. "Das ist eindeutig ein Durchbruch, der zeigt: Wir sind auf dem richtigen Weg für die Entwicklung eines Medikaments gegen Covid-19", sagte Cicin-Sain in einem Interview mit der Braunschweiger Zeitung.

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6.000 verschiedene künstlich hergestellte menschliche Antikörper wurden von dem Virologen Team analysiert. Insgesamt stießen die Wissenschaftler dabei auf über 750 Antikörper, die an das Coronavirus andocken. Das ist die wichtigste Bedingung für eine wirksame Bekämpfung des Virus. Im nächsten Schritt werden die Antikörper an Zellkulturen auf ihre Wirksamkeit getestet.

Hoffnung auf ein Medikament schon im Herbst

Die Braunschweiger Forscher arbeiten nicht an einer Corona-Impfung, an der weltweit geforscht wird. Mit ihren Studien versuchen sie vielmehr ein wirksames Medikament für die Behandlung von schwer betroffenen Patienten zu entwickeln. Durch eine sogenannte Passiv-Immunisierung werde dem Virus das Potenzial genommen, hoffen die Forscher.

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Noch bis Mitte Juni sollen die Antikörper-Kandidaten für ein späteres Medikament getestet werden, dann beginnt die Prüfungsphase für die klinische Praxis, heißt es von Seiten des an dem Projekt beteiligten Biotech-Unternehmen Yumab. Die Vision sei es, schon im Herbst die ersten Corona-Patienten mit dem neuartigen Arzneimittel behandeln zu können.

Forschungsergebnisse lassen auf bessere Heilungserfolge hoffen

Auch aus der Politik wurden die Forschungsergebnisse aus Braunschweig freudig aufgenommen. Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) sagte in der Braunschweiger Zeitung: "Ich freue mich außerordentlich über diesen großen Erfolg der niedersächsischen Forschungseinrichtungen, der auf bessere Heilungserfolge bei Covid-19 hoffen lässt."

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Die Braunschweiger sind nicht die einzigen Forscher, die Erfolge beim Thema Antikörper vermelden können. Auch in Israel arbeiten Wissenschaftler mit Hochdruck an einer Antikörper-Lösung. Gerade erst sprach der israelische Verteidigungsminister Naftali Bennett auch dort von einem bedeutenden Durchbruch.

Israelische Forscher isolieren monoklonale Antikörper

Tatsächlich gelang es den Forschern, menschliche monoklonale Antikörper zu isolieren, die nach ihren Angaben in der Lage seien, das Coronavirus auszuschalten. Das Israel Institute for Biological Research vermeldete die Forschungsergebnisse und sorgte damit für weltweite Hoffnung auf ein schnelles Gegenmittel gegen die Pandemie. Experten halten dies allerdings für verfrüht.

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Die Antikörper müssen zum Einen erst den Nachweis erbringen, nicht nur unter Laborbedingungen, sondern auch im menschlichen Körper wirksam zu sein. Zum Anderen wären sie vermutlich eher als Behandlungsmethode einsetzbar und nicht als langfristiger Impfstoff. Die Isolierung des Antikörpers ist daher nur ein erster, wichtiger Schritt im Kampf gegen Covid-19.

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