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COP27: Abgeordneter bei Aktivisten-Termin aus dem Saal geworfen

SCHARM EL SCHEICH (dpa-AFX) -Eklat bei der Weltklimakonferenz in Ägypten: Ein Abgeordneter hat eine Veranstaltung der prominenten Demokratieaktivistin Sanaa Saif gestört, bis er nach einer hitzigen Diskussion aus dem Saal geworfen wurde. Der regierungsnahe Abgeordnete Amr Darwisch meldete sich am Dienstag in Scharm el Scheich zu Wort und kritisierte Saif, die für die Freilassung ihres inhaftierten Bruders kämpft. Alaa Abdel Fattah sei für ein Verbrechen verurteilt worden, sagte Darwisch. Als er das Mikrofon nicht abgab, kam es zu einem lauten Streit mit der Chefin der Menschenrechtsorganisation Amnesty International, Agnès Callamard - bis schließlich UN-Sicherheitsleute Darwisch aus dem Saal brachten.

Abdel Fattah zählte in der ägyptischen Revolution 2011 zu den Führungsfiguren. Die Massenproteste gegen Langzeitherrscher Husni Mubarak organisierte er maßgeblich mit. 2013 wurde er beim Protest gegen ein verschärftes Demonstrationsgesetz festgenommen und verurteilt. Seitdem saß er fast durchgehend im Gefängnis. Aus Protest gegen seine Haftbedingungen hatte er seit Monaten auf Essen und seit Sonntag früh auch auf Wasser - zeitgleich mit Beginn der Weltklimakonferenz COP27 im Land. Seitdem hängt sein Leben seiner Familie zufolge am seidenen Faden.

COP27-Präsident und Außenminister Samih Schukri sagte dem Sender CNBC, Abdel Fattahs Hungerstreik sei ein "persönliche Entscheidung". Ihm stehe gesundheitliche Versorgung zur Verfügung, wie allen anderen Häftlingen auch. Mit Blick auf die britische Staatsbürgerschaft, die Abdel Fattah 2021 durch seine in London geborene Mutter erhielt, sagte Schukri, diese sei in Ägypten noch nicht anerkannt. Ein Prozess zum Erwerb einer weiteren Staatsbürgerschaft müsse ägyptischem Recht folgen, und dieser Prozess sei noch nicht abgeschlossen.

Saif sagte, es sei unklar, ob ihr Bruder zwangsernährt werde. Damit könnte Abdel Fattah während der zweiwöchigen Konferenz möglicherweise am Leben gehalten werden. Bei der COP27 sind 45 000 Teilnehmer registriert, außerdem nehmen mehr als 100 Staats- und Regierungschefs teil.