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Continentals Zahlen für das erste Quartal fallen besser aus als erwartet

Der Zulieferer korrigiert seine vorläufigen Zahlen für das erste Quartal. Umsatz und Gewinn sinken weniger stark als Anfang April angenommen.

Die vorläufigen Quartalszahlen, die zusammen mit der Gewinnwarnung Anfang April veröffentlicht wurden, fallen etwas besser aus als erwartet. Foto: dpa

Von einer guten Nachricht zu sprechen wäre etwas übertrieben. Aber immerhin sind es keine schlechten Neuigkeiten, die Continental am späten Montagnachmittag veröffentlicht hat.

Der prognostizierte Umsatz- und Gewinnrückgang im ersten Quartal fällt nicht so heftig aus wie erwartet. Der Konzern sah sich wegen der massiven Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Autoindustrie Anfang April zu einer Gewinnwarnung gezwungen. Dabei wurden auch vorläufige Zahlen für das erste Quartal veröffentlicht.

Das Management war davon ausgegangen, dass der Konzernumsatz im ersten Quartal zwischen 9,4 und 9,8 Milliarden Euro liegen würde. Den aktuellen Zahlen zufolge liegt der Umsatz allerdings mit 9,844 Milliarden Euro leicht über dieser Spanne. Auch bei der Marge sieht es etwas besser aus. Statt zwei bis drei Prozent erreicht die Ebit-Marge 4,4 Prozent.

Sowohl die Automotive-Sparte, in der Contis Zukunftsgeschäft mit Sensorik und Software zusammengefasst ist, als auch das Reifen- und Industriegeschäft haben die prognostizierten Umsätze leicht übertroffen. Die endgültigen Zahlen für das erste Quartal gibt der Konzern am 7. Mai bekannt.

Doch der Vergleich mit den Vorjahresergebnissen zeigt, wie stark die Coronakrise das Geschäft von Continental in Mitleidenschaft gezogen hat. Denn in den ersten drei Monaten des Vorjahres lag die Ebit-Marge des Gesamtkonzerns noch bei über acht Prozent.

Die gesamte Zuliefererbranche kämpft mit den Auswirkungen der Pandemie. Bei Continental kommen allerdings interne Herausforderungen dazu, die in Zeiten von Corona noch größer geworden sind.

Verzicht auf Ausblick

Noch immer befindet sich Continental inmitten eines Konzernumbaus, bei dem die Ausgliederung der Antriebssparte Vitesco ein zentrales Element ist. Begonnen wurde der Umbau allerdings erst in der Endphase der fast zehn Jahre andauernden Wachstumsphase der Automobilbranche. Zeitgleich muss der Zulieferer die Transformation bewältigen, in der Verbrennungsmotoren durch elektrische Antriebseinheiten abgelöst werden und Software eine immer größere Rolle spielt.

Eine Prognose für das laufende Geschäftsjahr traut sich Continental, wie viele andere Konzerne derzeit auch, nicht abzugeben. Das wirtschaftliche Umfeld sei weiter von großer Unsicherheit geprägt, heißt es in der Pflichtmitteilung des Konzerns. „Es bleibt daher schwierig, das Ausmaß der nachteiligen Auswirkungen auf Produktion, Lieferkette und Nachfrage abzuschätzen. Continental sieht aus diesem Grund zurzeit weiterhin davon ab, einen Ausblick auf das Geschäftsjahr 2020 zu geben.“

Offen ist auch, wann die abgeblasene Hauptversammlung, die am 30. April stattfinden sollte, virtuell nachgeholt wird. Auf ihr werden die Aktionäre über die Abspaltung der Antriebssparte abstimmen.

Die Abspaltung soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Aus Unternehmenskreisen heißt es, dass die Hauptversammlung deswegen spätestens im August stattfinden müsste, damit der Zeitplan noch eingehalten werden könne.

Immerhin kann Continental auf eine gut gefüllte Kasse zurückgreifen. Der Zulieferer verfügt über flüssige Mittel in Höhe von 2,5 Milliarden Euro. Bei seinen Banken wiederum kann Conti auf Kreditlinien in Höhe von über 4,3 Milliarden Euro zurückgreifen.