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Commerzbank macht ernst

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Frankfurt/Main (dapd). Die Commerzbank schrumpft sich zulasten der Mitarbeiter gesund: Das zweitgrößte deutsche Geldhaus will in den kommenden drei Jahren 4.000 bis 6.000 Stellen abbauen, einen Großteil davon in Deutschland. Der Jobabbau ist Teil der Neuausrichtung der Bank und der angekündigten Kostendeckelung. Der genaue Umfang des Arbeitsplatzabbaus sei Teil von Verhandlungen mit den Betriebsräten, erklärte die Commerzbank (Xetra: 803200 - Nachrichten) am Donnerstag in Frankfurt am Main. Die Gewerkschaft ver.di reagierte empört.

Ende 2011 wies das Institut 49.250 Stellen weltweit aus, rund 34.000 davon im Inland. Da nicht jeder Mitarbeiter eine volle Stelle hat, liegt die Zahl der Beschäftigten höher. Im dritten Quartal 2012 waren es nach Angaben des Instituts insgesamt 56.300 Mitarbeiter, davon 43.400 in Deutschland.

"Frontalangriff auf die Arbeitsbedingungen"

Ver.di will gegen die Stellenstreichungen auf die Barrikaden gehen. "Beschäftigte, Betriebsräte und Gewerkschaft werden im Schulterschluss diesen Kahlschlag bekämpfen", sagte Vorstandsmitglied Beate Mensch in Berlin. "Dieser Frontalangriff auf die Arbeitsbedingungen ist mit dem Ziel, gute Bankdienstleistungen vor allem im Kundengeschäft zu bieten, nicht vereinbar." Im Inland seien bis zu 4.600 Stellen bedroht, also 15 Prozent des deutschen Personalbestands.

Laut ver.di nannte der Commerzbank-Vorstand den Privatkundenbereich als Schwerpunkt der Einsparungen. Dort gebe es demnach 30 Prozent zu viel Personal, also rund 3.400 Vollzeitstellen. Davon sollten 1.800 kurzfristig abgebaut werden, der Rest sei vom Wachstum der Sparte abhängig. Außerdem gehe die Commerzbankführung mit dem Ziel in die Verhandlungen, den Filialmitarbeitern Schichtdienste, Samstagsarbeit und geringere Gehälter zuzumuten.

Vorstandschef Martin Blessing hatte den Stellenabbau bereits im November (Xetra: A0Z24E - Nachrichten) 2012 bekanntgegeben, aber keine Größenordnung genannt. Damals stellte die Bank ihre neue Strategie vor, mit der sie nach Jahren der Krise, Milliardenverlusten und der Rettung durch den Steuerzahler wieder langfristig profitabel werden soll. Blessing kündigte damals an, bis 2016 zwei Milliarden Euro investieren zu wollen und die Kosten zugleich unter der heutigen Marke von knapp 7,3 Milliarden Euro zu halten.

Betriebsbedingte Kündigungen dieses Jahr noch ausgeschlossen

"Je besser unser Angebot ist, je zufriedener unsere Kunden sind, um so stärker sind wir damit auf der Ertragsseite und umso weniger Personal müssen wir abbauen", sagte Privatkunden-Vorstand Martin Zielke vor kurzem der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Die neue Strategie sieht vor, dass die Filialen der Bank stärker spezialisiert auftreten sollen, mit Schwerpunkten etwa auf Baufinanzierung oder das Wertpapiergeschäft.

Es dürfte für Blessing aber schwierig werden, den Filialmitarbeitern Samstagsarbeit zu verordnen. Der Manteltarifvertrag sieht den Samstag nicht als Regelarbeitstag vor, selbst mit Zustimmung des Betriebsrats lässt sich daran nach Angaben von ver.di nichts ändern. Zudem seien betriebsbedingte Kündigungen bei der Commerzbank infolge der Übernahme der Dresdner Bank bis Ende 2013 ausgeschlossen. Ver.di strebe an, diesen Schutz bis Ende 2016 zu verlängern.

Die Commerzbank-Aktie konnte bis zum Nachmittag anfängliche Verluste wettmachen, sie stand mit einem Plus von knapp einem Prozent im oberen Fünftel des Leitindex DAX.

dapd

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