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Comeco: Das Start-up der Sparda-Banken hat einen schweren Stand

Atzler, Elisabeth
·Lesedauer: 3 Min.

Mehrere Sparda-Banken haben viel Geld in eine Banking-App investiert. Doch nicht alle elf Sparda-Banken ziehen mit. Nun werden neue Partner gesucht.

Mehrere Sparda-Banken suchen nach neuen Partnern für ihr Finanz-Start-up Comeco. Dabei geht es nach Handelsblatt-Informationen zum einen darum, dass weitere Finanzinstitute womöglich Onlinebanking und App von Comeco anbieten – beides läuft unter dem Namen „Teo“. Zum anderen versucht Comeco, bei neuen Investoren frische Mittel einzuwerben.

Auch der IT-Dienstleister der Volks- und Raiffeisenbanken, Fiducia GAD, galt als möglicher Partner. Er hat allerdings bereits abgewinkt. Fiducia erklärte auf Handelsblatt-Anfrage, eine konkrete Beteiligung an Comeco beziehungsweise Teo sei nicht geplant. Ebenso wenig sei in Planung, Teo oder Teile davon in Anwendungen von Fiducia zu integrieren.

Sowohl die rund 800 Volks- und Raiffeisenbanken als auch die elf vergleichsweise großen Sparda-Banken gehören zur genossenschaftlichen Finanzgruppe. Doch sieben Sparda-Banken nutzen nicht Fiducia, sondern einen speziellen, auf sie zugeschnittenen IT-Dienstleister. Diese sieben Geldhäuser haben auch Comeco gestartet.

Comeco bestätigte, dass die Gesellschaft gezielt mit potenziellen Investoren und Partnern spreche. Details will das Start-up nicht nennen. „Dies war schon bei der Unternehmensgründung klar, um die gesetzten Ziele zu erreichen“, heißt es.

Für Comeco und die beteiligten Sparda-Banken steht viel auf dem Spiel. Sie haben bislang bereits 60 Millionen Euro in das Start-up gesteckt, wie der Newsletter „Finanz-Szene“ berichtete. Gut die Hälfte davon stammt von der Sparda-Bank Baden-Württemberg, der größten Sparda-Bank.

Sparda-Banken haben unterschiedliche Ansichten

Allerdings ruckelt es zum Teo-Start gewaltig. Die Sparda-Bank München wollte eigentlich die Sparda-App schon Ende 2020 zugunsten der Teo-App abschalten, nahm davon aber Abstand.

Auch jetzt sind nicht alle Geldhäuser gleichermaßen von Teo überzeugt. Die Sparda-Banken Baden-Württemberg, München, Nürnberg und Augsburg wollen ihr Onlinebanking in den kommenden Monaten auf Teo umstellen. Das heißt, Kunden können statt des bisherigen Sparda-Onlinebankings nur noch Teo nutzen.

Die Sparda-Bank Hessen distanzierte sich kürzlich ein Stück weit von Teo. Sie betonte laut „Finanz-Szene“ in einem Schreiben an ihre Kunden, dass die Sparda-App die mobile Banking-Lösung sei und bleibe. Das Kreditinstitut erklärte: „Teo wurde von uns von Beginn an als Ergänzung unseres bestehenden Angebots gesehen. Eine komplette Umstellung war für unser Haus aber nicht geplant.“ Bisher hätten nur rund 500 Kunden Teo genutzt, sie müssen sich nun noch einmal neu anmelden.

Die Sparda-Banken West und Ostbayern haben sich an der ersten Finanzierungsrunde beteiligt, wollen Teo aber nicht aktiv anbieten. Die vier weiteren Sparda-Banken – Berlin, Hamburg, Hannover und Südwest – sind weder beteiligt noch planen sie ein Angebot. Diese vier Geldhäuser nutzen Fiducia als IT-Dienstleister – und nicht Sopra Financial Technology wie die übrigen sieben Sparda-Banken.

Die unterschiedliche Nutzung der Teo-Angebote dürfte die Sparda-Banken, traditionell die Banken der Eisenbahnangestellten, weiter auseinandertreiben. Für Unfrieden sorgte bereits der Wechsel der vier Sparda-Banken zu Fiducia. Auch die übrigen Sparda-Häuser hatten sich eigentlich im Herbst 2018 für Fiducia entschieden, zum Wechsel kam es aber nicht.

Comeco ist mit ambitionierten Zielen gestartet. So erklärte die Gesellschaft vor anderthalb Jahren, sie wolle bis 2025 ein in Europa führendes Ökosystem rund ums Onlinebanking aufbauen. Doch viele Kunden reagieren skeptisch. Die App hat erst 260.000 Kunden.

Hinzu kommt, dass die App im Google Play Store schlecht bewertet wird. Sie erhält nur 1,9 von fünf möglichen Sternen. Im Pendant von Apple kam sie zuletzt auf die Note 3,4.