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Ciao „Cavaliere“

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Der Paukenschlag kam am Wochenende: Silvio Berlusconi, vor etwas mehr als einem Jahr als italienischer Ministerpräsident ausgeschieden, will zurück. Das erklärte er unmittelbar nachdem Mario Monti, aktueller Ministerpräsident, seinen Rücktritt bekannt gab. Berlusconis Mitte-Rechts-Partei PdL hatte ihm zuvor die Unterstützung entzogen. Märkte und Politiker sind seit dem in Aufruhr. Montis Reformpolitik galt als seriös, Berlusconi hingegen stand für das Chaos: „Italien darf jetzt auf zwei Drittel des Reformprozesses nicht stehen bleiben“, mahnte sogleich der deutsche Außenminister Guido Westerwelle. „Das würde nicht nur Italien, sondern auch Europa in neue Turbulenzen bringen.“ Auch Klaus Regling, Chef des Euro-Rettungsfonds ESM befürchtet eine Abweichung vom Sparkurs: „Italien hat im vergangenen Jahr wichtige Reformen angeschoben. Das haben die Märkte honoriert, allerdings haben sie auf die aktuellen Entwicklungen beunruhigt reagiert.“Die Neuwahlen sollen nach Angaben von Monti im März oder April stattfinden. „Die italienischen Wahlen stehen weit oben auf unserer Liste der Risiken“, sagt Holger Schmieding, Chefökonom der Berenberg Bank. „Ein Berlusconi-Wahlkampf gegen den ‚deutschen Sparkurs‘ hätte das Potenzial, die Märkte zu verunsichern.“ Unter Monti hatte sich das Land auf Reformen festgelegt. Der Ex-Banker von Goldman Sachs (NYSE: GS - Nachrichten) stand für einen struktur- und fiskalpolitischen Wandel. An den Finanzmärkten wächst nun die Sorge, mit der Rückkehr des „Cavalliere“ könnten die Risse innerhalb der Eurozone wieder zutage treten. „Es klaffen breitere Bruchstellen unter der Oberfläche“, sagt Georg Grodzki, Leiter Kredit-Analyse bei Legal & General Investment Management in London. „Die Investoren werden die Lippenbewegungen der italienischen Politiker sehr  genau mitlesen.“ EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Amussen zeigte sich enttäuscht über die Entscheidung Montis, denn dieser habe in kurzer Zeit das Vertrauen der Anleger zurückgewinnen und die Haushaltskonsolidierung voranbringen können. „Wer (SNP: ^WERY - Nachrichten) immer Italien nach den Wahlen regiert, wird diesen Kurs mit derselben Ernsthaftigkeit fortsetzen müssen“, mahnt Rasmussen.Am heutigen Montag gerieten italienische Staatsanleihen prompt unter Druck. Die Renditen von zehnjährigen Bonds kletterten um 35 Basispunkte auf 4,86 Prozent. Kreditausfallversicherungen für Italien-Bonds zogen um 33 auf 288 Basispunkte an. Der Aktienmarkt in Mailand bricht über drei Prozent ein. Auch Spanien bekam die Verunsicherung zu spüren: Zehnjährige Anleihen rentierten 17 Basispunkte höher, bei 5,60 Prozent. Die Kreditausfallversicherungen stiegen um 16 auf 315 Basispunkte. Der spanische Aktienindex IBEX stürzte zu Handelsbeginn um mehr als 100 Basispunkte ab, konnte sich im Tagesverlauf aber wieder etwas erholen. Die Ratingagentur Standard & Poor’s hatte Italien bereits am Freitag gewarnt. Wenn sich die Krise verschärfen sollte, drohe eine Herabstufung.Unter diesem Umständen erwarten Experten, dass die anstehenden Anleihe-Auktionen zum Stresstest werden. Am Mittwoch wolle die Regierung in Rom Schuldtitel mit einjähriger Laufzeit über insgesamt 6,5 Milliarden Euro ausgeben. Für Donnerstag sei eine Emission von Drei-Jahres-Papieren geplant. „Wir sollten mit einem Ausverkauf italienischer Vermögenswerte rechnen“, glaubt Erik Nielson, Chefvolkswirt bei Unicredit (EUREX: C2RI.EX - Nachrichten) in London. Der Wahlkampf werde vermutlich für ein paar Monate die Volatilität anheizen. „Aber darüber hinaus mache ich mir keine großen Sorgen über die Entwicklung der Politik in Italien“, so Nielson. Besonders große Chancen auf einen Wahlsieg werden Berlusconi dann doch nicht eingeräumt. Derzeit liege seine Partei fast 20 Prozentpunkte hinter der Mitte-Links-Partei PD. Allein seiner Kandidatur wird allerdings die Möglichkeit zugesprochen, Koalitionen in Italien zu erschweren und die für Unruhe in Europe (Chicago Options: ^REURUSD - Nachrichten) zu sorgen.(PD)

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