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Christiane Hörbiger in "Der Besuch der alten Dame" oder "Das Schwiegermonster": Die TV-Tipps für Fußball-Muffel

Großer Auftritt: Die unnahbare Ölmilliardärin Claire Zachanassian (Christiane Hörbiger) besucht ihre Heimatstadt Güllen. (Bild: ZDF / ORF / ARD / Toni Muhr)
Großer Auftritt: Die unnahbare Ölmilliardärin Claire Zachanassian (Christiane Hörbiger) besucht ihre Heimatstadt Güllen. (Bild: ZDF / ORF / ARD / Toni Muhr)

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Das Maß ist voll! Charlie (Jennifer Lopez, rechts) lässt sich von ihrer Schwiegermutter Viola (Jane Fonda) nichts mehr gefallen. (Bild: Kabel Eins / Warner Bros. Pictures)
Das Maß ist voll! Charlie (Jennifer Lopez, rechts) lässt sich von ihrer Schwiegermutter Viola (Jane Fonda) nichts mehr gefallen. (Bild: Kabel Eins / Warner Bros. Pictures)

"Der Besuch der alten Dame" (3sat)

Eine Dame war sie wahrhaftig: Die Schauspielerin Christiane Hörbiger verstarb am 30. November im Alter von 84 Jahren. Nun wiederholt 3sat die Verfilmung des Dürrenmatt-Klassikers "Der Besuch der alten Dame" um 20.15 Uhr. Vor der prächtigen Steiermark-Kulisse gibt die Österreicherin eine glänzende Ölmilliardärin Claire Zachanassian ab. Dürrenmatts Geschichte von 1955 zählt zu den meistgespielten deutschsprachigen Theaterstücken und wurde mehrfach verfilmt.

Auch in einem modernisierten Gewand bleibt die Geschichte wohlbekannt: Die Milliardärin Claire Zachanassian kehrt nach Jahrzehnten in ihre Heimatstadt Güllen zurück. Ehrfürchtig begrüßt man sie im Ort. Kein Wunder, denn durch die Schließung der einzigen Fabrik sind dort fast die Hälfte der Bewohner arbeitslos. Claire stellt eine Finanzspritze in Aussicht, an der jedoch eine fatale Bedingung geknüpft ist: Der Autohändler Alfred Ill (Michael Mendl, mit dem die Hörbiger ein weiteres Mal glänzend harmoniert), der sie einst schwanger im Stich ließ und als Hure denunzierte, soll sterben ... Durch den Ort weht ein Sturm der Entrüstung. Aber allmählich droht die Stimmung zu kippen.

Verteidigung unter Stalin: Ein Propaganda-Plakat, auf dem ein Soldat und eine Krankenschwester abgebildet sind, wirbt für den "Großen Vaterländischen Krieg". (Bild: ARTE / RMN)
Verteidigung unter Stalin: Ein Propaganda-Plakat, auf dem ein Soldat und eine Krankenschwester abgebildet sind, wirbt für den "Großen Vaterländischen Krieg". (Bild: ARTE / RMN)

"Das Schwiegermonster" (Kabel Eins)

Mit voller Wucht klatscht die Mittsechzigerin das Gesicht ihrer Schwiegertochter in die Torte, wieder und wieder. Ein Racheakt? Nein, nur Fantasie. Doch im Verlauf der Komödie "Das Schwiegermonster" (2005) von Robert Luketic erwartet den Zuschauer so manche fiese Attacke. Jane Fonda als Furie und Jennifer Lopez als (zunächst) unschuldige Braut liefern sich ein Duell köstlicher Boshaftigkeit. Kabel Eins wiederholt die Komödie, mit der sich Jane Fonda nach rund 15 Jahren Leinwandabstinenz zurückmeldete, um 20.15 Uhr. Sie spielt die TV-Moderatorin Viola, die einen Nervenzusammenbruch erleidet, als sie gefeuert wird. Am selben Tag lernt ihr Sohn Kevin (Michael Vartan) die bezaubernde Charlie (Lopez) am Strand kennen, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird. Einige Monate später wird Viola aus der Psychiatrie entlassen, und Kevin möchte ihr Charlie vorstellen. Zunächst verstehen sich die Frauen glänzend - bis der Sohn vor seiner Angebeteten auf die Knie geht und ihr einen Heiratsantrag macht. Der eifersüchtigen Mutter stehen die Haare zu Berge: Diese Hochzeit muss sie unter allen Umständen verhindern!

"Die Rote Armee" (ARTE)

Die Geschichte von Hitlers furchtbarem Krieg im Osten wird in der sehenswerten ARTE-Dokumentation "Die Rote Armee" von Filmemacher Michaël Prazan aus der eher ungewohnten russischen Perspektive erzählt. Als Nazi-Deutschland im Juni 1941 mit mehreren Millionen Soldaten die Sowjetunion trotz eines Nichtangriffspaktes überfällt, ist die sowjetische Verteidigung völlig unvorbereitet. Stalin, der sich am 07. August zum Oberbefehlshaber ernennt, hat in den 30er-Jahren Generäle und Führungsoffiziere liquidieren lassen. Auch nach dem Einmarsch, werden tausende umgebracht, weil sie den Angriff nicht aufgehalten hatten. Stalin, der eine Heidenangst vor Verschwörungen hatte, ließ den Geheimdienst des NKWD bis in die letzten Winkel wüten, während der eindrucksvolle Kosakenchor die "sozialistische rote Armee" mit seiner Stimmgewalt hochleben ließ. Ende September 1941 befanden sich mehr als zwei Millionen sowjetische Soldaten in deutscher Kriegsgefangenschaft, die Deutschen standen 200 Kilometer vor Moskau, bevor der Wintereinbruch erfolgte. Hitlers Truppen waren am 15. November nur 20 Kilometer vom Kreml entfernt, bis am 01. Dezember von General Schuckow die Meldung kam: "Der Feind ist erschöpft!"

Was in der Doku folgt, ist, ein bildunterstützter, packender Geschichtsunterricht. Eher selten werden bei durchgängigem Kommentar auch Einzelschicksale wie das der russischen Scharfschützin Rosa Schanina beleuchtet, die an ihrem Tun fast verzweifelte. Dem Sieg Stalins folgt in Teil zwei (21.15 Uhr) der Kalte Krieg.