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Christian Lindner hat zwölf Kilo mit Intervallfasten abgenommen – das sagen Experten zu der Diät

FDP-Chef Christian Lindner mit Reporterin Franca Lehfeldt.  - Copyright: picture alliance / SvenSimon | Frank Hoermann/SVEN SIMON
FDP-Chef Christian Lindner mit Reporterin Franca Lehfeldt. - Copyright: picture alliance / SvenSimon | Frank Hoermann/SVEN SIMON

Christian Lindner machte zuletzt nicht nur als Bundesfinanzminister Schlagzeilen, sondern auch wegen seiner Diät. Kurz vor seiner Hochzeit am kommenden Donnerstag und Samstag nahm der FDP-Politiker mit intermittierendem Fasten zwölf Kilo innerhalb von sechs Monaten ab, berichtete die "Bild"-Zeitung. Intervallfasten gilt als eine der Trend-Diäten der vergangenen Jahre, auch viele prominente Vertreter im Silicon Valley schwören auf die Ernährungsweise.

Grundprinzip ist, dass eine festgelegte Zeit lang normal gegessen und den Rest der Zeit vollständig gefastet wird. Davon ausgenommen sind lediglich Flüssigkeiten. Die Aufteilungen können dabei ganz unterschiedlich sein und von sich wiederholenden 24-Stunden-Zyklen bis hin zu Modellen reichen, bei denen fünf Tage normal gegessen und anschließend zwei volle Tage gefastet wird. Christian Lindner etwa schwört auf die 18:6-Formel. Das bedeutet, in sechs fortlaufenden Stunden darf er essen, danach 18 Stunden lang nichts mehr.

Länger gesund durch Intervallfasten

Ernährungsexperten sind sich uneinig über die langfristige Effektivität des Ernährungstrends fürs Abnehmen und empfehlen oft einfachere Diäten, die länger durchzuhalten sind. Aber ein Übersichtsartikel in der Fachzeitschrift „New England Journal of Medicine“ macht deutlich, gibt es immer mehr Studien, die den großen Erfolg des Ernährungstrends wissenschaftlich unterstützen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Intervallfasten das Risiko vieler Krankheiten, einschließlich Krebs, Diabetes und Herzkrankheiten, reduzieren kann, auch wenn die tägliche Kalorienanzahl gleich bleibt.

Für den Artikel haben die Forscher mehr als 70 Studien über die häufigsten Arten des Intervallfastens ausgewertet. Darunter die 5:2-Methode, bei der man fünf Tage die Woche normal isst und zwei Tage fastet, das Fasten an jedem zweiten Tag oder die Beschränkung der täglichen Essenszeit auf sechs bis acht Stunden.

Die Autoren haben herausgefunden, dass alle Arten von IF dazu beitragen können, den Alterungsprozess zu verlangsamen und altersbedingte Krankheiten wie Krebs, Herzkrankheiten und Diabetes zu verhindern. Außerdem kann der Ernährungstrend beim Verlust von Gewicht und Körperfett helfen.

Besonders vielversprechend ist, dass die Vorteile vom IF nicht nur Menschen zugutekommen, die Gewicht verloren haben. Laut der Studie gehen die Forscher davon aus, dass ein zusätzlicher Prozess, der als metabolisches Umschalten bezeichnet wird, der Grund für die meisten, wenn nicht sogar für alle Vorteile des Intervallfastens ist.

In einer Pressemitteilung erklärt der Hauptautor der Studie, Mark Mattson, dass diese Entdeckungen möglicherweise „ein Punkt sind, an dem wir bald erwägen werden, Informationen über das Intervallfasten zu den Lehrplänen der medizinischen Ausbildung neben den Standardratschlägen über gesunde Ernährung und Bewegung hinzuzufügen“.

„Metabolisches Umschalten“ bringt wohl auch noch Vorteile, wenn man wieder gegessen hat

Üblicherweise ist eine einfache Zuckerart namens Glukose die Hauptenergiequelle des Menschen. Wir erhalten Glukose aus unserer Nahrung, insbesondere aus Kohlenhydraten, die unser Verdauungssystem in Glukose umwandelt, so die Harvard T.H. Chan Schule für öffentliche Gesundheit.

Wenn wir fasten, muss unser Körper jedoch auf eine andere Energiequelle zurückgreifen. Deshalb wandelt die Leber Fettsäuren in Ketone um, die anstelle von Glukose als Brennstoff verwendet werden können. Wie die neue Forschung gezeigt hat, erlaubt Intervallfasten es dem Körper, zwischen den beiden Energiequellen, Glukose und Ketonen, zu wechseln, und zwar in einem Prozess, der als „metabolisches Umschalten“ bezeichnet wird.

Die Wissenschaftler nehmen an, dass die wechselnden Energiequellen für viele Vorteile des Intervallfastens verantwortlich sind. Entscheidend ist eine dauerhafte zelluläre Reaktion, die durch diesen Wechsel ausgelöst wird, um den Körper vor Schaden zu schützen. Dazu gehört die Reduzierung von Entzündungen, die Ankurbelung des Stoffwechsels und der Schutz vor oxidativem Stress, der mit altersbedingten Krankheiten wie Krebs oder Alzheimer in Verbindung gebracht wird. Diese und andere Vorteile scheinen auch dann anzuhalten, wenn man wieder normal Nahrung zu sich genommen hat.

Es gibt jedoch Probleme, die verhindern, dass das Intervallfasten zu einer weitverbreiteten Gesundheitslösung wird. - Copyright: JuliaMikhaylova/Getty Images
Es gibt jedoch Probleme, die verhindern, dass das Intervallfasten zu einer weitverbreiteten Gesundheitslösung wird. - Copyright: JuliaMikhaylova/Getty Images

Wie kann man das Fasten am besten umsetzen, um die Vorteile zu maximieren?

Weitere Studien haben gezeigt, dass Intervallfasten einen positiven Einfluss auf sportliche Betätigungen haben kann. So hat eine wissenschaftliche Untersuchung ergeben, dass junge Männer, die 16 Stunden am Tag gefastet haben, ihr Körperfett reduzieren konnten, während sie gleichzeitig durch Krafttraining Muskelmasse aufgebaut haben. Eine weitere Studie zeigt, dass IF nicht nur Vorteile für den Muskelaufbau hat. Die Untersuchung an Mäusen hat ergeben, dass die Tiere, die jeden zweiten Tag gefastet haben, eine bessere Laufausdauer hatten als die, die normal Nahrung zu sich genommen haben.

Auch die Gesundheit des Gehirns kann von der Umstellung der Ernährung profitieren. Wie mehrere klinische Studien zeigen, kann Intervallfasten zur Verbesserung des Gedächtnisses beitragen und den kognitiven Verfall bei älteren Menschen verhindern.

Trotz der nachgewiesenen Vorteile des Ernährungstrends gibt es noch einige Probleme, die verhindern, dass das Intervallfasten zu einer weitverbreiteten Gesundheitslösung wird. Das erste ist den Forschern zufolge die Tatsache, dass Menschen es gewöhnt sind, drei Mahlzeiten am Tag zu sich zu nehmen. Das zweite ist die ständige Verfügbarkeit von billigen kalorienreichen Snacks und Lebensmitteln, die es den Menschen schwer macht, zu fasten. Hinzu kommt, dass es in der Medizin zwar gängig ist, einem Patienten zu einer ausgewogeneren Ernährung oder mehr Bewegung zu raten, es aber noch kein etabliertes Verfahren zur „Verschreibung“ von Fasten gibt.

Es ist auch wichtig zu beachten, dass Intervallfasten nicht für jeden geeignet ist. Denn das Fasten kann zu Reizbarkeit, Antriebslosigkeit oder Stress führen und riskant für Menschen sein, die anfällig für Essstörungen sind.

In der Zukunft müssen vor allem die langfristigen Auswirkungen des Intervallfastens genauer untersucht werden. Doch Mattson, der den Ernährungstrend seit 25 Jahren studiert und selbst seit ungefähr 20 Jahren seine Ernährung danach richtet, ist sich sicher, dass Intervallfasten eines Tages ein fester Bestandteil jedes gesunden Lebensstils sein wird. Ob sich auch Christian Lindner nach der Hochzeit weiter nach dem Prinzip ernähren wird, bleibt abzuwarten.

 Dieser Text wurde von Franziska Heck aus dem Englischen übersetzt.

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