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Chinesische Videoplattform TikTok löscht Nutzerkommentare in Deutschland, die Wörter wie „schwul“ und „LGBTQ“ beinhalten

Recherchen haben gezeigt, dass die Videoplattform TikTok mithilfe von automatischen Filtern bestimmte Stichwörter blockiert. - Copyright: MANJUNATH KIRAN/AFP via Getty Images
Recherchen haben gezeigt, dass die Videoplattform TikTok mithilfe von automatischen Filtern bestimmte Stichwörter blockiert. - Copyright: MANJUNATH KIRAN/AFP via Getty Images

Lange waren auf TikTok typischerweise vor allem Tanzeinlagen und Lippensynchronisationen zu bekannten Songs zu finden. Mittlerweile gibt es auf der Plattform aber eine große Auswahl an Inhalten: Von Nachrichten über Comedy-Sketche bis hin zu politischen Inhalten ist so gut wie alles dabei. Das macht TikTok vor allem für junge Menschen zu einer der beliebtesten und wichtigsten Social-Media-Plattformen.

Wie aktuelle Recherchen von NDR, WDR und "tagesschau.de" nun zeigen, schränkt TikTok aber offenbar die Meinungsfreiheit seiner Nutzer ein, indem die Plattform auf sogenannte automatische Wortfilter zurückgreift. Dabei werden bestimmte Wörter von der Plattform blockiert.

Testaccounts hätten im September insgesamt 70 Wörter und Wortkombinationen getestet – mehr als 20 von ihnen seien rausgefiltert worden, wie "tagesschau.de" berichtet. Darunter Wörter wie "Nazi", "Sklaven", "Gas", "LGBTQ" und "schwul". Enthielten Kommentare mindestens eines dieser Wörter, wurden sie demnach blockiert. Hinzu kommt: Die Verfasser selbst erfahren nicht, dass ihr Kommentar gar nicht veröffentlicht wurde. Ihnen wird der Beitrag laut Rechercheteam weiterhin angezeigt.

Filter fallen nicht zum ersten Mal auf

Bereits im Februar 2022 konnten NDR, WDR und "tagesschau.de" den Einsatz von Wortfiltern auf TikTok nachweisen. Damals wie heute räumten Sprecher der Plattform Fehler ein und versprachen, das System zu überarbeiten. Danach seien gesperrte Begriffe zunächst wieder verwendbar gewesen, berichtet die "tagesschau.de". Bevor TikTok einige von ihnen anscheinend erneut blockierte. Darunter Wörter wie "LGBTQI", "gay" oder "Heterosexuelle".

Die Professorin für Medienwissenschaft und Intermedialität an der Universität Bonn, Caja Thimm, spricht bei diesen Vorgängen im Gespräch mit "tagesschau.de" von „Agenda Cutting“: Indem TikTok bestimmte Begriffe nicht zulasse, verhindere die Plattform, dass dort über Themen diskutiert werden könne. Sie bezeichnet diese Entwicklung außerdem als „höchst problematisch“.

TikTok hat nach eigenen Angaben in Deutschland etwa 20 Millionen Nutzer und Nutzerinnen. Die Videoplattform ist vor allem bei Jugendlichen beliebt: In Deutschland nutzt die Hälfte der Zwölf- bis 19-Jährigen TikTok regelmäßig. Die Plattform wird von dem chinesischen Internet- und Technologieunternehmen ByteDance betrieben, an dem auch die chinesische Regierung beteiligt ist.

kit