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Chinesische Banken geben Tesla Kredit für Gigafactory in Shanghai


Bei der Finanzierung seiner ersten Gigafactory außerhalb der USA hat Tesla eine wichtige Hürde genommen: Chinesische Geldhäuser gewähren dem E-Autopionier aus dem kalifornischen Palo Alto einen Kredit von bis zu 3,5 Milliarden Yuan, das sind umgerechnet fast 500 Millionen US-Dollar. Zudem stellten die Banken dem Unternehmen in Aussicht, künftige Investitionen zu ermöglichen – egal ob in den USA oder anderswo.

Kosten soll die erste Gigafactory auf asiatischem Boden Tesla zufolge insgesamt zwei Milliarden Dollar. Gesichert hat sich der E-Autohersteller für die erste ausländische Produktionsstätte ein 81 Hektar großes Areal in der Metropole Shanghai im Osten Chinas für 140 Millionen Dollar.

Zu den Kreditgebern zählen Medienberichten zufolge die China Construction Bank, die Agricultural Bank of China, die Industrial and Commercial Bank of China und die Shanghai Pudong Development Bank.

Anfang Januar hatte Tesla den ersten Spartenstich für die neue Fabrik in Shanghai gemacht. Fertiggestellt werden soll die Produktionsstätte laut einem Regierungsbeamten aus Schanghai bereites im Sommer.

Ab Ende dieses Jahres sollen dort das Model 3 und das Model Y, das Tesla in der kommenden Woche vorstellen wird, mit einer Jahreskapazität von 250.000 Fahrzeugen gebaut werden. Auch sollen die für die Fahrzeuge notwendigen Batterien dort hergestellt werden. Ab 2020 sollen dann jährlich doppelt so viele Fahrzeuge in Shanghai vom Fließband rollen.


Dass Tesla ausgerechnet nach China expandiert, liegt in erster Linie daran, dass sich die Volksrepublik zum Leitmarkt für Elektromobilität entwickelt. 2018 wurden laut einer Studie des Center of Automotive Management (CAM) auf dem chinesischen Markt 1,27 Millionen E-Autos verkauft. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einem Zuwachs von 64 Prozent.

Der Marktanteil der E-Fahrzeuge an den Gesamtzulassungen stieg von 2,7 auf 4,6 Prozent, was vor allem an der Umweltpolitik der chinesischen Regierung liegen dürfte, die emissionsfreie Fahrzeuge fördert.

Zudem versucht Tesla-Chef Elon Musk durch den Bau der Gigafactory in China die Auswirkungen des Handelsstreits zwischen den USA und der Volksrepublik auf sein Unternehmen abzuschwächen. Als Reaktion auf die von US-Präsident Donald Trump erhobenen Zölle auf chinesische Importe hatte die größte Volkswirtschaft der Welt die Fahrzeuge von US-Autobauern mit Zöllen in Höhe von 40 Prozent belegt. Die Abgabe machte Teslas Autos besonders teuer – vor allem im Vergleich zu den chinesischen E-Auto-Herstellern.

Tesla will so mit asiatiischen E-Autobauern mithalten

Die Preise für die Model S und Model X stiegen daraufhin um 20.000 Dollar. Im Oktober verkaufte Tesla nur noch 211 Fahrzeuge in China – ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahr von 70 Prozent. Zum Jahresende entschied sich Tesla schließlich, die Preise auf Kosten der Marge deutlich zu senken.

Durch die Produktionsstätte vor Ort ist es Tesla möglich, preislich mit den asiatischen Anbietern von Elektrofahrzeugen wie etwa Byton, Nio oder XPeng Motors mitzuhalten. „Erschwingliche Autos müssen auf dem Kontinent hergestellt werden, auf dem die Kunden sind“, hatte Musk erst vor Kurzem seine Produktionspolitik via Twitter verkündet.

Mit Agenturmaterial.