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Chinas Zentralbank kündigt Maßnahmen gegen Konjunkturabkühlung an

Die Folgen des Handelsstreits mit den USA sorgen in China zusehends für Nervosität. Chinas Handelsminister spricht von „beispiellosen Herausforderungen“.

Plant weitere Schritte gegen die abkühlende Konjunktur. Foto: dpa

China wird nach Angaben der Zentralbank weitere Schritte gegen die abkühlende Konjunktur einleiten. Die Volksrepublik werde „weiterhin eine umsichtige Geldpolitik betreiben und die Kraft antizyklischer Maßnahmen erhöhen“, hieß es in einer am Sonntag über den Kurznachrichtendienst Weibo verbreiteten Erklärung.

China werde die Wege verbessern, damit Geld aus dem Bankensektor besser in der Realwirtschaft ankommen könne. Auch soll dafür gesorgt werden, dass kleinere Banken sich besser mit Kapital versorgen können. Sie leiden besonders unter sinkenden Margen und zunehmender Gefahr von Zahlungsausfällen.

Es wird erwartet, dass Peking in den kommenden Monaten weitere Unterstützungsmaßnahmen ankündigen wird, um das Risiko einer stärkeren Konjunkturabschwächung zu senken. China macht der Handelskrieg mit den USA zu schaffen, aber auch die schwächere Nachfrage nach seinen Exportprodukten in anderen Regionen.

Ökonomen erwarten, dass sich das Wachstum im zu Ende gehenden dritten Quartal weiter abkühlen könnte. Von April bis Juni hat es mit 6,2 Prozent den kleinsten Anstieg des Bruttoinlandsproduktes seit rund drei Jahrzehnten gegeben.

Chinas Handelsminister spricht von „beispiellosen Herausforderungen“

Zuvor hatte Handelsminister Zhong Shan erklärt, chinesische Unternehmen stünden wegen des Zollstreits mit den USA unter Druck. „Der Handel steht vor beispiellosen Herausforderungen“, sagte Zhong am Sonntag auf einer Pressekonferenz in Peking.

Die Volksrepublik werde mehr importieren. Maßnahmen zur Stabilisierung des Handels würden Früchte tragen. Details nannte der Minister nicht.

Eine neue Runde hochrangiger Gespräche zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt ist für den 10. und 11. Oktober in Washington angesetzt. Die Verhandlungen werden auf chinesischer Seite von dem Wirtschaftsberater von Präsident Xi Jinping, Vize-Regierungschef Liu He, geführt, berichtete das Handelsministerium am Sonntag. Die Gespräche finden im Rahmen des strategischen Wirtschafts- und Handelsdialogs statt, den beide Länder dann zum 13. Mal führen.

Er hoffe, dass sich beide Seiten in dieser Verhandlungsrunde aufeinander zu bewegen können, sagte Vizehandelsminister Wang Shouwen. Der Dialog müsse auf der Grundlage von Gleichheit und gegenseitigen Respekts stattfinden. Vor den neuen Gesprächen gab es zwar einige Gesten des guten Willens auf beiden Seiten, doch auch wieder neue Drohgebärden von Seiten der US-Regierung.

US-Präsident Donald Trump erwägt Insidern zufolge den Einsatz neuer Drucktaktiken gegen Peking – darunter die Möglichkeit, chinesische Unternehmen von den US-Börsen zu nehmen. Er wäre Teil umfangreicherer Bemühungen, chinesische Investitionen in den USA einzuschränken, hatte es aus Regierungskreisen geheißen. Eine Entscheidung stehe allerdings nicht kurz bevor.

Eine Sprecherin des US-Finanzministeriums erklärte dazu am Samstag gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg, ein Ausschluss vom Aktienmarkt werde „zum jetzigen Zeitpunkt“ nicht erwogen. Zuletzt waren nach Angaben der US-Regierung mehr als 150 chinesische Firmen an der Wall Street notiert. Ein Börsenausschluss dürfte den seit Monaten lodernden Handelsstreit zwischen den beiden größten Wirtschaftsmächten kräftig anheizen.

Aus Verärgerung über das große Handelsdefizit der USA mit China hatte US-Präsident Donald Trump den Handelskrieg angezettelt. Seitdem überziehen sich die beiden größten Wirtschaftsnationen der Welt mit Strafzöllen, was nicht nur ihre eigenen Volkswirtschaften bremst, sondern auch die globale Konjunktur belastet.