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Chinas Aktienmarkt verlor innerhalb von zwei Jahren Billionen Dollar an Wert – das ist der Grund laut Ökonomen

Menschen gehen an einer elektronischen Anzeigetafel vorbei, die den Hang Seng Index in Hongkong, China, am 22. Januar 2024 anzeigt. - Copyright: Vernon Yuen/NurPhoto/Getty Images
Menschen gehen an einer elektronischen Anzeigetafel vorbei, die den Hang Seng Index in Hongkong, China, am 22. Januar 2024 anzeigt. - Copyright: Vernon Yuen/NurPhoto/Getty Images

Ein brutaler Abwärtszyklus an Chinas Aktienmarkt hat seit 2021 Bewertungen in Höhe von über sechs Billionen US-Dollar (knapp 5,5 Billionen Euro) vernichtet. Die politischen Entscheidungsträger in Peking könnten zu den Turbulenzen beitragen.

Die Märkte in China und Hongkong weiteten ihre Kursverluste am Montag aus. Sie konnten erst am Dienstag wieder etwas aufholen, nachdem Bloomberg berichtet hatte, dass Peking ein Maßnahmenpaket in Höhe von zwei Billionen chinesischen Yuan (das sind 282 Milliarden US-Dollar, also circa 259 Milliarden Euro) zur Stabilisierung des Marktes erwägt.

Der Hongkonger Hang Seng Index lag am Dienstag um 17 Uhr Ortszeit um 2,6 Prozent höher, nachdem er im bisherigen Jahresverlauf um rund zehn Prozent gefallen war. Unterdessen stieg der CSI 300 um 0,4 Prozent, war aber immer noch um sechs Prozent niedriger als im bisherigen Jahresverlauf. Der CSI 300, bildet die 300 in Shanghai und Shenzhen notierten Aktien mit der größten Marktkapitalisierung ab.

Der Bericht von Bloomberg berief sich auf Personen, die mit der Angelegenheit vertraut sind. Er kam nur einen Tag, nachdem die People's Bank of China (PBOC) die Leitzinsen unverändert gelassen hatte. Dies enttäuschte die Anleger. Denn sie hofften auf eine Zinssenkung, die die Kreditvergabe und die Investitionen in der Gesamtwirtschaft ankurbeln würde.

Chinas Signale für die Wirtschaft scheinen Investoren und Analysten zu verwirren.

"Die Verwirrung über die wirtschaftspolitische Haltung Pekings hat zugenommen", schrieben die Ökonomen von Nomura in einer Notiz vom Montag. Die Notiz liegt dem Business Insider vor. Schließlich hätten die größten staatlichen Banken des Landes im Dezember die Einlagenzinsen gesenkt. Das habe die Erwartung eines ähnlichen Schrittes der Zentralbank geweckt. Doch dazu sei es nicht gekommen, fügten sie hinzu.

"Die Äußerungen hochrangiger Beamter deuten darauf hin, dass Peking nicht bereit ist, kurzfristiges Wachstum um den Preis steigender langfristiger Risiken anzustreben", fügten sie hinzu. Sie verwiesen auf die offiziellen Verpflichtungen zu einer nachhaltigeren und stabileren Wirtschaft nach Jahrzehnten des halsbrecherischen Wachstums vor dem Corona-Ausbruch.

Chinas Wirtschaft hat jedoch Mühe, sich von der Pandemie zu erholen. Sie ist mit erheblichem Gegenwind konfrontiert. Der ist sowohl durch eine Immobilienkrise als auch durch ein demografisches Problem — aufgrund einer rekordverdächtig niedrigen Geburtenrate — gekennzeichnet. Die Bevölkerung der Nation schrumpfte im vergangenen Jahr zum zweiten Mal in Folge.

Chinas Aktienmarkt kann keinen großen Vertrauensverlust gebrauchen

Da sowohl die chinesische Wirtschaft als auch die Märkte schwanken, gibt es Anzeichen dafür, dass die Regierung von Präsident Xi Jinping einige übereifrige Maßnahmen zur Stärkung des Vertrauens in die Wirtschaft zurücknimmt.

Im Dezember wurde nach der jährlichen Zentralen Wirtschaftskonferenz ein Dokument veröffentlicht. In dem kam das Bedauern über Pekings schnelles und hartes Durchgreifen gegen den Privatsektor zum Ausdruck. Im selben Monat schalteten die Behörden in den Modus der Schadensbegrenzung. Denn vorher hatte ein neuer Entwurf für Vorschriften zur Regulierung von Videospielen einen Zusammenbruch des 80 Milliarden US-Dollar (73,6 Milliarden Euro) schweren Marktes ausgelöst.

Zwar sind derartige Anpassungen der Politik in China keine Seltenheit, doch einen nachhaltigen Vertrauensverlust bei den Anlegern kann das Land im Moment nicht gebrauchen.

Wie Ji Min, ein Beamter der PBOC, in einer Veröffentlichung der Zentralbank in diesem Monat schrieb, achtet der Markt "sehr genau" auf die Ausrichtung und Durchführung der Politik, wenn die Erwartungen schwach sind, schreibt die South China Morning Post.

Während der Aktienmarkt Chinas immer noch im Keller ist, sehen manche auch Chancen für die Zukunft. "Wir halten an unserer langfristig positiven Einschätzung fest, da wir chinesische Aktien als Kernbestandteil einer strategischen Vermögensallokation sehen", schreiben die Experten von Amundi, Europas größtem Vermögensverwalter, in einer Mitteilung vom Dienstag und verweisen auf attraktive Bewertungen und attraktive längerfristige Erträge.

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