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China geht gestärkt ins Jahr der Schlange

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Singapur (dapd). Vor dem chinesischen Neujahrsfest an diesem Wochenende hat die Wirtschaft des Reichs der Mitte noch einmal deutlich Fahrt aufgenommen. Der Außenhandel wuchs im Januar im Vergleich dem Vorjahr um 26,7 Prozent auf 2,17 Billionen Yuan (260 Milliarden Euro). Die Exporte kletterten gar um 25 Prozent, die Importe legten im ersten Monat dieses Jahres um 28,8 Prozent zu. Damit erholt sich die zweitgrößte Wirtschaftsmacht der Welt unmittelbar vor dem Beginn des Jahres der Schlange besser als erwartet. Jedoch: Experten warnen vor allzu großem Optimismus.

"Der Vergleichsmonat im Vorjahr hatte wegen des früheren Neujahrsfests weniger Arbeitstage", sagt Li Jian vom Handelsministerium in Peking. Die Zahlen fielen somit etwas besser aus. Denn über die Feiertage stockt im ganzen Land für mindestens eine Woche die Produktion. Viele Firmen schließen komplett, und die Angestellten reisen zu ihren Familien. Deshalb strengt man sich im Vorfeld auch noch einmal besonders an, und bestehende Aufträge werden wenn möglich schnell noch abgearbeitet.

USA importieren deutlich mehr

Dennoch könnten die Zahlen für einen Stimmungswandel sorgen - nicht nur in China, sondern weltweit. Denn an der asiatischen Wachstumsstory waren im zweiten Halbjahr des vergangenen Jahres deutliche Zweifel aufgekommen. Chinas Wirtschaft legte zuletzt weniger als 8 Prozent zu, 7,9 Prozent waren es im Dezember. Der Abwärtstrend scheint nun gebrochen, denn die Handelsdaten aus dem Dezember wurden deutlich übertroffen. Im Dezember stiegen die Exporte um 14 Prozent, die Importe um lediglich 6 Prozent.

Zum Aufschwung trug die Stabilisierung der beiden bedeutendsten Handelspartner bei. Der Warenaustausch mit der EU wuchs im Januar um 10,5 Prozent auf umgerechnet 35,2 Milliarden Euro. Der Handel mit den USA verbesserte sich sogar um 23,4 Prozent. Auch in der unmittelbaren Nachbarschaft freute man sich. An der Börse in Seoul legten Exportwerte am Freitag deutlich zu. Samsung schnellte um 3 Prozent nach oben, Hyundai (KSE: 011760.KS - Nachrichten) und Kia um 4,8 beziehungsweise 4,4 Prozent. China ist der mit Abstand wichtigste Exportmarkt für Korea, das seit ein paar Monaten augenscheinlich unter seiner immer stärkeren Währung leidet.

Binnennachfrage zieht die Wirtschaft

In der Volksrepublik rechnen Experten für das laufende Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von 8,4 Prozent. Der Bedarf nach Rohmaterialien, wie Kohle, Stahl und Eisenerz steigt langsam wieder an. Bereits vor dem Nationalen Volkskongress im November (Xetra: A0Z24E - Nachrichten) zeigte sich die Regierung besonders aktiv bei der Genehmigung von neuen Infrastrukturprojekten. Vor allem die Binnennachfrage soll die Wirtschaft wieder besser in Schwung bringen.

China ist seit 2009 der weltweit größte Absatzmarkt für Autos. Die Popularität des Automobils hat die Umweltprobleme des Landes deutlich verschärft. Am Mittwoch verkündete das Kabinett striktere Emissionsstandards, die nach und nach bis 2017 eingeführt werden sollen. "Das könnte den Markt für benzinsparende Fahrzeuge und für alternative Antriebe ankurbeln", erklärt Cao He von China Minzu Securities in den Staatsmedien.

Alles in allem stiegen die Autoverkäufe im Januar um 46 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Absatz von knapp über zwei Millionen Fahrzeugen ist der höchste, der jemals in einem Kalendermonat erreicht wurde, teilte die Vereinigung der Automobilhersteller CAAM am Donnerstag mit. Selbst die Japaner melden wieder deutlich bessere Zahlen und widerlegen Mutmaßungen über einen Boykott im Zuge der Spannungen zwischen beiden Ländern. Sowohl Nissan als auch Honda erhöhten den China-Absatz im Januar um 22 Prozent.

Dabei handelt es sich beim Auto nicht einmal um ein typisches Präsent zum Neujahrsfest, denn die Chinesen schenken vor allem Luxusgüter und Bargeld. Und das kann sogar manchmal knapp werden. Die Zentralbank pumpte vor dem Wochenende die Rekordsumme von 860 Milliarden Yuan in den Geldmarkt, um den erhöhten Bedarf der Geschäftsbanken zu bedienen. An Liquidität soll Chinas Konjunkturwende nicht scheitern.

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