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Chef der DAK warnt: Krankenversicherungen stehen vor einem „regelrechten Beitragstsunami“

·Lesedauer: 2 Min.

Die Krankenversicherung könnte für Versicherte teurer werden. Andreas Storm, Chef der Krankenkasse DAK, warnt gar vor einem "regelrechten Beitragstsunami". Der Bund müsse zeitnah viel Geld zuschießen, wenn die Mehrkosten nicht von den Versicherten alleine getragen werden sollen.

Schon lange warnen die gesetzlichen Krankenkassen vor einem drohenden massiven Defizit, das – bereits heute– rund 19 Milliarden Euro beträgt. Im Superwahljahr 2021 mit sechs Länderwahlen und der Bundestagswahl, werden sich die verantwortlichen Politiker und Politikerinnen mit den Forderungen der Krankenkassen auseinandersetzten müssen.

"Am Ende des Tages werden die Versicherten über steigende Zusatzbeitragssätze belastet werden"

Deshalb wurden erst in diesem Jahr der Zuschuss des Bundes an die Kassen von 14,5 auf 19,5 Milliarden Euro erhöht. Zudem so hatten sich Bundesfinanzminister Olaf Scholz und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auf einen einmaligen Zuschuss von sieben Milliarden Euro für das Jahr 2022 geeinigt. Dadurch sollen Beitragserhöhungen vor der Bundestagswahl ausgeschlossen werden.

Aufseiten der Kasse glaubt man jedoch nicht, dass dies ausreichend dürfte und die Beiträge dennoch erhöht werden müssen. "Am Ende des Tages werden die Versicherten über steigende Zusatzbeitragssätze belastet werden, sollte der Bund seinen Zuschuss für das Jahr 2022 nicht erhöhen", heißt es dazu in einer Stellungnahme des BKK Dachverbandes, der Interessensvertretung der betrieblichen Krankenkassen.

Doch woher kommt das riesige Defizit? Zunächst natürlich durch die Coronapandemie. Maßnahmen wie der Ausbau der Intensivkapazitäten und die Impfkampagne verursachten hohe Kosten.

Die Pandemie ist nicht der einzige Kostentreiber

Diese Pandemie-Kosten machen nach Schätzungen der Krankenkassen jedoch nur maximal 20 Prozent des Gesamtdefizits von 19 Milliarden aus. Andere gehen gar davon aus, dass die Corona-Pandemie entlastend auf die Finanzen der Krankenkassen gewirkt haben könnte: "Die pandemiebedingten Effekte im Bereich der Ausgaben, wie zum Beispiel eine geringere Inanspruchnahme von Krankenhausleistungen, haben insgesamt zu einem Rückgang um rund 2,5 Milliarden Euro geführt und dürften damit die Finanzsituation sogar entlastet haben", heißt es vom BKK.

Wirklich kostspielig waren dagegen die Reformen, wie ein Gesetz des Bundesgesundheitsministeriums, das unter anderem eine schnellere Terminvergabe zum Ziel hat und nach Schätzungen rund 4,5 Milliarden Euro kostet. Daneben kostet die von Spahn geplante Pflegereform ebenfalls mindestens 2,5 Milliarden Euro.

Rechne man alle Reformprogramme seit dem Amtsantritt von Jens Spahn zusammen, so seien dadurch nach Berechnungen der Techniker Krankenkasse insgesamt 14 Milliarden Euro Kosten entstanden. Wer diese Kosten am Ende tragen wird, bleibt abzuwarten.

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