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Chefökonom Deutscher Bank: „Wachstum über alles musste scheitern“

Friederike Marx, dpa
Blick auf die Deutsche Bank.


Unmittelbar vor der Hauptversammlung der Deutschen Bank geht der Chefvolkswirt des Instituts mit der früheren Bank-Führung ins Gericht. „Die harte Wahrheit ist, dass fundamentale, strategische Entscheidungen des Managements und des Aufsichtsrates in der Zeit von Mitte der neunziger Jahre bis 2012 die Bank in diese Lage gebracht haben“, sagte David Folkerts-Landau dem „Handelsblatt“. Erstmals äußert er sich damit öffentlich zu der Bank.

Das Hauptproblem aus seiner Sicht: Die damaligen Vorstandschefs hätten eine unkontrollierte Expansion im Kapitalmarktgeschäft eingeleitet, unter deren Folgen die Bank bis heute leide.

„Der damaligen Führung war die neue Welt des Investmentbankings völlig fremd“

Das Geschäft rund um die Kapitalmärkte war viele Jahre die Gewinnmaschine der Deutschen Bank. Mit dem Handel von Wertpapieren, der Beratung bei Börsengängen oder der Finanzierung von Übernahmen ließ sich viel Geld verdienen. Um mit den Wall-Street-Häusern auf Augenhöhe spielen zu können, kauften die Frankfurter 1999 die US-Investmentbank Bankers Trust. „Da waren wir schlagartig jemand auf der internationalen Landkarte“, sagt der damalige Vorstandschef Rolf Breuer. Dagegen galt das klassische Spar- und Kreditgeschäft mit Privatkunden und Firmen als langweilig und wenig einträglich.

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