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Charlie Sheen war "schrecklich", Oliver Stone ein "Bastard": Sean Young rechnet mit Hollywood ab

Willy Flemmer
·Freier Autor für Yahoo
·Lesedauer: 5 Min.

"Blade Runner"-Darstellerin Sean Young zeichnet in einem Interview ein düsteres Bild von Hollywood. Sie spricht das Drogenproblem in den 1980ern an und den Sexismus, den es seit Anbeginn des Filmgeschäfts gebe. Mehrere Filmemacher und Kollegen bekommen ihr Fett weg, darunter Charlie Sheen und Oliver Stone.

Schauspielerin Sean Young (Bild: Getty Images)
Schauspielerin Sean Young (Bild: Getty Images)

Sean Young, bekannt für ihre Rolle aus dem Sci-Fi-Klassiker "Der Blade Runner", sprach in einem Interview über ihre Erfahrung als Schauspielerin. Das Gespräch ist eine Abrechnung mit Hollywood vor allem in den 1980er Jahren. Auch so manche Filmemacher und Schauspielkollege bekamen ihr Fett weg – allen voran Charlie Sheen und Oliver Stone, mit denen Young bei "Wall Street" zusammenarbeitete.

Die Dreharbeiten zum Filmklassiker waren für die Schauspielerin nicht einfach, wie sie im Interview mit der Nachrichtenseite The Daily Beast durchblicken lässt. Vor allem Hauptdarsteller Sheen und Stone, der Regisseur der Wirtschaftssatire, machten ihr das Leben während der Dreharbeiten offenbar schwer. Sheen sei damals "schrecklich" gewesen, meint Young, und Stone bezeichnet die 61-Jährige rückblickend als "Bastard".

Schwere Zeit mit Charlie Sheen und Oliver Stone

Im Gespräch erinnert sich Young an eine Auseinandersetzung mit Sheen während der Dreharbeiten zu "Wall Street". Einmal soll der Schauspieler ihr am Set einen Zettel mit der Aufschrift "cunt" (eine obszöne englische Bezeichnung für das weibliche Geschlechtsorgan) aufgeklebt haben. Nachdem Kollege Michael Douglas, den Young "wundervoll" nennt, den Zettel entfernt und von einem Mitarbeiter erfahren hatte, was passiert war, stellte sie Sheen zur Rede.

"Ich sprach mit ihm am nächsten Tag und sagte", so die Schauspielerin: "'Dein Vater [Schauspieler Martin Sheen] war ein Profi. Das Wort "cunt" auf einen Zettel schreiben und ihn auf meinen Rücken kleben? Das ist nicht professionell. Es ist einfach nur dumm.'" Die Schauspielerin erklärt Sheens damaliges Verhalten mit seinem exzessiven Drogenkonsum. "Charlie hatte damals viel Kokain genommen", sagt sie "und das macht Kokain nun mal mit einem."

American actors Charlie Sheen and Michael Douglas on the set of Wall Street written and directed by Oliver Stone. (Photo by Sunset Boulevard/Corbis via Getty Images)
Charlie Sheen und Michael Douglas in Oliver Stones Wirtschaftssatire "Wall Street". (Bild: Sunset Boulevard/Corbis via Getty Images)

Kein gutes Licht wirft die "Blade Runner"-Darstellerin auch auf Oliver Stone. Der Regisseur soll sie während des Drehs sabotiert haben, offenbar nur weil sie in manchen Situationen mit ihm nicht einer Meinung war. Nachdem er mehrmals ihre Sprechzeilen aus dem Drehbuch gestrichen hätte, will sie ihn darauf angesprochen haben: "Ich ging zu Oliver und sagte: 'Ich verstehe das nicht. Ich habe keine Sprechzeilen mehr. Was hat es für einen Sinn, dass ich noch in der Szene bin". Die Antwort des Regisseurs soll gewesen sein: "Du hast Recht. Du bist gefeuert."

Hollywood-Probleme: Drogen und Sexismus

Auch mit anderen Filmemachern und Schauspielern, mit denen sie im Laufe ihrer Karriere zu tun hatte, geht Young im Interview hart ins Gericht. James Woods, ihrem Kollegen aus "Der Preis des Erfolges", wirft sie vor, "ihre Studiokarriere zerstört zu haben". Die Filmemacher Warren Beatty und Steven Spielberg, für dessen Abenteuerfilm "Jäger des verlorenen Schatzes" sie sich um die weibliche Hauptrolle bemühte, hätten sie in Hollywood in Verruf gebracht. Und Regisseur Tim Burton soll "keinen Sinn für Humor" gehabt haben, als sie sich für eine Rolle in "Batman" bewarb.

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Young zeichnet ein düsteres Bild von Hollywood. Die Aussage von Schauspieler Dennis Quaid, der einmal sagte, dass in den 1980er Jahren in der Traumfabrik Kokain auf jedem Filmset zu finden war, kommentiert sie lakonisch: "So waren die 80er". Auf Partys hätten damals "viele" Menschen Kokain genommen. Sie spricht vom Druck, der auf Menschen lastete, ebenfalls Drogen konsumieren. "Sie boten einem Drogen an und wenn man ablehnte, wurde man nicht wieder eingeladen", sagt sie. "Denn Drogensüchtige wollen, dass auch du Drogensüchtig bist."

Sean Young erlebte in Hollywood Höhen und Tiefen. (Bild: Jim Spellman/WireImage)
Sean Young im März 2019 in New York. (Bild: Jim Spellman/WireImage)

Auch auf das Phänomen Sexismus in Hollywood geht Young ausführlich ein. Das Problem gab es offenbar nicht nur in den 1980ern. "Seit Beginn des Filmgeschäfts", meint sie, "werden Frauen wie Ware behandelt. Es gab immer jemanden, der dich angrabscht, und ich ignorierte es." In dem Kontext erwähnt sie den Schauspieler und Regisseur Warren Beatty, dessen Ruf als Frauenverführer legendär ist. "Ich glaube, der Schlimme oder Schwierige daran ist", sagt Young, "dass er wahrscheinlich dachte, er würde mich gut behandeln." Beatty sei nicht der einzige mit dieser Einstellung gewesen, fügt sie hinzu. Es wäre vielmehr "durch die Bank" so.

Karriere und Probleme von Sean Young

Sean Youngs Schauspielkarriere beginnt in den 1980er Jahren. Neben den genannten Werken ist sie in dem Jahrzehnt auch in Filmen zu sehen wie "Ich glaub' mich knutscht ein Elch!", "Der Wüstenplanet" und "No Way Out – Es gibt kein Zurück" mit Kevin Costner. Die Schauspielerin gilt bald als schwierig, deshalb wird es für sie immer schwerer, Rollen zu bekommen. Den Ruf verdankt sie, wie sie meint, mächtigen und rachsüchtigen Männern in der Hollywood-Industrie, die ihre Karriere sabotiert hätten.

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Der schwere Stand im Filmgeschäft führt zu persönlichen Abstürzen, Young wird alkoholsüchtig. Den Kampf gegen die Flasche hat sie gewonnen, heißt es auf The Daily Beast. Und auch beruflich ist sie wieder obenauf. Als Schauspielerin ist Young heute produktiver denn je. In den letzten drei Jahren wirkt sie zehn Filmen mit. Ihr aktuelles Projekt ist das Drama "Rain Beau's End", das in den USA am 17. November vergangenen Jahres in den Kinos startete.

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