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CD-Projekt-Crash: Keine Panik im Turnaround-Poker

Stefan Naerger, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 3 Min.

CD Projekt RED (WKN: 534356) hat es mal wieder in die Schlagzeilen geschafft. Diesmal mit einem Hacker-Angriff, der nach eigenen Angaben Firmeninterna und wertvollen Code aus dem Unternehmen schleuste.

Der polnische Spiele-Publisher mausert sich so langsam zum König aller Pechsträhnen. Nach dem missglückten Start des neuen AAA-Titels Cyberpunk 2077, Klagewellen und Übernahmegerüchten ist die Moral am Boden.

Ebenso wie der Aktienkurs. Die kurze Freude nach der technischen Bestätigung des Bullenmarktes währte nur kurz. Nach der Veröffentlichung des Hacker-Angriffs kam die CD-Projekt-Aktie um rund 25 % vom Zwischenhoch zurück (Stand: 10.02.2021).

Das ist der Definition nach ein Crash wie aus dem Lehrbuch. Aber ist das auch das Ende? Nein! Nur eine neue Runde im Turnaround-Poker.

Pech oder Inkompetenz?

Wie genau der Hackerangriff bei CD Projekt RED passieren konnte, ist nicht bekannt. Sicher ist nur, dass sich Unbekannte unberechtigten Zugang zum internen Netzwerk verschafft, dort viele Dateien kopiert und ein Erpresserschreiben hinterlegt haben.

Eine unangenehme Situation für CD Projekt RED. Nicht nur, weil sich womöglich brisante Firmeninterna unter den Kopien befinden könnten. Wieder einmal präsentiert man sich als ein Unternehmen, dass die Technik offenbar nicht zu 100 % im Griff hat.

Obgleich die Situation diesmal etwas anders ist. Ein zum Teil halbfertiges Cyberpunk 2077 zu veröffentlichen ist dann doch mehr die Quelle der persönlichen Entscheidung als die Sicherheit eines großen Netzwerks.

CD Projekt RED wird es überleben

Jede IT-Infrastruktur hat ihre Schwächen. CD Projekt RED ist bei Weitem nicht die einzige Firma, die an dieser Front zu kämpfen hat.

Gerade Spielepublisher sind seit Urzeiten das Ziel von Hacker-Angriffen. 2003 zogen sich Hacker den Code von Half Life 2, das seinerzeit mit äußerster Spannung erwartet wurde.

Die Veröffentlichung des Spiels verzögerte sich immens. Langfristig hat das Entwickler Valve allerdings nicht geschadet. Ganz im Gegenteil. Der Steam-Betreiber hat mit Half Life 2 einen Klassiker geschaffen, der noch heute gerne gespielt wird.

Selbstverständlich sollte man seine IT im Griff haben. Doch Hacker kommen und gehen. Wichtig ist vielmehr: Hat Cyberpunk 2077 das Zeug zum Klassiker?

Das Produkt passt

Nicht das Unternehmen bezahlt die Investoren, sondern das Produkt. Als Schnäppchenjäger, der jetzt auf die CD-Projekt-Aktie schaut, würde ich mich in erster Linie fragen, ob hier außergewöhnlich gute Produkte entstehen. Mit anderen Worten: Ob Cyberpunk 2077 das Zeug zum Klassiker hat.

Wem die Mittel zur Verfügung stehen, kann das Spiel einfach antesten. Erst vor wenigen Wochen wurde die Version 1.1 veröffentlicht, die viele technische Verbesserungen mit sich bringt (Stand: 10.02.2021).

Für mich ist die Sache längst gegessen. Cyberpunk 2077 ist mit das beste Spielerlebnis, das mir je präsentiert wurde.

Ja, die Pechsträhne von CD Projekt RED nervt. Doch auch einem Leonardo da Vinci würde ich einige Fehltritte durchgehen lassen. Es gibt eben nur eine CD Projekt RED und nur ein Cyberpunk 2077.

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Stefan Naerger besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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