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'Cable Car World' - Messe für urbane Seilbahnen in Essen eröffnet

ESSEN (dpa-AFX) - Sie gelten als umweltfreundlich, flexibel und günstig: Seilbahnen. Künftig könnten sie auch in deutschen Städten häufiger zu finden sein. In Essen eröffnete am Dienstag mit der "Cable Car World" eine Messe, die sich dem Thema Seilbahnen im urbanen Raum widmet.

"Die Seilbahn bereichert den Mobilitätsmix, der gerade angeboten wird", sagt Fachmagazinherausgeber und Messe-Initiator Gerald Pichlmeier. Es gehe darum, Lücken in Verkehrssystemen zu schließen und neue Verbindungen zu schaffen. Nach Angaben der Hersteller und Veranstalter benötigten Seilbahnen oft nur rund anderthalb Jahre Bauzeit und kosteten ein Zehntel im Vergleich mit U-Bahnen.

Auch für Touristen seien die urbanen Seilbahnen attraktiv. Pichlmeier führte das Beispiel London an. Die "London Cable Car" wurde vor den Olympischen Spielen in der Stadt 2012 eröffnet. Sie erfülle sowohl einen Transportnutzen für Bürger als auch einen touristischen Zweck.

Ein Allheilmittel seien Seilbahnen allerdings nicht, meint Gotthard Schöpf vom italienischen Seilbahnhersteller Leitner. "Wir versuchen sie als Ergänzung zu sehen, aber auch nur dort, wo sie Sinn machen".

Die größte urbane Seilbahn operiert in Boliviens Regierungssitz La Paz. Die Anlage hat eine Länge von rund 30 Kilometern. Nach Angaben des Herstellers nutzen etwa 300 000 Menschen täglich die Bahn, um bis zu 1000 Meter Höhenunterschied zu überwinden. Auch in Mexiko-Stadt oder im kolumbianischen Bogotá gibt es Seilbahnen im Nahverkehr.

Der Bund will Städten in Deutschland erleichtern, Seilbahnen als Ergänzung von Bussen und Bahnen zu bauen und diese somit in ÖPNV einzugliedern. 2020 wurde eine Beraterfirma beauftragt, einen bundesweiten Leitfaden für urbane Seilbahnen aufzustellen. Die Ergebnisse sollen Ende dieses Jahres vorgestellt werden.

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