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Bye Bye Billig-Image: Primark setzt auf Nachhaltigkeit

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Primark und ökologische Nachhaltigkeit? Das passt für viele Kritiker nicht zusammen. Daher will sich der Textil-Discounter nun ein für alle Mal von seinem Billig-Image verabschieden.

Das Modehaus mit den blauen Lettern ist aus den Großstädten dieser Welt kaum noch wegzudenken. Mittlerweile besitzt Primark knapp 300 Filialen in Europa und den USA. Doch während eine Hälfte der Gesellschaft regelrecht die Ladentüren des Textil-Discounters einrennt, bleibt die andere weiterhin kritisch. Immer wieder hat das Bekleidungsunternehmen mit seinem Billig-Image zu kämpfen. Damit soll nun Schluss sein.

Der Modehändler will aktiv gegen den schlechten Ruf seiner Marke vorgehen und somit mehr Kunden in die Geschäfte locken. Katharine Stewart, Direktorin für ethischen Handel und ökologische Nachhaltigkeit bei Primark, weiß, wie das gehen soll. Im Gespräch mit der "Westfälischen Rundschau" sagte sie, dass sich das Unternehmen das nachhaltige Wirtschaften in den Produktionsländern, insbesondere in Indien, als oberstes Ziel gesetzt habe. Über 90 Mitarbeiter würden, ihrer Aussage zufolge, an einem strategischen Maßnahmenplan arbeiten.

Primark ergreift die Initiative

Um das ökologische Image der häufig noch verpönten Billig-Marke möglichst effektiv aufbauen zu können, bedarf es einigem Engagement. Dessen scheint sich Primark durchaus bewusst zu sein. Seit 2016 ist das Mode-Unternehmen daher Mitglied im Bündnis für nachhaltige Textilien. Ziel der Organisation ist es, den Einsatz von schädlichen Chemikalien in der Textilherstellung weitestgehend zu reduzieren. Außerdem initiiere das Modehaus regelmäßige Schulungen von Baumwollbäuerinnen in Indien. "Seit 2013 haben wir bereits mehr als 5000 Kleinbäuerinnen Wege aufgezeigt, wie sie durch einen reduzierten Einsatz von Wasser und chemischen Pflanzenschutzmitteln die Baumwollqualität und damit auch ihr Einkommen verbessern können", argumentierte Stewart.

Kritiker bleiben skeptisch

Trotz des angestrebten Image-Wandels seitens der Mode-Kette, bleibt bei den Primark-Gegnern eine gewisse Skepsis. Zwar würde das Engagement für mehr Nachhaltigkeit ein Schritt in die richtige Richtung sein, die tatsächlichen Handlungen seien dennoch kaum überprüfbar. So die Koordinatorin der Kampagne für saubere Kleidung, Christiane Schnura. Sie vertritt weiterhin die Meinung: "Primark ist ein Paradebeispiel für "Fast Fashion". Aufgrund des sehr niedrigen Preises wird ihre Kleidung vom Gebrauchs- zum Verbrauchsartikel."

Foto(s): mubus7/Shutterstock.com