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Wie der BVB um Bellingham kämpft

Wenn am Mittwochabend um 21 Uhr das Champions-League-Auswärtsspiel von Borussia Dortmund im Estadio Ramón Sánchez-Pizjuán in Sevilla angepfiffen wird, wird Jude Bellingham wieder das symbolische weiße Stück Stoff am linken Arm tragen. (Champions League: FC Sevilla - Borussia Dortmund, 21 Uhr im LIVETICKER)

Weil Marco Reus (Sprunggelenk) und Mats Hummels (krank) ausfallen, wird der 19 Jahre alte Engländer in Andalusien zum zweiten Mal der BVB-Kapitän sein.

„Eine große Ehre, dass man mir vertraut, Kapitän der Mannschaft zu sein“, sagte der Shooting-Star bereits nach der bitteren 2:3-Pleite am vergangenen Wochenende in Köln. „Seit ich hier bin, versuche ich einfach, gute Leistungen zu zeigen und mein Bestes für die Fans und das Team zu geben.“ (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Champions League)

Die Frage ist nur: Wie lange wird das Mega-Talent noch im schwarz-gelben Trikot auflaufen? Kann der BVB den zurzeit vielleicht talentiertesten Teenager auf der Achter-Position in Europa über den Sommer 2023 hinaus halten? Längst kursieren tägliche Gerüchte über die Zukunft des Engländers, der auch in der Nationalmannschaft unter Trainer Gareth Southgate mit Blick auf die WM in Katar gesetzt sein wird.

Bellingham-Interessenten stehen Schlange

„Es sind viele Klubs, die jetzt schon an ihm dran sind“, verrät SPORT1-Chefreporter Patrick Berger in einer neuen Ausgabe des SPORT1-Podcast „Die Dortmund-Woche“. „Liverpool Real, City, Chelsea, United – alle haben ihren Hut in den Ring geworfen. Aber es ist noch überhaupt nicht so weit, dass man von irgendetwas Konkretem sprechen kann.“

Zuletzt hieß es, dass der BVB bei einem möglichen Abgang rund 150 Millionen Euro für Bellingham sehen will. Berger sagt dazu: „Der BVB hat ihm noch kein klares Preisschild gegeben. Wenn es irgendwann so kommen würde und man Bellingham verliert, dann geht es aber sicher um eine Summe von über 100 Millionen Euro.“

Die Dortmunder setzen laut Berger aber alles daran, um ihren Jung-Star zu halten. Der Plan: „Das Gehalt, das bei rund 4 Millionen Euro liegt, soll demnächst angehoben werden“, meint der BVB-Experte. Eine Vorgehensweise, die in der Vergangenheit übrigens auch schon bei Jadon Sancho, Erling Haaland, Pierre-Emerick Aubameyang und Robert Lewandowski gewählt wurde. „Es gibt bereits Gespräche. Der BVB bemüht sich.“

Vor einigen Wochen erst traf sich BVB-Sportdirektor Sebastian Kehl am Rande des Auswärtsspiels bei Manchester City (1:2) mit Judes Berater-Papa Mark sowie Agent Mark Bennett, der mit der Familie Bellingham befreundet ist und ihr beratend zur Seite steht. Nach SPORT1-Informationen ist Kehl in einem guten Austausch mit den Bellinghams, ein neues Vertragsangebot zu besseren Konditionen wurde dem Spieler bislang aber noch nicht unterbreitet.

Ein erster strategischer Zug, um den Mittelfeldspieler perspektivisch zu binden, wurde im Sommer bereits vollzogen. Trainer Edin Terzic, der auf Marco Rose (jetzt Leipzig) gefolgt ist, hat den früheren Birmingham-Profi bekanntlich in den Mannschafsrat berufen und zum dritten Kapitän ernannt. In Sevilla begründete der BVB-Coach auf SPORT1-Nachfrage seine Entscheidung: „Mir geht es nicht darum, wie alt ein Spieler ist, sondern wie und ob er die Werte des Vereins trägt. Jude wurde nicht Kapitän, weil er hier irgendwann mal einen Vertrag unterschrieben hat, sondern durch die Zeit und die Art und Weise, wie er gespielt hat.“

Bellingham „geht es aktuell nur um den BVB“

Bei seinem Chef-Debüt in Köln habe er es „nicht perfekt gemacht, wie alle. Aber er ist ein guter Junge, der vorangeht. Wir hoffen, dass er seine Leistung gegen Sevilla toppen kann.“ (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Champions League)

Am Mittwochabend wird der Fokus einmal mehr auf Bellingham liegen. „Er hat ein hohes Maß an Ernsthaftigkeit, gerade was die Auseinandersetzung mit seinem Beruf und seinem Arbeitgeber angeht“, findet BVB-Reporter Oliver Müller. „Er träumt nicht von einem möglicherweise irgendwann bevorstehenden Wechsel in die Premier League, sondern ihm geht es aktuell nur um den BVB. Er saugt alles an Wissen rund um diesen Verein auf. Das ist eine Einstellung, die mir außerordentlich gut gefällt. Gerade, weil das bei internationalen Toptalenten nicht so ausgeprägt ist.“

Liverpool mit Ex-BVB-Coach Jürgen Klopp, Manchester City mit Bellingham-Kumpel Erling Haaland und Real Madrid wähnen sich selbst in den Favoritenrollen auf einen Wechsel. Das letzte Wort bei Bellingham ist aber noch lange nicht gesprochen. In Dortmund ist man durchaus guter Dinge, dass man den Shootingstar mittelfristig binden kann.

Im Podcast „Die Dortmund-Woche“ sprechen SPORT1 Chefreporter Patrick Berger und SPORT1 Reporter Oliver Müller über die aktuellen Themen bei Borussia Dortmund. In Folge 41 geht es unter anderem um Trainer Edin Terzic, der nach der 2:3-Pleite in Köln erstmals richtig sauer auf seine Mannschaft war. Außerdem wird der Bayern-Plan um Marco Reus verraten und über die aktuelle Lage bei Jude Bellingham gesprochen. Der SPORT1-Podcast „Die Dortmund-Woche“ ist immer dienstags auf podcast.sport1.de, in der SPORT1 App und auf den gängigen Streaming-Plattformen Spotify, Apple Podcasts, Amazon Music, Deezer und Podigee abrufbar.

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