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Der Bundesschatzbrief - ein Auslaufmodell

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Seit diesem Jahr können private Anleger dem deutschen Staat nicht mehr direkt Geld leihen. Neue Bundesschatzbriefe, Finanzierungsschätze und Tagesanleihen werden nicht mehr ausgegeben. Die SPD im Bundestag will das nicht hinnehmen. Am (heutigen) Donnerstag muss das Parlament über einen Antrag entscheiden, das Privatkundengeschäft doch weiterlaufen zu lassen. Yahoo! Finanzen beantwortet einige wichtige Fragen:

- Wieso will der Bund kein Geld mehr von Privatanlegern?

Geld stinkt nicht, das weiß auch die Bundesregierung. Im Falle der privaten Gelder, mit denen der deutsche Schuldenberg derzeit noch finanziert wird, übersteigen aber nach Ansicht des Finanzministeriums die Kosten den Nutzen. Die Beamten haben ausgerechnet, dass die Verwaltung der privaten Gelder in den nächsten fünf Jahren 50 bis 70 Millionen Euro mehr kostet als die Ausgabe von Anleihen am Kapitalmarkt.

- Welchen Anteil haben Privatanleger an der Bundesschuld?

Das Privatkundengeschäft machte zuletzt nur noch 0,3 Prozent aus, die Tendenz ist seit Jahren sinkend. Nach Auskunft der Bundesfinanzagentur gibt es derzeit rund 300.000 Bürger mit einem Schuldbuchkonto beim Bund. Insgesamt haben die Privatanleger dem Staat 7,5 Milliarden Euro geliehen.

- Was muss ich tun, wenn ich dem Bund Geld geliehen habe in Form von Bundesschatzbriefen, Finanzierungsschätzen oder Tagesanleihen?

Erst einmal nichts. Bestehende Bundesschatzbriefe und Finanzierungsschätze laufen einfach bis zur Fälligkeit weiter. Der letzte Bundesschatzbrief wird 2019 fällig. Anleger können keine neuen Anlagen zeichnen. Die Zinsen von Bundeswertpapieren können derzeit noch in Form der Tagesanleihe angelegt werden, einer Art Tagesgeldkonto. Neue Beträge können darauf aber auch nicht mehr eingezahlt werden.

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- Wieso will die SPD das Geschäft fortführen, wenn es doch teurer ist als die Ausgabe von Anleihen?

Im Antrag der Sozialdemokraten heißt es, dass der Bund nicht leichtfertig auf das Geld der Bürger verzichten sollte. In Krisenzeiten, wenn das Vertrauen der institutionellen Anleger zurückgehe, könne es sich noch auszahlen, weiterhin auf das Geld der Bürger zurückgreifen - auch wenn es sich momentan nicht lohne. Die Bundesbürger besäßen schließlich knapp vier Billionen Euro an Nettogeldvermögen. Dem gegenüber steht eine Verschuldung des Bundes von rund 1,3 Billionen Euro.

- Kann ich dem Bund auch weiterhin Geld leihen?

Das geht, allerdings nur noch über den Umweg einer Bank. Privatanleger können Bundesschätze, -obligationen oder -anleihen über ihre Bank oder Sparkasse kaufen. Die Papiere haben unterschiedliche Laufzeiten und sind handelbar. Wie mit den hergebrachten Schatzbriefen lassen sich damit aber derzeit kaum Zinsen verdienen. Deutschland gilt in der ganzen Welt als Geldparkplatz, weil die Anleger großes Vertrauen in den Bund als Gläubiger haben.

- Was wird aus Günther Schild?

Das Maskottchen der Bundesfinanzagentur, die vertrauenswürdige Schildkröte, die in Werbespots zu sehen war - sie geht in den Ruhestand. "Die Einstellung des Marketings bedeutet auch, dass wir nicht mehr mit Günther Schild auftreten", erklärte ein Sprecher der Bundesfinanzagentur.

(Die Pressemitteilung der Bundesfinanzagentur zum Ende der direkten Geldanlage beim Bund: http://url.dapd.de/u6s2Gg; Werbespot mit Günther Schild bei Youtube: http://url.dapd.de/0Z9wlp )


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