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Bundesregierung lobt Ausbildungspakt

Berlin (dapd). Die Ausbildungssituation in Deutschland hat sich nach Ansicht der Bundesregierung durch den Ausbildungspakt mit der Wirtschaft verbessert. In den vergangenen zwei Jahren seien die Ausbildungschancen für viele junge Menschen gut gewesen, erklärten die mit dem Thema befassten Bundesministerien am Mittwoch in Berlin nach einer Sitzung des Lenkungsausschusses des Ausbildungspakts. Nach Einschätzung des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) ist die Lage auf dem Ausbildungsmarkt allerdings deutlich schlechter als von offizieller Seite behauptet.

In einer gemeinsamen Pressemitteilung der Ministerien heißt es, die Wirtschaft habe ihre Zusagen, jährlich 60.000 neue Ausbildungsplätze und 30.000 neue Ausbildungsbetriebe zu gewinnen, weit übertroffen. Bei den neuen Ausbildungsbetrieben lägen die Zahlen ebenfalls deutlich über den Zusagen.

Betriebe suchen passende Bewerber

Zum 30. September 2012 waren den Angaben zufolge wie im Vorjahr mehr unbesetzte Ausbildungsplätze (33.300) als unversorgte Bewerber (15.700) bei den Agenturen für Arbeit und Jobcentern gemeldet. Bis zum Ende der Nachvermittlung sei die Zahl der unversorgten Bewerber auf 7.700 reduziert worden.

Laut Mitteilung lag die Zahl der gemeldeten Ausbildungsplätze im Berufsberatungsjahr 2011/2012 mit 517.100 leicht unter dem Vorjahr (-0,5 Prozent). Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge zum 30. September 2012 sei gegenüber dem Vorjahr nicht zuletzt infolge der demografischen Entwicklung um 3,2 Prozent auf 551.300 gesunken.

Zudem sei es 2012 deutlich schwieriger geworden, die Lehrstellenangebote der Betriebe und die Ausbildungswünsche der Jugendlichen regional und beruflich zusammenzuführen. Die Zahlen zeigen aus Sicht der Ministerien, dass es einerseits für viele Betriebe je nach Region und Branche weiterhin nicht leicht sei, passende Bewerber zu finden. Andererseits falle insbesondere schwächeren Jugendlichen der Einstieg in eine Ausbildung schwer.

DGB: Regierung verschleiert Lage auf dem Ausbildungsmarkt

Beim DGB hieß es dagegen, von einem Bewerbermangel für Ausbildungsplätze könne nicht die Rede sein. Während der Ausbildungspakt offiziell von nur 7.700 unversorgten Bewerbern spreche, zähle er zum 30. September 2012 mehr als 160.000 junge Menschen als versorgt, die von der Bundesagentur für Arbeit als "ausbildungsreif" eingestuft wurden, sagte die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ingrid Sehrbrock. Diese seien aber nur in Ersatzmaßnahmen wie Einstiegsqualifizierungen oder Praktika gelandet. "So wird die tatsächliche Lage ohne Zweifel verschleiert", sagte Sehrbrock.

Auf diese Weise lasse sich auch erklären, dass mehr als 2,2 Millionen Menschen im Alter von 20 bis 34 Jahren ohne Berufsabschluss bleiben. "Wir brauchen eine ehrliche Ausbildungsmarktstatistik, die den Jugendlichen und den politischen Entscheidungsträgern keine geschönte Lage vermittelt", sagte Sehrbrock.

Der Nationale Pakt für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs - kurz Ausbildungspakt - wurde erstmals 2004 zwischen der Bundesregierung und den Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft geschlossen und später bis 2014 verlängert. Ziel ist es, allen ausbildungsreifen und -willigen Jugendlichen vorrangig betriebliche Ausbildungsangebote einschließlich Einstiegsqualifizierungen zu machen. Der DGB beteiligt sich nicht am Ausbildungspakt.

dapd

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