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Bundesinstitut für Risikobewertung schwenkt um: Hilft die Gabe von Vitamin D nun doch gegen Covid-19?

·Lesedauer: 3 Min.

Vitamin D könnte laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) nun doch Einfluss auf eine Covid-19-Erkrankung haben. Das geht aus einer Mitteilung hervor, die das Institut am 14. Mai veröffentlicht hat. Darin heißt es: "Es gibt Hinweise darauf, dass ein unzureichender Vitamin D-Serumspiegel mit einem erhöhten Risiko für akute Atemwegsinfekte einhergeht. Dazu gehört auch die Covid-19-Erkrankung".

Laut einem Bericht des Norddeutschen Rundfunks (NDR) hatte das Institut monatelang einen solchen Zusammenhang abgestritten. Nun komme die Kehrtwende — wenn auch zögerlich. "Einige Beobachtungs- und Interventionsstudien weisen darauf hin, dass sich die Einnahme von Vitamin D-Präparaten positiv auf den Verlauf einer Covid-19-Erkrankung auswirken kann", heißt es in der Mitteilung.

Andere Wissenschaftler äußerten sich dagegen schon wesentlich klarer zur Gabe von Vitamin D als wirksames Instrument im Kampf gegen das Virus. In Irland beispielsweise haben Experten laut dem NDR im April ihre Regierungen dazu aufgerufen, alle Erwachsenen mit Vitamin-D-Präparaten zu versorgen — auch um die Corona-Pandemie einzudämmen. Denn ein Mangel an Vitamin-D erhöhe das Risiko schwer an Covid-19 zu erkranken. Auch die Mitglieder des "Joint Comittee on Health" sind davon überzeugt, dass Vitamin D eine wichtige Rolle im Kampf gegen das Virus spielt, heißt es in dem Bericht weiter.

Studienlage ist unzureichend

Das BfR hält dagegen die Studienlage noch für unzureichend, um eine tatsächliche Ursache-Wirkungs-Beziehung abzuleiten und verweist darauf, dass ein Nutzen von Vitamin-D-Präparaten auf Personen mit einem angemessenen Vitamin-D-Status bisher nicht bewiesen werden konnten. In den Wintermonaten könne eine erhöhte Zufuhr von Vitamin D allerdings für bestimmte Menschen sinnvoll sein. "Die Verwendung von Nahrungsergänzungsmitteln kann vor allem für Menschen sinnvoll sein, die einer Risikogruppe für eine unzureichende Vitamin-D-Versorgung angehören", heißt es in der Mitteilung.

Zu diesen gehören laut dem BfR Personen, die sich kaum oder gar nicht im Freien aufhalten oder — etwa aus kulturellen oder religiösen Gründen — nur mit gänzlich bedecktem Körper nach draußen gehen. Außerdem zählen Menschen mit einer dunklen Hautfarbe zu den Risikogruppen, da sie durch den hohen Gehalt des Hautpigments Melanin weniger Vitamin D bilden können als Menschen mit heller Haut. Eine weitere wichtige Risikogruppe können ältere Menschen sein, weil die Vitamin D-Bildung im Alter deutlich abnimmt und diese aufgrund von körperlichen Einschränkungen häufiger drinnen bleiben.

Insbesondere bei Bewohnerinnen und Bewohnern von Pflegeheimeinrichtungen sei ein Vitamin-D-Mangel verbreitet. "Für diese Risikogruppe sollte daher eine generelle Supplementierung mit Vitamin D bis zu 20 Mikrogramm pro Tag erwogen werden."

Deutsche Experten sehen positive Wirkung auf Verlauf von Covid-19

Auch in Deutschland haben Experten laut dem Bericht des NDR Vitamin D bereits eine positive Wirkung auf den Verlauf von Covid-19 attestiert. So lautete beispielsweise die Einschätzung der Fachgruppe COVRIIN, die aus führenden Intensivmedizinern, Infektiologen und Notfallmedizinern besteht und das Robert Koch-Institut (RKI) berät: "Ein defizitärer Vitamin-D-Haushalt ist mit einem erhöhten Infektrisiko assoziiert. Ein höheres Risiko für schwere Verläufe könnte unter anderem auch mit einem Vitamin-D-Mangel assoziiert sein."

Die European Society for Clinical Nutrition und Metabolism (ESPEN) empfiehlt daher laut dem Bericht eine Substitutionstherapie bei allen Patienten mit nachgewiesenem oder sehr wahrscheinlichem Vitamin-D-Mangel und erhöhtem Risiko für schwere Covid-19 Verläufe.

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