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Bundesbank-Vizechefin warnt Banken vor zu großer Sorglosigkeit

·Lesedauer: 1 Min.

FRANKFURT (dpa-AFX) - Bundesbank-Vizepräsidentin Claudia Buch hat die Kreditinstitute in Deutschland vor zu großer Sorglosigkeit inmitten der Pandemie gewarnt. "Wir sehen im Moment zunehmende Verwundbarkeiten und ein nachlassendes Risikobewusstsein im Finanzsystem - überall steht die Suche nach Rendite im Vordergrund. Das macht mir Sorgen", warnte Buch im Gespräch mit dem "Handelsblatt" (Donnerstag).

"Relativ gesehen werden seit einiger Zeit mehr Kredite an schwächere Unternehmen vergeben", sagte Buch. Risiken sind aus ihrer Sicht die mittelbaren Folgen der Pandemie und die Frage, ob das Finanzsystem insgesamt noch einmal unter Stress gerät. "Das könnte zum Beispiel passieren, wenn die Marktzinsen abrupt steigen", sagte die Bundesbank-Vizepräsidentin, die für den Bereich Finanzstabilität bei der Notenbank zuständig ist. "Ein plötzlicher Anstieg der Zinsen wäre für alle schwierig: Banken, Versicherer, aber auch Fonds sind verwundbar."

Buch sprach sich erneut dafür aus, dass die Banken den in der Pandemie ausgesetzten sogenannten antizyklischen Kapitalpuffer wieder aufbauen. Der zusätzliche Kapitalpuffer soll die Widerstandsfähigkeit von Banken in Krisenzeiten erhöhen.

Auch die Preisentwicklung auf dem hiesigen Immobilienmarkt sieht die Bundesbank-Vizepräsidentin kritisch. "Es gibt einige Zutaten, die uns Sorge bereiten", sagte Buch. "Das sind die Preise, die zuletzt um etwa sieben Prozent gestiegen sind. Auch die Kreditvergabe für Immobilien hat stark zulegt." Außerdem erwarteten laut Bundesbank-Umfragen etwa 90 Prozent der privaten Haushalte weiter steigende Preise.

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