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Bundesbank-Präsident mahnt entschlossenes Vorgehen gegen Inflation an

FRANKFURT (dpa-AFX) - Bundesbank-Präsident Joachim Nagel dringt auf ein entschlossenes Vorgehen gegen die Rekordinflation. "Wir können und müssen jetzt alles daransetzen, um zu verhindern, dass sich die aktuell so hohe Teuerung verfestigt", sagte Bundesbank-Präsident Joachim Nagel der Deutschen Presse-Agentur in Frankfurt. "Die immer noch sehr expansive Ausrichtung der Geldpolitik muss zügig beendet werden, und die nun beschlossene Leitzinsanhebung ist dafür ein erster, wichtiger Schritt." Nagel betonte: "Preisstabilität ist kein Selbstläufer, sondern muss entschlossen verteidigt werden."

Im Juni lagen die Verbraucherpreise im Euroraum um 8,6 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Die EU-Kommission rechnet für das Gesamtjahr 2022 mit durchschnittlich 7,6 Prozent Inflation im Währungsraum der 19 Länder. Das wäre ein historischer Höchstwert und weit über dem von der Europäischen Zentralbank (EZB) angestrebten stabilen Preisniveau mit einer jährlichen Teuerungsrate von zwei Prozent. Um die Inflation zu dämpfen, hatte der EZB-Rat, dem Nagel angehört, am 21. Juli die erste Zinserhöhung seit elf Jahren beschlossen. Eine höhere Inflation schmälert die Kaufkraft von Verbrauchern, weil sie sich für einen Euro weniger leisten können.

"Jetzt ist es unsere Aufgabe, zusammen mit den anderen nationalen Zentralbanken und der EZB dafür zu sorgen, dass unsere gemeinsame Währung stabil bleibt", sagte Nagel. "Wir arbeiten mit aller Kraft daran, die Inflationsrate wieder auf den Zielwert von zwei Prozent zu senken. Und dort wollen wir sie halten, auch wenn uns Klimawandel und Energiewende, demografischer Wandel und Digitalisierung als Zentralbanken herausfordern."

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