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Bundesbank: Inflationserwartungen in Deutschland steigen auf sieben Prozent

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Inflationserwartungen privater Haushalte in Deutschland sind weiter gestiegen. Wie aus neuen Daten der Bundesbank hervorgeht, erhöhte sich die erwartete Inflation für die nächsten zwölf Monate von 6,9 Prozent im Vormonat auf 7,0 Prozent im Mai. Damit hat sich die erwartete Teuerung im Jahresvergleich mehr als verdoppelt. Es ist auch der höchste Wert seit Beginn der Erhebung 2019. Die im Durchschnitt der nächsten fünf Jahre erwartete Inflationsrate stieg von 5,2 auf 5,3 Prozent.

Der Anteil der Befragten, die in den kommenden zwölf Monaten mit einem deutlichen Anstieg der Teuerung rechnen, fiel hingegen von 63 auf 57 Prozent. Die feste Verankerung der Inflationserwartungen gilt als wichtiges Ziel der Geldpolitik, die vor allem über die Steuerung von Erwartungen funktioniert. Lösen sich die Erwartungen aus ihrer Verankerung, drohen hohe Lohnforderungen, die wiederum Unternehmen zu Preiserhöhungen veranlassen können. Ökonomen sprechen von einer Lohn-Preis-Spirale.

Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt für den Euroraum mittelfristig eine Teuerung von zwei Prozent an. Tatsächlich betrug die Inflation im Mai 8,1 Prozent - ein Rekordwert seit Einführung des Euro. Ausschlaggebend sind vor allem hohe Preissteigerungen von Energie und Rohstoffen sowie von vielen Vorprodukten. Die EZB hatte am Donnerstag die Zinswende ausgerufen und für Juli und September die ersten Zinsanhebungen seit mehr als einem Jahrzehnt angekündigt. Kritiker monieren, die EZB stemme sich zu spät und zu unentschlossen gegen die hohe Inflation.

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