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Bundesarbeitsgericht verhandelt über Lohnzahlung bei

ERFURT (dpa-AFX) -Um die Pflicht zur Lohnfortzahlung bei staatlich angeordneter Quarantäne geht es an diesem Mittwoch (9.00 Uhr) vor dem Bundesarbeitsgericht in Erfurt. Kläger ist ein Produktionsarbeiter aus Nordrhein-Westfalen, der von seinem Arbeitgeber Nachzahlungen für fast einen halben Monat verlangt. Diesen Zeitraum musste er während der Coronapandemie auf Anordnung seiner Gemeinde zu Hause verbringen. Einige ähnliche Fälle liegen noch bei verschiedenen Arbeitsgerichten. Die Rechtssprechung in dieser Frage ist nach Angaben eines Arbeitsrechtlers bisher uneinheitlich in Deutschland.

Im konkreten Fall geht es um einen Arbeiter, der nicht geimpft war und sich Ende 2021 mit dem Coronavirus infizierte. Für einige Tage erhielt er eine ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung. Strittig ist die Zeit danach, in der er wegen einer in seiner Gemeinde geltenden Anordnung in häusliche Quarantäne musste. Im Homeoffice konnte der Mann nicht arbeiten. Für knapp 67 Stunden erhielt er von seinem Arbeitgeber keine Bezahlung. Der Arbeiter argumentiert, er habe seine Arbeitsleistung nicht erbringen können, da er erkrankt gewesen sei. Sein Arbeitgeber verweist auf die fehlende Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung und wirft dem Mann ein Verschulden wegen der unterlassenen Impfung vor.