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Bund will neue Gleisanschlüsse für Fabriken mit 200 Millionen Euro fördern

Fockenbrock, Dieter
·Lesedauer: 3 Min.

Unternehmen sollen mehr Güter auf die Bahn verladen. Förderprogramme für private Anschlüsse haben bisher allerdings nur geringe Erfolge gebracht.

Die Zahl der Gleisanschlüsse von Fabriken an das Eisenbahnnetz ist ein Indikator für den Niedergang der Gütereisenbahn. In den gut 25 Jahren seit der Bahnreform sind mehr als 9000 solcher Verbindungen verschwunden. Das Statistische Bundesamt zählte zum Jahresende 2018 nur noch 2351 private Gleisanschlüsse, fast 12.000 waren es einmal.

Das Bundesverkehrsministerium will gegensteuern. 200 Millionen Euro stehen für die nächsten fünf Jahre bereit, um private Investitionen zum Ausbau, Neubau und zur Reaktivierung stillgelegter Anschlüsse zu fördern. „Je kürzer und einfacher der Weg zur Schiene, desto eher transportieren Unternehmen ihre Waren mit der Bahn“, sagte Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) am Donnerstag. „Mit einem Gleisanschluss direkt vor der Tür oder einem Verladebahnhof in der Nähe fällt die Entscheidung leichter.“

Eisenbahnbranche, Verkehrspolitiker und Experten fordern seit Jahren eine Kehrtwende. Denn mit dem Schwund der Gleisanschlüsse schwand auch das Geschäft für die Eisenbahn. Industrie und Handel transportieren zwar immer mehr Waren, aber vor allem auf der Straße. Deshalb stagniert seit Jahren der Anteil der Schiene am gesamten Transportvolumen bei 18 Prozent. Ziel der Politik ist es, diesen Anteil bis 2030 auf 25 Prozent anzuheben. Dazu braucht es aber auch mehr Stationen zum Verladen.

Das Förderprogramm startet nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums zum 1. März. Kosten für die Schieneninfrastruktur können bis zur Hälfte, Kosten für andere Infrastruktur, etwa zum Umladen von Gütern, bis zu 80 Prozent aus der Staatskasse bezuschusst werden. Die EU-Kommission hatte kurz vor der Jahreswende grünes Licht für das Programm gegeben.

Es ist nicht das erste Förderprogramm der Bundesregierung. Seit 2004 werden Gleisanschlüsse bezuschusst, allerdings mit nur geringem Erfolg. Zwischen 2004 und 2018 hatte der Bund Geld für 171 Anträge auf Gleisanschlussförderung mit 130,7 Millionen Euro bewilligt, geht aus einer Abgeordnetenanfrage der Grünen hervor. Im selben Zeitraum sind Tausende Anschlüsse stillgelegt worden.

Verdopplung der Mittel

Diesmal soll der Plan aber aufgehen. Die Mittel seien verdoppelt worden, teilte das Ministerium mit. Und auch der größte Güterbahnbetreiber, die Deutsche Bahn, hat sich zum Ziel gesetzt, den Verkehr mit einzelnen Waggons, die zu Zügen zusammengestellt werden, zu erhöhen.

Die neue Güterverkehrschefin Sigrid Nikutta hatte im Herbst vergangenen Jahres angekündigt, die angeschlagene Cargo-Sparte des Staatskonzerns wieder auf Kurs bringen zu wollen. Seit Jahren fährt die Güterbahn trotz des boomenden Transportmarkts Verluste ein – Tendenz steigend. Nikuttas Vorgänger hatten es mit Schrumpfen versucht, die Managerin versucht es mit Wachstum.

So sollen neue Übernachtverbindungen neue Kunden locken. Die Bahn plant sieben Linien zwischen den deutschen Wirtschaftszentren. In diese Züge kann jeder Kunde Waggons einstellen, sie fahren immer. Eine erste Verbindung ist zwischen Hamburg und Köln eingerichtet. Bis Mitte dieses Jahres sollen die weiteren Linien folgen.

Diese Übernachtverbindungen sind ein Versuch, ein großes Problem der Güterbahn in den Griff zu bekommen: den sogenannten Einzelwagenverkehr. Dabei werden keine kompletten Containerzüge gefahren, sondern einzelne Waggons mit Gütern bei Industriekunden abgeholt, zu Zügen zusammengestellt und Empfängern wieder zugestellt. Um das Geschäft profitabel zu machen, braucht es aber Gleisanschlüsse.