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Bund verspricht schnelle Hilfe gegen das Flughafen-Chaos – doch für viele Reisende in diesem Sommer kommt das zu spät

Lange Schlangen – wie hier am Flughafen Hamburg – verderben vielen Reisenden den Urlaubsstart. - Copyright: picture alliance/dpa | Axel Heimken
Lange Schlangen – wie hier am Flughafen Hamburg – verderben vielen Reisenden den Urlaubsstart. - Copyright: picture alliance/dpa | Axel Heimken

Lange Warteschlangen, ausgefallene Flüge, verlorene Koffer: Der Start in den Sommerurlaub ist für viele Reisende in diesem Jahr frustrierend. Die Bundesregierung hat einen Plan vorgelegt, um Abhilfe zu schaffen: "Wir ermöglichen, dass die Unternehmen Hilfskräfte aus dem Ausland, vor allem aus der Türkei, einsetzen können", versprach Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) in dieser Woche. Was nach schneller Hilfe klingt, wird die Lage in diesem Sommer jedoch nicht verbessern – davon ist die Bundesregierung offenbar selbst überzeugt.

Business Insider liegt ein Schreiben des Bundesarbeitsministeriums vor, das den Personalmangel erklärt. Daraus wird deutlich: Das Chaos an den Flughäfen wird wohl in diesem Sommer so schnell nicht verschwinden.

Das Dokument zeigt zunächst auf, wie groß der Personalmangel an den Flughäfen ist. In der Woche zwischen dem 13. und 20. Juni waren bei der Bundesagentur für Arbeit "allein für die Flughafen-spezifischen Berufe ohne Reinigung, HoGa (Hotel und Gastronomie), Elektro-Berufe, Busfahrer bundesweit 355 Stellenangebote für insgesamt 2.460 Stellen gemeldet", heißt es. Den größten Personalbedarf gebe es in den Bereichen Sicherheit, Check-in und den Bodenverkehrsdiensten. Dazu gehört etwa das Be- und Entladen der Flugzeuge und das Betanken.

Aus dem Inland könne die Nachfrage nach Arbeitskräften nicht gestillt werden, heißt es in dem Papier. Der Grund dafür: "Die teilweise hohen (Sicherheits-)Anforderungen an die jeweilige Tätigkeit stellen eine Hürde bei einer schnellen Besetzung offener Stellen dar."

Dazu gehört unter anderem eine Qualifizierung zum "Luftsicherheitsassistenten" gemäß Luftsicherheitsgesetz. Diese Weiterbildung dauert jedoch zwischen einem und drei Monaten – zu lange, um in der gegenwärtigen Lage an den Flughäfen noch etwas zu verbessern.

Maue Arbeitsbedingungen haben für Personalmangel gesorgt

Zumal es bis zu einer Einstellung noch länger dauern kann, denn die laut Luftsicherheitsgesetz erforderliche "Zuverlässigkeitsprüfung" dauert zwischen vier Wochen und mehreren Monaten. Außerdem wird ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis gefordert und dass Mitarbeiter Deutsch sprechen. Sie müssen zudem nachweisen, wo sie in den vergangenen fünf Jahren gearbeitet und in den vergangenen zehn Jahren gewohnt haben.

Ganz offen heißt es in dem Papier, dass die Arbeitsbedingungen in der Branche schlicht nicht besonders attraktiv seien. Die Stundenlöhne seien gering, oft verbunden mit körperlicher Arbeit und Schichtdiensten. Viele der Stellen seien nur in Teilzeit ausgeschrieben, mitunter sogar nur als Minijobs. Und gerade in Randzeiten seien die Flughäfen als Arbeitsplatz schlecht mit Bus und Bahn zu erreichen. Viele mögliche Bewerber hätten derzeit bessere Alternativen.

Also setzt man die Hoffnung auf Helfer aus der Türkei. Vom Verband der Flughafenbetreiber heißt es: "Wenn alle Rädchen so ineinandergreifen, wie uns das in Aussicht gestellt wurde, könnten die ersten Saisonarbeitskräfte in vier Wochen einsatzbereit sein", sagte Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel. Das bedeutet im Klartext: Die Frist von vier Wochen ist eher eine theoretische als eine realistische Zeit. Für viele Reisende bedeutet das, dass sie in den kommenden Wochen bangen müssen, ob ihr Flugzeug sie tatsächlich auch in den Urlaub bringt.

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