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Bund investiert Riesen-Summe für Quanten: 50 Millionen für deutsches Startup von Physik-Genie

Angela Merkel und Markus Söder ließen sich einen Quantencomputer vom renommierten Max-Planck-Forscher Immanuel Bloch (r.) erklären, der wissenschaftlicher Beirat beim Startup Planqc ist - Copyright: picture alliance / SVEN SIMON-Koch-BayerischeStaats | Joerg Koch/ Bayerische Staatskanzlei
Angela Merkel und Markus Söder ließen sich einen Quantencomputer vom renommierten Max-Planck-Forscher Immanuel Bloch (r.) erklären, der wissenschaftlicher Beirat beim Startup Planqc ist - Copyright: picture alliance / SVEN SIMON-Koch-BayerischeStaats | Joerg Koch/ Bayerische Staatskanzlei

Das Quanten-Startup Planqc hat in der Series-A-Runde 50 Millionen Euro eingesammelt. Damit soll der spezielle Quantencomputer des Startups weiter entwickelt werden. Lead-Investor der Runde ist der DeepTech & Climate Fonds (DTCF), der an das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) angedockt ist. Weiterhin im Lead ist Catron Holding aus Wien. Daneben sind auch der Wachstumsfonds Bayern sowie die Bestandsinvestoren wie Speedinvest und UVC investiert.

Es ist das größte Investment des DTCF bisher, was die Wichtigkeit von Quantentechnologie für den Bund unterstreicht. Der hatte vor rund einem Jahr das „Handlungskonzept Quantentechnologien“ vorgelegt, was darauf abzielt, Quantentechnologie "made in Germany" bis 2026 als weltweites Qualitätsmerkmal zu etablieren. Dafür wurden insgesamt drei Milliarden Euro zur Verfügung gestellt.

DTCF investiert zum zweiten mal in Quanten-Startup

Der DTCF selbst hat bis 2030 eine Milliarde Euro zu Verfügung und wird durch den 10-Milliarden-Zukunftsfonds vom BMWK und Bundesfinanzministerium (BFM), sowie dem Sondervermögen des European Recovery Program (ERP) finanziert. Der Zukunftsfonds ist einer der zentralen Bausteine der Startup-Strategie der Bundesregierung, heißt es beim BMWK.

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Im Portfolio von DTCF findet sich neben Planqc bereits ein Quanten-Startup: Kipu Quantum. Das stellt allerdings keine Hardware her, sondern ist spezialisiert auf Algorithmen, die bereits auf heutigen Quantencomputern laufen können sollen - denn für die breite Masse der Anwendungen sind aktuelle Quantencomputer noch zu langsam oder nur für Spezialfälle geeignet.

Auch der Rechner von Planqc ist noch in fortlaufender Entwicklung. Im April 2023 erhielt die Jungfirma einen 29-Millionen-Euro Auftrag des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, um bis Ende 2026 einen Quantencomputer mit mehr als 100 Qubits zu entwickeln, die fehlerfrei arbeiten. Qubits sind vergleichbar mit den Bits bei herkömmlichen Computern, können aber mehrere Zustände - also nicht nur 0 oder 1 - gleichzeitig annehmen. Dadurch sind theoretisch sehr schnelle Berechnungen möglich, wie sie etwa in der Pharma-Industrie, im Finanzwesen oder für die Logistik nützlich sein könnten.

Planqc setzt für Quantencomputer auf Neutralatome

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Quantencomputer zu bauen. Planqc aus München fokussiert sich auf Rechner, bei denen die Qubits aus Neutralatomen hergestellt werden. Wie genau das technisch funktioniert, könnt ihr hier nachlesen:

Hinter Planqc sitzt ein Team von klugen Köpfen: Dazu zählt auch der CEO Alexander Glätzle. Der gebürtiger Österreicher und theoretische Physiker schloss seine Promotion in Innsbruck mit der Note 1,0 ab. Für seine Dissertation wurde er von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften ausgezeichnet. Nach seiner Arbeit in der Forschung und knapp vier Jahren als Unternehmensberater gründete Glätzle im April 2022 das Quanten-Startup, um Wirtschaft und Wissenschaft zu verbinden.

Alexander Glätzle war früher theoretischer Physiker und leitet heute das Quantencomputer-Startup Planqc - Copyright: Roman Bause
Alexander Glätzle war früher theoretischer Physiker und leitet heute das Quantencomputer-Startup Planqc - Copyright: Roman Bause

Nobelpreis-Kandidat an Bord

Zum Gründerteam gehören neben CEO Glätzle und CTO Sebastian Blatt die Wissenschaftler Johannes Zeiher und Lukas Reichsöllner sowie die Finanzexpertin Ann-Kristin Achleitner und der Investor Markus Wagner. Im wissenschaftlichen Beirat des Startups sitzt Immanuel Bloch vom Max-Planck-Institut für Quantenoptik. Der Quantenphysiker gilt als Nobelpreis-Kandidat.

Die drei Gründer Glätzle, Blatt und Zeiher halten laut Handelsregister gemeinsam den Großteil der Anteile am Startup, rund 50 Prozent. Neuzugang DTCF ist nun mit etwa neun Prozent dabei.