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Bund wird sich 2020 mit 218 Milliarden Euro neu verschulden

Birgit Jennen

(Bloomberg) -- Die Bundesregierung plant, weitere 62,5 Milliarden Euro an Schulden aufzunehmen, um das Konjunkturprogramm zu finanzieren, das Europas größte Volkswirtschaft aus der schwersten Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg herausführen soll.

Die Neuverschuldung summiert sich in diesem Jahr damit auf insgesamt 218 Milliarden Euro und lässt die Schuldenquote Deutschlands auf 77% des Bruttoinlandsprodukts steigen, wie am Montag aus Regierungskreisen verlautete. Das Bundeskabinett wird den Nachtragshaushalt am Mittwoch verabschieden, bevor er dem Parlament zur Verabschiedung vorgelegt wird.

Anfang des Monats hatte sich die Koalition von Bundeskanzlerin Angela Merkel auf ein umfangreiches Konjunkturpaket in Höhe von 130 Milliarden Euro geeinigt, um den kurzfristigen Konsum anzukurbeln und die Unternehmen wieder zu Investitionen zu bewegen.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz hat wiederholt erklärt, Deutschland sei finanziell in der Lage, sich gegen die Corona-Krise zu stemmen. Deutschland hat die Verschuldung im Zuge der Finanzkrise 2008 von über 80% des BIP auf rund 60% des BIP gesenkt und damit Raum für zusätzliche Kreditaufnahmen geschaffen.

Bereits im März hatte das Parlament im Rahmen eines Nachtragshaushaltsantrags zusätzliche Schulden in Höhe von 156 Milliarden Euro beschlossen. Die Bundesregierung will die strukturelle Neuverschuldung von insgesamt 118 Milliarden Euro innerhalb der nächsten 20 Jahre zurückführen. Sie hat dazu einen Plan erarbeitet, der nun noch einmal aufgestockt wird.

Deutschlands BIP wird in diesem Jahr voraussichtlich um 6,3% schrumpfen. Nach einem Einbruch der Produktion im März und April werde im Mai und Juni mit einer starken Erholung der Wirtschaftstätigkeit gerechnet, gefolgt von einer moderateren Expansion in der zweiten Jahreshälfte, teilte das Wirtschaftsministerium am Montag mit.

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