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Dieser bullische Investor glaubt, dass Bitcoin in weniger als 10 Jahren 1 Million US-Dollar wert sein könnte

Motley Fool beitragende Investmentanalysten

Wenn du glaubst, dass Marihuana-Aktien dieses Jahr starke Gewinne verzeichnet haben, dann sieh dir mal die Kryptowährungen an. Anfang des Monats war der Markt für Kryptowährungen bereits 161 Milliarden US-Dollar wert. Das entspricht einem Anstieg um 810 % verglichen mit dem 31. Dezember 2016. Die durchschnittliche Kryptowährung konnte in den ersten neun Monaten dieses Jahres dieselbe Rendite wie der S&P 500 in den letzten 27 Jahren liefern! Aktien sind traditionell der Vermögenswerte mit der größten Wertsteigerung. Daher ist das eine Sache, die einem die Augen öffnet.

Ganz vorne bei den digitalen Währungen stehen Bitcoin und Ethereum. Bitcoin ist seit Jahresbeginn bis zum 24. September 2017 um fast 300 % gestiegen, während Ethereum 3400 % geschafft hat. Bitcoin verfügt über eine Marktkapitalisierung von 61,3 Milliarden US-Dollar und Ethereum hat eine Marktkapitalisierung von 26,9 Milliarden US-Dollar, was mehr als die Hälfte des Marktes für Kryptowährungen ausmacht.

Eine bullische Wette auf Bitcoin

Trotz dieser massiven Gewinne glauben einige Industriebeobachter, dass Kryptowährungen und besonders Bitcoin noch deutlich weiter steigen könnten. Im Mai sagte der Analyst der Saxo Bank, Kay Van-Peterson, dass Bitcoin innerhalb der nächsten zehn Jahre auf 100.000 US-Dollar steigen könnte. Das ist derselbe Analyst, der schon gesagt hatte, dass Bitcoin 2000 US-Dollar wert wäre, als der Kurs noch bei 754 US-Dollar im Dezember 2016 stand. Das würde eine Rendite von 2650 % bedeuten.

Das ist aber nicht die einzige bullische Schätzung. Das höchste Kursziel für Bitcoin kommt von Wences Casares, dem CEO des Bitcoin-Bezahldienstes Xapo sowie einem Mitglied des Vorstandes von PayPal. Als sie Anfang des Jahres auf der Konsensuskonferenz 2017 in New York sprachen, legte Casares nahe, das Bitcoin innerhalb der nächsten zehn Jahre auf eine Million US-Dollar steigen könnte. Das wäre eine Rendite von mehr 27.300 %, wenn es tatsächlich dazu kommen sollte.

Woher kommt dieser Optimismus? ?Das Internet hat keine Währung und braucht unbedingt eine,? sagte Casares. Trotzdem mahnte er zur Vorsicht: ?Der größte Fehler würde darin bestehen, mehr Bitcoins zu kaufen, als man es sich leisten kann zu verlieren. Ebenfalls ein großer Fehler wäre es aber, keine Bitcoins zu besitzen. Investieren Sie einen Prozent ihres Nettovermögens in Bitcoin und vergessen Sie es für zehn Jahre.?

Warum Bitcoin eine Million US-Dollar wert sein könnte

Wir sollten uns aber die folgende Frage stellen: Kann Bitcoin wirklich auf eine Million US-Dollar steigen? Hättest du mich vor einem Jahr gefragt, ob 5000 US-Dollar möglich wären, hätte ich wahrscheinlich gelacht. Doch Anfang September konnte Bitcoin auf etwa 5000 US-Dollar steigen.

Bitcoin könnte auf eine Million US-Dollar steigen, wenn die Blockchain-Technologie das Mittel der Wahl für die Unternehmen aus aller Welt würde. Blockchain ist nichts anderes als ein digitales dezentralisiertes Netzwerk, das dafür sorgt, dass die Transaktionen aufgezeichnet werden und damit sicher sind. Blockchain kann eine Open Source Technologie sein, was eine Veränderung der Daten innerhalb des Netzwerkes unglaublich schwierig macht.

Vor weniger als zwei Monaten wurde Bitcoin in zwei separate Währungen aufgeteilt: Bitcoin und Bitcoin Cash. Das Bitcoin-Netzwerk implementierte das SegWit2x-Upgrade, das dafür geschaffen wurde, einige der Informationen des Bitcoin-Netzwerkes aus dem Netzwerk zu entnehmen, um die Transaktionszeiten schneller zu machen. Gleichzeitig senkt es die Gebühren und erhöht die Kapazität.

Das wurde geschaffen, um Bitcoin für Unternehmen attraktiver zu machen, die in Pilotprojekten und kleinen Tests aktuell Ethereum benutzen. Wenn Bitcoin es schafft, die Unternehmen dazu zu bewegen, seine Blockchain-Technologie zu nutzen und als Zahlungsmöglichkeit für große Unternehmen etabliert werden kann, dann ist ein derart hohes Kursziel nicht unmöglich – obwohl eine Million US-Dollar in den nächsten zehn Jahren trotzdem extrem unwahrscheinlich scheint.

Warum dieses Kursziel wahrscheinlich ein Traum bleiben wird

Trotz der bullischen Stimmung um Bitcoins besteht auch die Möglichkeit, dass der Kurs einbrechen könnte.

Die Blockchain könnte logischerweise der langfristige Kurstreiber sein. Es gibt aber keine Garantie, dass sich Bitcoin als das Format der Zukunft auch durchsetzen wird. Wir können aktuell nicht genau bewerten, was eine Blockchain wert ist, da die Technologie noch relativ neu ist. Zu sagen, dass sie einige oder viele Milliarden Dollar wert wäre, wäre wie ein blindes Ratespiel.

Es besteht auch die Sorge, dass die Regulierungsbehörden noch ein Wörtchen mitzureden haben. Dann wäre noch die Dezentralisierung des Netzwerkes zu nennen. Aktuell ging die chinesische Regierung gegen Bitcoin-Verkäufe in China vor. Es wurde verkündet, dass China die Kryptowährungsbörsen in Kürze schließen werde. Ohne einen zentralen Umschlagplatz kann die Volatilität steigen und damit auch die Emotionen, die in diesen digitalen Währungen stecken.

Der gefährlichste Aspekt von Bitcoin könnte aber der emotionale Faktor sein. Kryptowährungen werden von keiner Regierung unterstützt, die Finanzinstitutionen haben sich lange Zeit davon ferngehalten. Dadurch wird der Kurs einer digitalen Währung einzig und allein von den Einzelanlegern bestimmt, die viel eher ihren Emotionen beim Handeln freien Lauf lassen und nicht die Fundamentaldaten in Betracht ziehen. In diesem Fall sind aber auch die Fundamentaldaten unbekannt.

Woher können wir wissen, wie die Investoren die Sache emotional verarbeiten? Werfen wir einen Blick auf den Bitcoin Investment Trust (WKN:A14S73) und die First Bitcoin Capital Corp. (WKN:A113RN).

Der Bitcoin Investment Trust ist ein ETF, der von Grayscale gemanagt wird und Bitcoins hält. Am 31. August 2017 hatte der Fonds 172.721 Bitcoins, das bedeutet, dass man einfach nur den aktuellen Bitcoin-Preis mit diesem Wert multiplizieren muss, um einen akkuraten Nettovermögenswert für den Fonds zu bekommen. Am 24. September betrug dieser Wert 650,5 Millionen US-Dollar. Am Freitag, den 22. September, wurde der Bitcoin Investment Trust jedoch bei Börsenschluss mit einer Marktkapitalisierung von 1,13 Milliarden US-Dollar gehandelt. Das entspricht einer Prämie von 74 %! In anderen Worten: die Investoren zahlen 74 % mehr als die Positionen des ETFs aktuell wert sind. Das ergibt keinen Sinn.

Im August boten die Investoren die Penny-Aktie First Bitcoin Capital bis fast eine Milliarde US-Dollar, obwohl das Unternehmen nur wenigen materielle Vermögenswerte im Bereich Kryptowährungen hatte. Ein Blick auf die Bilanz zeigt, dass das Unternehmen sehr wenig Bargeld hat und dass die einzigen Vermögenswerte goldbasierte Rechte aus jener Zeit sind, als das Unternehmen Vermögenswerte in Goldminen in Venezuela im Jahr 2013 hielt, bevor im Jahr 2014 der Umstieg auf Kryptowährungen vollzogen wurde. Die Investoren gaben diesem Unternehmen, das nur 46.000 US-Dollar in der Bilanz hat, allerdings einen Börsenwert von fast einer Milliarde US-Dollar.

Die Emotionen können einen Vermögenswert nur bis zu einem gewissen Teil aufblasen, und es sieht bei Bitcoin so aus, als könnte diese Blase bald platzen.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt PayPal Holdings.

Dieser Artikel wurde von Sean Williams auf Englisch verfasst und am 28.09.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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