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Bucks am Scheideweg: Droht Schicksal der Raptors?

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Bucks am Scheideweg: Droht Schicksal der Raptors?
Bucks am Scheideweg: Droht Schicksal der Raptors?
Bucks am Scheideweg: Droht Schicksal der Raptors?

Die Milwaukee Bucks sind am Höhepunkt angekommen.

50 Jahre, nachdem Kareem Abdul-Jabbar und Oscar Robertson das Team aus Wisconsin 1971 zum Champion gemacht hatte, sind Superstar und Finals-MVP Giannis Antetokounmpo wieder am Gipfel der NBA angekommen. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur NBA)

Was aber kommt nun? Haben die Bucks das Zeug zu weiteren Großtaten? Oder bleiben sie als Meisterteam eine Eintagsfliege, ähnlich wie die Toronto Raptors vor zwei Jahren?

Immerhin haben sie mit den Los Angeles Lakers und den Brooklyn Nets starke Konkurrenz. Solange LeBRon James noch bei der Franchise aus Hollywood spielt, ist diese immer im Win-now-Modus. Allzu viel Zeit hat der King nicht mehr, um mit den sechs Titeln von Michael Jordan gleichzuziehen.

Und auch die Nets können mit ihrem Superstar Trio Kevin Durant, James Harden und Kyrie Irving nur den Titel als Ziel ausgeben. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der NBA)

Antetokounmpo, Middleton, Holiday: Das Meister-Trio bleibt erhalten

Doch das Wichtigste vorneweg: Antetokounmpo hat sich bereits langfristig an die Franchise gebunden. Der „Greek Freak“ unterzeichnete im Dezember einen Fünf-Jahres-Vertrag. „Das ist mein zu Hause, das ist meine Stadt“, schrieb der 26-Jährige damals auf Twitter.

Khris Middleton und Jrue Holiday stehen jeweils für mindestens zwei weitere Spielzeiten unter Vertrag. Das erfolgsversprechende Trio bleibt also auch in absehbarer Zukunft bestehen. Auch Brook Lopez hat noch für mindestens zwei weitere Saisons einen Kontrakt.

Trotzdem könnte Milwaukee in der Offseason wertvolle Kadertiefe einbüßen: P.J. Tucker, Jeff Teague, Giannis-Bruder Thanasis Antetokounmpo und Alex Toupane werden Free Agents, Justin Jackson ein Restricted Free Agent. Außerdem sind bei Bobby Portis und Bryn Forbes jeweils Spieleroptionen für die Saison 2021/22 in ihren Verträgen verankert.

Free Agents: Tucker, Portis, Forbes mit Fragezeichen

Gerade Tucker, der in der Defense glänzte, Portis, bester Scorer von der Bank, und Forbes, der für insgesamt 154 Dreipunktewürfe sorgte und dabei mit 45,2 Prozent die beste Quote seiner Karriere ablieferte, spielten durchaus eine große Rolle bei den Bucks.

Tucker wird in der gesamten Liga begehrt sein. Außerdem gibt es Grund zu der Annahme, dass sowohl Portis als auch Forbes ihre Spieleroptionen im Wert von 2,5 Millionen bzw. 3,8 Millionen Dollar auslaufen lassen werden.

Mut macht das Comeback von Donte DiVincenzo, der mit einer Knöchelverletzung praktisch die gesamte Playoff-Serie verpasst hat. Seine Rückkehr ist praktisch wie ein kostenloser Neuzugang und mit seiner Dynamik wird er den Bucks etwas geben, was zuletzt vermisst wurde.

Diesen Hoffnungsschimmer haben die Bucks auch bitter nötig, wenn man sich die Personalsituation auf dem Papier anschaut. Zusätzlich zu den Free Agents hat der Meister laut Keith Smith von RealGM maximal 1,7 Millionen Dollar in der Offseason zur Verfügung.

Bucks mit Optionen in Free Agency

Damit müssen die Verantwortlichen in Milwaukee nun mit den Folgen des All-in in der vergangenen Spielzeit leben. Allerdings hat sich das Risiko mit dem zweiten Titel der Franchise-Geschichte ausgezahlt - und könnte nun auch für die Mission Titelverteidigung ein Vorteil sein.

Natürlich sind die Bucks nach dem Erfolg ein attraktives Ziel für Free Agents. Sollte man also das Ziel verfolgen, nach den Golden State Warriors, Miami Heat und Los Angeles Lakers das vierte zu sein, das nach der Jahrtausendwende den Titel erfolgreich verteidigen konnte, könnte man sich in der Free Agency mit erfahrenen Spielern verstärken, denen ein möglicher Ring wichtiger ist als das finanzielle Volumen eines Engagements.

Dazu können die Bucks mit Antetokounmpo werben, der ebenfalls den ein oder anderen Spieler überzeugen könnte, ein finanziell eventuell besseres Angebot abzulehnen und den Weg nach Milwaukee einzuschlagen.

Draft 2021: Bucks mit interessanten Optionen

Aber nicht nur auf dem Free-Agent-Markt haben die Bucks Optionen, auch im Draft kann sich der Meister wichtige Verstärkungen sichern. Zwar hat man den Erstrunden-Pick an die Houston Rockets abgegeben. Dieser - sowie die Spieler DJ Augustin und DJ Wilson - war Teil der Verpflichtung von P.J. Tucker und Rodions Kurucs.

Da die Rockets jedoch die Saison auf dem letzten Platz beendet haben, rutschen die Bucks mit dem eingetauschten Zweitrunden-Pick aus Houston immerhin an die erste Position in Runde zwei. (DATEN: Alle Tabellen der NBA)

Mit diesem könnte man einen älteren Spieler verpflichten, der noch etwas unter dem Radar läuft, aber direkt eine Verstärkung ist. Alternativ wäre auch ein junger Spieler möglich, der sich langsam entwickeln kann und in ein paar Jahren bei einem weiteren Titel-Run Verantwortung übernehmen kann.

Antetokounmpo ist Gegenwart und Zukunft der Bucks

Der größte Aktivposten der Bucks beim Kampf um den nächsten Ring ist und bleibt aber Antetokounmpo. Bislang gab es in der NBA-Geschichte vor dem Griechen erst zwei Spieler, die MVP-, Finals-MVP- und Defensive-Player-of-the-Year-Award gewonnen haben: Michael Jordan und Hakeem Olajuwon.

Während Olajuwon aber bereits 31 Jahre alt war und Jordan immerhin schon 28, feiert Antetokounmpo erst am 6. Dezember seinen 27. Geburtstag. Damit sind die Bucks in der Luxussituation, nicht mit aller Gewalt den Win-now-Modus weiterzufahren.

Sollte in dieser Offseason personell also nicht alles so klappen wie gewünscht, kann man den Kader auch mittelfristig planen und für den Titel in zwei oder drei Jahren aufbauen.

Antetokounmpo hätte noch genug Zeit dafür und sein Name wird auch noch einige Jahre als starkes Argument in Verhandlungen mit möglichen Neuzugängen dienen.

Man darf also gespannt sein, wo der Weg der Bucks in der kommenden Spielzeit hingeht. Weitere 50 Jahre werden die Bucks-Fans womöglich nicht warten müssen, bis sie endlich wieder feiern können.

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