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Buchsparte Thalia beschert Douglas tiefrote Zahlen

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Düsseldorf (dapd). Der Handelskonzern Douglas verabschiedet sich mit tiefroten Zahlen von der Börse. Hohe Wertberichtigungen und Restrukturierungskosten bei der kriselnden Buchsparte Thalia bescherten dem Unternehmen im Geschäftsjahr 2011/2012 einen Verlust von 110 Millionen Euro, wie Konzernchef Henning Kreke am Dienstag in Düsseldorf mitteilte. Im Vorjahr hatte das Unternehmen noch einen Gewinn von 87 Millionen Euro gemacht. Eine Dividende soll es deshalb nicht geben.

Die Gründerfamilie Kreke und der Finanzinvestor Advent wollen das Unternehmen nun von der Börse nehmen und "ohne Blick auf eine kurzfristige Quartalsdenke" wieder auf Erfolgskurs bringen, wie Kreke sagte. Mit ihrem Übernahmeangebot haben sie sich in den vergangenen Monaten bereits mehr als 96 Prozent der Aktien gesichert. Das gibt ihnen die Möglichkeit die verbliebenen Minderheitsaktionäre aus dem Unternehmen herauszudrängen.

Der Firmenchef betonte, die neue Eigentümerstruktur werde es dem Unternehmen, erlauben, sich schneller an die durch den Boom des Online-Handels ausgelösten dramatischen Veränderungen im Einzelhandel anzupassen. "Viele Händler haben sich diesem neuen Trend nicht schnell genug geöffnet. Da nehme ich die Douglas Gruppe nicht ganz aus", sagte Kreke.

Verhaltener Start ins neue Geschäftsjahr

Vor allem die Buchsparte Thalia leidet zurzeit massiv unter der Konkurrenz von Internet-Anbietern wie Amazon und dem Vormarsch der eBooks. Zwar steuert der Konzern inzwischen gegen, indem er unrentable Filialen schließt, attraktive Zusatzsortimente aufnimmt und seine eigenen Online-Angebote buch.de sowie thalia.de ausbaut. Doch ist die Sanierung teuer. Allein im vergangenen Geschäftsjahr summierten sich die Restrukturierungskosten und Wertberichtigungen bei Thalia auf 155 Millionen Euro.

Auch beim Herzstück des Unternehmens, der Parfümeriekette Douglas lief zuletzt nicht alles rund. Wegen der Konjunkturkrise in Europa musste das Unternehmen bei einigen Auslandstöchtern Abschreibungen von 48 Millionen Euro vornehmen.

Besser liefen die Geschäfte in Deutschland und zwar sowohl beim Parfüm, als auch bei der Schmuckhandelskette Christ. Der Konzernumsatz stieg dadurch im vergangenen Geschäftsjahr trotzt aller Widrigkeiten leicht um 1,7 Prozent auf gut 3,4 Milliarden Euro.

Der Start ins neue Geschäftsjahr war allerdings verhalten. Im wichtigen Weihnachtsquartal steigerte Douglas (Xetra: 609900 - Nachrichten) seine Umsätze nur leicht um 1,6 Prozent und verfehlte damit die eigenen Erwartungen. Insgesamt rechnet der Konzern für das Geschäftsjahr 2012/13 dennoch mit einer leichten Steigerung des Umsatzes und des operativen Ergebnisses (Ebitda).

Zu Douglas gehören neben der gleichnamigen Parfümeriekette, der Buchsparte Thalia und den Christ Juweliergeschäften noch die Süßwarenkette Hussel und die Modekette AppelrathCüpper.

dapd

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