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Bsirske will Angebot der Länder für öffentlichen Dienst erzwingen

Berlin (dapd). Der Tarifstreit im öffentlichen Dienst der Länder könnte demnächst eskalieren: Die Gewerkschaften fordern von den Arbeitgebern unter anderem ein Lohnplus von 6,5 Prozent, eine Übernahmegarantie für Auszubildende und die tarifliche Eingruppierung von angestellten Lehrkräften. "Wird hier Anfang März kein tragfähiges Angebot vorgelegt, werden wir nachlegen," drohte ver.di-Chef Frank Bsirske am Mittwoch auf einer Kundgebung mit mehr als 1.500 Menschen in Saarbrücken.

Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) als Arbeitgeberseite hat bisher noch kein Angebot für die 800.000 Beschäftigten vorgelegt. Die zweite Runde der Verhandlungen mit ver.di, der Bildungsgewerkschaft GEW und der Gewerkschaft der Polizei (GdP) war in der vergangenen Woche ergebnislos vertagt worden. Nun wollen sich die Tarifparteien am 7. und 8. März erneut in Potsdam zu Gesprächen treffen.

Bereits zuvor hatte sich Bsirske unnachgiebig gezeigt. "Unsere Arbeitskampfmaßnahmen werden deutlich zu spüren sein", hatte er in der "Passauer Neuen Presse" angekündigt. Bislang hätten sich die Länder "keinen Millimeter bewegt", kritisierte er.

Deshalb wollen die Gewerkschaften mit Warnstreiks weiter Druck machen. Im Saarland waren deshalb für den ganzen Tag mehr als 20.000 Beschäftigte zum Ausstand aufgerufen. Mitarbeiter der Landesministerien, der Autobahn- und Straßenmeistereien, der Universitätsklinik in Homburg und der Universität des Saarlandes legten die Arbeit nieder. Zudem beteiligten sich an den 360 Schulen viele angestellte Lehrkräfte an dem Ausstand.

Ein weiterer Schwerpunkt des Arbeitskampfs lag in Baden-Württemberg. Dort beteiligten sich nach Gewerkschaftsangaben insgesamt mehr als 2.500 Beschäftigte an den erneuten Warnstreiks - und damit mehr als von ver.di selbst erwartet. Gestreikt wurde dabei vor allem in den Regionen Stuttgart und Tübingen.

In Bayern kündigte die Gewerkschaft für Donnerstag den Höhepunkt der Arbeitskampf-Aktionen an. So sollten sich in den Regionen Augsburg, Mittelfranken, München, Oberpfalz, Rosenheim und etwa 70 Dienststellen an vorübergehenden Arbeitsniederlegungen beteiligen, hieß es. Ver.di rechnete dabei mit knapp 1.000 Beteiligten.

dapd