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Britischer Handelskammerverband: Wachstumsindikatoren sind schwach

LONDON (dpa-AFX) - Trotz optimistischer Töne der Regierung ist das vergangene Jahr für die britische Wirtschaft enttäuschend zu Ende gegangen. Das geht aus einer Erhebung des britischen Handelskammerverbands BCC (British Chambers of Commerce) hervor, die am Donnerstag veröffentlicht wurde. "Die britische Wirtschaft ist durch das letzte Quartal 2019 gehumpelt", sagte BCC-Chefökonom Suren Thiru einer Mitteilung zufolge.

Demnach verschlechterten sich im letzten Quartal 2019 alle wichtigen Wachstumsindikatoren im Dienstleistungsbereich, der 80 Prozent der britischen Wirtschaftsleistung ausmacht. Auch insgesamt verharrten sie auf einem niedrigen Niveau. In der fertigenden Industrie verzeichneten die Auftragsbücher zwar einen leichten Anstieg, doch der Anteil der inländischen Bestellungen lag bereits zum zweiten Quartal in Folge über dem der Aufträge aus dem Ausland. Verhalten blieben auch die Investitionsabsichten.

Die Ergebnisse der BCC-Umfrage lassen Zweifel an dem demonstrativen Optimismus von Premierminister Boris Johnson aufkommen. Der hatte bei seiner Neujahrsansprache von einer "Flut angestauter Investitionen" gesprochen, die durch die Gewissheit über den EU-Austritt am 31. Januar ausgelöst werde.

Bei der Parlamentswahl im Dezember hatte Johnson mit seinen Konservativen eine große Mehrheit gewonnen. Dem Brexit steht damit nichts mehr im Weg. Doch die Unsicherheit ist damit nicht beendet. Bis Ende des Jahres müssen sich London und Brüssel nämlich über die neuen Handelsbeziehungen einig werden, sonst drohen erhebliche Handelsbarrieren. Das ist einer der Gründe, warum einer Umfrage der "Financial Times" zufolge auch Ökonomen für das Jahr 2020 keinen Wachstumsschub in Großbritannien erwarten.