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Brief an trauernden Vater: So belügt das russische Militär die Eltern vermisster Soldaten

Eltern der vermissten Soldaten vom untergegangenen russischen Kreuzer "Moskwa" bitten um Aufklärung.
Eltern der vermissten Soldaten vom untergegangenen russischen Kreuzer "Moskwa" bitten um Aufklärung.

Der Untergang des russischen Lenkwaffenkreuzers "Moskwa" wirft weiterhin Fragen auf. Nach ukrainischen Angaben wurde das Schiff am 13. April mit Seezielflugkörpern angeschossen und in Brand gesetzt. Russischen Militärs zufolge ist der Brand durch die Explosion von Munition ausgelöst worden. Über die Opfer des Brandes schweigt sich die russische Regierung aus.

Doch die Eltern der vermissten russischen Soldaten bitten um Aufklärung. Ein Schreiben des Militärs an den Vater eines Vermissten zeigt nun, wie die Behörden die Angehörigen offenbar belügen.

"Warum seid ihr am Leben, aber mein Sohn ist tot?"

Der bulgarische Investigativ-Journalist Christo Grozev hat darüber berichtet. Er recherchierte zuvor zum Fall eines Vermissten, dessen Vater sich an das russische Militär wandte und um Aufklärung bat. Demnach war sein Sohn ein wehrpflichtiger Soldat, der als Schiffskoch auf der "Moskwa" tätig war. Seit dem Untergang des Militärschiffs wird er jedoch vermisst. "Ich frage euch Offiziere direkt: Warum seid ihr am Leben, aber mein Sohn ist tot?", schrieb der Vater, dessen Anfrage Grozev auf Twitter teilte.

Nun erhielt der Vater eine Antwort von der militärischen Strafverfolgung aus Russland. Das Antwortschreiben teilte Grozev erneut auf Twitter. Dem Schreiben zufolge meldete sich der vermisste Sohn bisher nicht zum Dienst, nachdem das Schiff unter "außergewöhnlichen Umständen" untergegangen war. Das Schiff "Moskwa" soll demnach nicht in der Spezialoperation der russischen Soldaten in der Ukraine involviert gewesen sein.

Die russische Regierung lügt und schweigt zum Untergang der "Moskwa"

Die russische Regierung unter Präsident Wladimir Putin spricht seit dem Angriff auf die Ukraine nicht von einem Krieg, sondern von einer Spezialoperation. Außerdem vertritt das russische Verteidigungsministerium weiterhin die Behauptung, das Schiff sei durch eine Munitionsexplosion in Brand geraten und anschließend am 14. April in einem Sturm auf dem Weg nach Sewastopol untergegangen.

Meteorologen wie der Fernsehmoderator Jörg Kachelmann berichteten jedoch davon, dass zu diesem Zeitpunkt auf dem Seegebiet im Schwarzen Meer kein Sturm geherrscht habe und belegen die Behauptungen mit Wetterdaten. Der "Zeit" zufolge hat das russische Verteidigungsministerium mittlerweile seinen eigenen Aussagen widersprochen und berichtet nun nicht mehr von der Evakuierung der gesamten Besatzung, sondern von einem Toten und 27 Vermissten. Genaue Opferzahlen sind weiterhin nicht bekannt.

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