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Brexit-Umfrage: Deutsch-britische Wirtschaft weniger pessimistisch

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Die Pandemie und der Brexit haben deutsch-britischen Unternehmen zuletzt stark zugesetzt. Trotzdem rechnen die Firmen mit einem langen Wiederaufschwung.

Wenige Monate vor dem Ende der Brexit-Übergangfrist hellt sich die Stimmung der Firmen auf. Foto: dpa
Wenige Monate vor dem Ende der Brexit-Übergangfrist hellt sich die Stimmung der Firmen auf. Foto: dpa

Zwei Monate vor dem Ende der Brexit-Übergangsphase ist der Pessimismus der deutsch-britischen Unternehmen etwas zurückgegangen. Das ergab eine am Montag veröffentlichte Umfrage der Deutsch-Britischen Industrie- und Handelskammer in London.

Demnach gaben nun etwas mehr als 50 Prozent der befragten Firmen an, schwer oder sehr schwer von der Pandemie betroffen zu sein - im Sommer waren es noch 75 Prozent. 20 Prozent (zuvor 15 Prozent) sahen keine Auswirkungen oder haben sogar eine Zunahme in ihren Aktivitäten verzeichnen können. Trotzdem erwarten die Unternehmen, dass der allgemeine Aufschwung länger dauern wird als ursprünglich gedacht.

„Chemie, Automobilbau, Pharmazie, Flugzeugbau und Zulieferer sind besonders betroffen“, sagte der Hauptgeschäftsführer der Deutsch-Britischen Industrie- und Handelskammer, Ulrich Hoppe, der Deutschen Presse-Agentur. Hinzu kommt, dass Großbritannien im Europa-Vergleich besonders stark von der Corona-Krise betroffen ist. „Corona hat im Gegensatz zum Brexit aber nur einen starken kurzzeitigen Effekt, bei dem man vor einer Erholung ausgeht.“

Reisebeschränkungen, abgesagte Messen und Veranstaltungen, ein Rückgang der Nachfrage und die Stornierung von Aufträgen sowie gestrichene Investitionen haben der Herbst-Umfrage zufolge weiter die größten Auswirkungen auf die Firmen. Viele von ihnen rechnen laut Hoppe mit Verlagerungen von Lieferketten und Geschäftsaktivitäten.

Die meisten Unternehmen erwarten den Angaben zufolge, dass London ein minimales Freihandelsabkommen mit Brüssel abschließen wird. Aber unabhängig vom Ausgang der Verhandlungen rechnet eine große Mehrheit damit, dass der Brexit das britische Wirtschaftswachstum im kommenden Jahr um mehr als 2 Prozent negativ beeinflussen wird. Die britische Regierung hatte die Gespräche über das geplante Freihandelsabkommen für die Zeit nach der Brexit-Übergangsphase ab 2021 zeitweise schon für beendet erklärt. Nach Zusicherungen aus Brüssel kehrte sie aber an den Verhandlungstisch zurück. Der Brexit-Handelspakt soll Zölle abwenden und Handelshemmnisse mindern.

Im Rahmen der Studie wurden im Oktober 82 Interviews mit Unternehmen der deutsch-britischen Wirtschaft ausgewertet. Sie war Teil des World Business Outlooks des Deutschen Industrie- und Handelskammertags.

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