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Wer braucht schon Nord Stream... neue Pipeline in der Ostsee eingeweiht

Während sich die Probleme mit den Nord-Stream-Gas-Pipelines aus Russland häufen, ist in der Ostsee eine weitere Pipeline eingeweiht worden: die "Baltic Pipe", die künftig Gas von Norwegen nach Osteuropa liefern soll. Nahe der polnischen Hafenstadt Stettin machten die zur Eröffnung angereisten Politiker aus Norwegen, Dänemark und Polen sowie von der EU-Kommission vor allem die geopolitische Bedeutung dieser Gasleitung deutlich, die Europa unabhängiger von russischen Energieträgern machen soll.

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Verlauf der Pipeline Baltic Pipe - Euronews

"Heute beginnt eine neue Ära der Unabhängigkeit bei der Energieversorgung, der Freiheit und der Energiesicherheit, aber auch eine neue Ära der Sicherheit im weiteren Sinne", freute sich Polens Ministerpräsident Mateusz Morawiecki, der symbolisch an einem großen Rad das Ventil der Pipeline aufdrehte. Als Vertreterin der EU-Kommission sprach Ditte Juul Jørgensen von einem starken Signal gegen Russlands aggressive Politik: "Die Pipeline wird fertiggestellt in einer Zeit, in der Russland einen brutalen Krieg gegen die Ukraine führt und die Gasversorgung manipuliert, um unseren Energiemarkt und unsere Wirtschaft ins Wanken zu bringen."

Die Baltic Pipe ist rund 900 Kilometer lang und verbindet Skandinavien mit Polen. Sie ist ein Abzweig von der bereits bestehenden Europipe II, die in Norddeutschland endet. Die Baukosten beliefen sich auf rund 1,6 Milliarden Euro, die EU steuerte 250 Millionen Euro bei. Regulär wird ab 1. Oktober Gas durch die Baltic Pipe fließen.