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Brauchst du 1.000.000 € für den Ruhestand? Nein, aber diese Meilensteine solltest du erreicht haben!

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

Wenn es um das Thema Ruhestand oder auch finanzielle Freiheit geht, haben viele Sparer und Investoren konkrete Zielmarken vor Augen. Häufig geht der Gedanke dahin, dass man beispielsweise eine Million Euro braucht, um einen bequemen und teilweise selbst finanzierten Ruhestand bestreiten zu können.

So viel vorab: Nein, eine Million Euro wirst du weder für die finanzielle Freiheit noch für einen in erster Linie selbst bestrittenen Ruhestand zwingend benötigen. Aber es gibt gewisse Meilensteine, die man dennoch erreicht haben sollte, bevor man sein Erwerbsleben an den Nagel hängt.

Einnahmen übersteigen die Ausgaben

Ein erster Meilenstein, der eigentlich eine einfache Frage der Mathematik ist, ist die folgende: Theoretisch ist man schließlich ab dem Zeitpunkt finanziell frei, ab dem die eigenen Einnahmen die Ausgaben übersteigen. Wenn es hier eine positive Differenz oder einen Sicherheitspuffer gibt, umso besser.

Die Einnahmen können dabei aus unterschiedlichen Quellen herrühren. Ist es die gesetzliche Rente? Warum auf die Staatsleistungen verzichten. Für so manchen dürften es inzwischen aber auch Kapitalerträge sein, die hier eine größere Rolle spielen. Und die effektiv eine Rentenlücke stopfen.

Wie auch immer: Wenn wir an dieser Stelle davon ausgehen, dass du effektiv 1.500 Euro jeden Monat zusätzlich zu anderen Altersvorsorgeleistungen benötigst, um bequem leben zu können, benötigst du keine Million. Bei ca. 3 % Dividendenrendite netto hieße das, dass du bloß 600.000 Euro benötigst. Wobei die Dividendenrendite und dein Einkommen die Variablen sind, die du per Dreisatz modifizieren kannst.

Du hast einen Sicherheitspuffer

Sofern du allerdings von Kapitalerträgen abhängig bist, so solltest du einige Dinge bedenken, speziell wenn es um das Thema Dividenden geht: Erstens, die Ausschüttungen sind nicht garantiert. Das bedeutet, dass es hier etwas Sicherheit in Form von Cash oder einer konservativeren Annahme der eigenen Einkünfte geben sollte. Vielleicht sollte man lieber mit 80 % sicheren Dividenden rechnen, um nicht plötzlich in einer Korrektur vor niedrigeren Einkünften zu stehen.

Zweitens sollte man Wert auf zumindest etwas Dividendenwachstum legen. Selbst eine sehr moderate Inflation kann schließlich über Jahre und Jahrzehnte hinweg (so lange dauert hoffentlich dein Ruhestand!) zu einigen finanziellen Einbußen führen. Hier gilt es ebenfalls, vorbereitet zu sein.

Wenn es daher darum geht, dein Leben mit Kapitalerträgen zu bestreiten, gilt es einige Dinge zu berücksichtigen. Sicherheit hat höchste Priorität, insbesondere bei der Altersvorsorge.

Du hast an alle Ausgaben gedacht

Zu guter Letzt solltest du überprüfen, dass du an alle Ausgaben gedacht hast. Neben Miete und den alltäglichen Kosten kann das beispielsweise auch die Krankenversicherung sein, die man womöglich gerne mal vergisst. Oder auch andere, variable oder fixe Kosten, die vielleicht im Alter relevant werden.

An die Kosten zu denken ist wichtig, damit man keine falsche Vorstellung von seinem Ruhestand bekommt. Wer erst im Nachhinein merkt, dass er nicht alles berücksichtigt hat, wird womöglich einen teuren Fehler begehen, der nur schwer wieder repariert werden kann. Jeder Euro, den du kostenseitig nicht bedenkst, wird schließlich von deinem freien Budget abgezogen. Und erschwert dir womöglich deine freie, flexible Freizeitgestaltung.

Du braust keine Million, aber ein Konzept!

Wer daher in den Ruhestand gehen möchte, der braucht nicht unbedingt eine Million. Nein, vor allem wenn man noch auf gesetzliche Leistungen zurückgreifen kann, reicht auch weniger Geld. Selbst bei konservativen Dividendenrenditen und unter Berücksichtigung eines Sicherheitspuffers kann man bedeutend unter dieser Marke bleiben.

Wichtig ist allerdings, dass man ein Konzept hat, an alle Ausgaben gedacht hat und über Einnahmen verfügt, die idealerweise bedeutend über den Ausgaben liegen.

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